Taylor Ferrera helps out confused victims
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Ich weiß von Yoko Ono viel weniger als ich sollte, um meine Sympathie für sie zu rechtfertigen. Als junge Beatles-Hörerin wurde sie mir selbstverständlich bekannt als „die Frau, die die Beatles kaputtgemacht hat“. Wobei ich nicht einmal in meiner schwärmerischsten, pubertärsten Phase daran geglaubt habe, dass eine Person, wie bösartig sie auch sei, erstens in der Lage noch zweitens willens sein könnte, die Beatles absichtlich zu ruinieren.
Als ich alt genug war, um der Frage „Wer ist Yoko Ono eigentlich?“ nachzugehen, war das Internet noch nicht so weit, mir dies zu beantworten.
Jetzt sind endlich das Internet und ich so gute Freunde, dass ich die Frage gründlich beantworten konnte und mich ab jetzt als Yoko-Fan bezeichnen werde.
Zu dem ganzen Beatles-Thema ist nur folgendes zu sagen:
1. Yoko Ono hatte die Beziehung zu John Lennon nicht nötig, sie war bereits eine vielversprechende Künstlerin und hatte in ihrer Welt – von der die zahlreichen Beatles-Fans bei ihrem Auftauchen höchstwahrsheinlich unbeleckt waren – nicht nur Erfolg, sondern bekannte und geschätzte Kollaboranten. John Lennon konnte sich, so muss man es eigentlich sehen, glücklich schätzen, dass er Yoko begegnete, als er gerade dabei war, sich selbst neu zu (er)finden; tatsächlich bin ich überzeugt, dass ihre Beziehung auf der Ebenbürtigkeit der beiden als Künstler beruhte.
Und 2. Leute, die behaupten, Yoko Ono sei schuld am Zerbrechen der Beatles, sagt etwas sehr sehr Übles über John Lennon, nämlich dass er selbst nicht Rückgrat genug hatte, um seine Beziehung zu seinen Bandkollegen entgegen den Intrigen seiner Geliebten zu retten. Es mag sein, dass John seine Beziehung mit Yoko zum Anlass genommen hat, sich weiter von den Beatles fortzuentwickeln – das ist aber noch immer seine und nicht ihre Verantwortung. Und inzwischen wissen wir ja nun alle, dass es schon vor Yoko Ono bei den Beatles gekriselt hat.
Yoko Ono ist eine Frau mit einer sehr eigenen, faszinierenden Geschichte und einem vielseitigen Portfolio an Werken. Zu manchen davon mag der Zugang schwierig sein, zu anderen leichter – sie ist jedoch in keiner Hinsicht eine selbstpostulierte Künstlerin. Fluxus-Künstler, Jazz-Musiker und Filmemacher haben mit ihr gearbeitet, schon bevor sie mit dem Beatle liiert war. Und dass sie ihre Schaffenskraft auch darauf verwendet, ihre eigenen Erinnerungen und die der Welt an John Lennon zu zelebrieren und seinen Tod zu verarbeiten, kann man ihr meines Erachtens nicht vorwerfen.
Ein paar Beispiele ihrer Kunst mal vorgestellt: Ihr Cut Piece ist Performance Art der ersten Stunde. Mit ihrem Wishtree vereint sie omnikulturelle Vorstellungen von der Kraft, die Wünschen innewohnt, mit einem globalen Happening. Sie kämpft für die Gleichberechtigung von Mann und Frau, hat Humor und setzt sich generell für die richtigen Dinge ein (Akzeptanz von Homosexualität, den Kampf gegen HIV/AIDS). Dass so viele sie unerträglich finden, liegt vielleicht nur daran, dass es uns schwerfällt, eine Frau zu akzeptieren, die so ohne Zögern und Scheu ihr Ding durchzieht. More power to you, Yoko.
PS: Zu ihrem Geburtstag lädt Yoko Ono ihre Fans (auf Facebook und Instagramm) ein, an ihrem weltumgreifenden Projekt smilesfilm mitzuwirken und ihr ein Foto zum Geburtstag zu schicken.
mal abgesehen von der musik – die mir auch gefällt – ist das mal ein unglaublich tolles tool, eine große entwicklung für musiker auf der bühne. ich würde ohne zögern ein ticket für eine abendfüllende performance erwerben.
imogen heap hat mit dem MIT ein paar Handschuhe entwickelt, die mittles eines 3D-interface und ihrer stimme sowie ihren gesten musik macht. am besten schaut man sich den ganzen film an, da der aber fast 20min. lang ist, hier die anfangszeiten für die einzelnen schritte:
0:00 entstehungsgeschichte
7:20 demo
13:20 performance „me the machine“
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Leontyne Price war die erste afro-amerikanische Opernsängerin (coll.: Diva), die in einer Hauptrolle in der Mailänder Scala auftrat. Sie hat in ihrer Karriere nicht nur die Grenze der Rassendiskriminierung, sondern auch die Grenze zwischen europäischer und amerikanischer Hochkultur erfolgreich überschritten.
Aber nach meinem alten Motto soll man über Musikerinnen nicht so viel lesen, sondern lieber von ihnen hören.
Die youtube-Ergebnisse für den Suchbegriff „Leontyne Price“ sind ausreichend, um sich den Nachmittag mit schöner Musik zu vertreiben. Hervorheben will ich nur ihre Interpretation des von mir aus unerfindlichen Gründen sehr geliebten „Ave Maria“.
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Ja, auch ich bin im Weihnachtsstress, mit allem Drum und Dran wie winterlichen Erkrankungen in der Familie und Geschenkenotstand. Daher gibt’s zum Heiligen Abend – wo ihr sowieso hoffentlich alle offline bleibt – nur noch eine weitere Musikerin, eine junge Dame, die mein Lieblingsinstrument virtuos spielt und auch netterweise eine kleine Einführung in das Spiel gibt.
Frohes Fest!
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Der erste Song, den ich von ihr hörte – dank Klaus Walters „Der Ball ist rund“ im hr3 – war „Harry Dean“, eine Liebeserklärung an Harry Dean Stanton (etwas, was ich total nachvollziehen kann).
Die CD, die ich mir daraufhin von ihr kaufte, war Karmal Apple. Diese ist vollständig auf YouTube hörbar, hier ‚Snakebite‘ und ‚Ride‘.
Eine schöne Platte, die ich immer noch gerne höre, besonders das letzte Stück „Make Me“. (Snychronizitätsbonus: eines meiner Lieblingsstücke von Blumfeld, der ultimative Liebeskummer-Beendigungssong, heißt „You Make Me„.)
Es brauchte allerdings dieses Blog und diesen Kalender, um mir klarzumachen, dass Penelope Houston vor der sanften, milde femi-aggressiven Folkphase mit den Avengers semi-erfolgreich Punkmusik gemacht hatte. Auch das hier ist Penelope Houston:

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Fanny Hensel musste 42 Jahre alt werden, bis sie sich selbst gestatte, sich über die chauvinistische Grundhaltung ihrer Zeitgenossen, auch ihres Vaters und ihres Bruders, hinwegzusetzen und ihr Talent und ihre Leidenschaft in eine Profession zu führen. Zeit ihres Lebens war es für sie als Frau „nicht schicklich“, mit öffentlichen Konzerten oder der Drucklegung eigener Kompositionen Geld zu verdienen, obwohl sie ebenso begabt war wie ihr Bruder, Felix Mendelssohn Bartholdy. Ein halbes Jahr nach ihrer ersten Veröffentlichung verstarb sie an einem Schlaganfall – bis dahin hatte sie nur im privaten Kreis Konzerte gegeben und ansonsten ihren Bruder in seiner Karriere unterstützt. Folgerichtig sind Fanny Hensels Kompositionen bis heute weitgehend unbekannt, ganz im Gegensatz zu denen ihres Bruders.
Diese Biographie macht Fanny Hensel zum Musterbeispiel für die traditionelle und systematische Unterdrückung und Verdrängung der Frau aus der professionellen Konkurrenz bzw. der Chance auf Anerkennung, deren Auswirkungen wir heute noch spüren. Schließlich wurde auch mir noch die Frage gestellt: „Wenn Frauen X genauso gut können wie Männer, warum gibt es dann keine berühmten Frauen im Bereich des professionellen X?!“ Machen wir uns nichts vor: Die Behinderung der Frauen in allen Lebensbereichen in den vergangenen Jahrhunderten ist die Basis für die heutige Frage nach der Notwendigkeit von Frauenquoten.
Um jetzt nicht verbittert zu klingen: Es hat sich weiß Gott auch schon einiges getan. Es gilt jetzt nur noch, die Nachwirkungen zu verarbeiten und bei künstlerischen wie politischen, wirtschaftlichen und etlichen anderen professionellen und kreativen Qualitäten das Geschlecht/Gender als unerheblich zu verbannen.
Auch Fanny Hensel wurde irgendwann – und wird noch – entdeckt, und ich kann hier meinen kleinen Beitrag zur Wiedergutmachung am eigenen Geschlecht beitragen.
Es gibt bereits eine eigene Website für sie, eine recht ausführliche Biographie gibt es bei Dieter Wunderlich zu lesen. Aber über eine Komponistin sollte man nicht zu viel lesen, sondern ihre Werke hören. Da ich selbst keine große Freundin von Liedern bin, hier eine Auswahl an textlosen Kompositionen. Aber es gibt auch Lieder von ihr, die unweigerlich in der youtube-Vorschlagliste auftauchen.
Bild: Von Moritz Daniel Oppenheim – Unbekannt, Gemeinfrei
women, listen to your mothers, don’t just succumb to the wishes of your brothers
take a step back, take a look at one another, you need to know the difference between a father and a lover

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Lil Hardin war die Pianistin in King Oliver’s Creole Jazz Band in Chicago, als 1921 ein junger Kornettist zur Band stieß, der Lil wegen seines ländlichen Aussehens zunächst gar nicht so sehr gefiel. Sowohl musikalische wie auch andere Gründe führten jedoch dazu, dass die Sympathie zwischen ihr und dem Kornettisten wuchs, so sehr, dass die beiden 1924 heirateten. Lil nahm den Blechbläser vom Lande unter ihre städtisch-gewieften Fittiche, verpasste ihm neue Kleidung und eine moderne Frisur und drängte ihn, aus dem Schatten des ersten Kornettisten der Band, King Oliver selbst, in die erste Reihe einer anderen Gruppierung zu treten. Ihr Ehemann folgte ihrem Rat, trat Fletcher Hendersons Band in New York als erster Kornettist bei und wurde werbestrategisch geschickt von Lil bei seiner Rückkehr nach Chicago als „World’s Greatest Trumpet Player“ empfangen. Bald danach erfolgte eine Reihe von Plattenaufnahmen – was zur damaligen Zeit einem Labelvertrag nahekam – der beiden mit 3 weiteren Musikern, die als Hot Five in die Geschichte des Jazz eingingen. 1931 ließen sich Louis Armstrong und Lil Hardin Armstrong scheiden, pflegten jedoch lebenslang eine Freundschaft, so innig, dass Lil die Fertigstellung und Veröffentlichung ihrer Memoiren zurückstellte, um Louis‘ Image nicht zu zerstören. Lil Hardin starb kurz nach einem Auftritt bei einem Gedenkkonzert für ihren verstorbenen Ex-Mann.
Hinter jedem großen Mann steht eine starke Frau, wird ja so manches Mal postuliert. In der emanzipiert klingenden Redewendung steckt jedoch der Gedanke, dass die starke Frau für die Größe des Mannes ihren eigenen Ehrgeiz zurückstellt. Natürlich ist dies heute nicht mehr die Regel und auch Lil Hardin hat ihre eigene Karriere eben nicht für ihren Mann geopfert, wenn sie auch nicht an die Erfolge anknüpfen konnte, die sie in einer Band mit ihm gefeiert hatte. Und sicher wäre ein Talent wie Louis Armstrong auch ohne seine entschlossene Frau auf die Dauer nicht unentdeckt geblieben – aber es war eben sie, die ihn schon früh dazu brachte, nicht nur in den zweiten Reihe zu spielen, die ihn „medientauglich“ machte und auch, nicht zu vergessen, einige der Songs schrieb und arrangierte, mit denen die Hot Five so erfolgreich wurden.
Bei der wirklich bunten Auswahl der Frauen, die diese Woche Geburtstag haben, hat schlicht die Sympathie den Ausschlag gegeben. Lil Hardins Herkunftsgeschichte ebenso wie die Tatsache, dass sie als Entdeckerin, Förderin und Kollegin Louis Amstrongs ziemlich in den Hintergrund getreten ist, die traurig-schöne Liebesgeschichte mit dramatischem Ende, ihre offenkundige Fähigkeit, für sich selbst einzustehen, ohne ihre Gefühle zu verleugnen und die Brücken hinter sich verbrennen zu müssen, machen sie einfach zu einer ansprechenden Persönlichkeit, via Ferndiagnose. Wie viele Scheidungsgeschichten von Stars kennen wir, die so warm und sozusagen glücklich verlaufen? Die Welt hätte es Lil Hardin verziehen, wenn sie bitter und kalt gegenüber ihrem Ex-Mann und der Welt geworden wäre; stattdessen nahm sie den Lauf der Dinge offenbar mit Humor und behielt immer Oberwasser.
Eine Biografie gibt es zu lesen unter about.com’s Women’s History. Aber wer will schon über eine Jazzmusikerin lesen, wenn er sie hören kann: Just for a thrill, Doin‘ the Suzie Q, Lindy Hop, Brown Gal.
Bild: By Unknown – Ad on page 309 of Billboard 1944 Music Yearbook, Public Domain