Schlagwort: editorial

vertikale integration

da dieses blog in der sozialen distanz gerade so ziemlich das einzige ist, was ich „beruflich“ mache, ist jetzt vielleicht eine gute gelegenheit, die geneigten leser:innen in den diversen kanälen zusammenzuführen, oder anders gesagt: meine verschiedenen accounts aufzulisten.

da wäre zunächst die eigene facebook-seite von frauenfiguren, wo nicht nur die aktuellen artikel erscheinen, sondern ich auch rückblicke auf vergangene jahre poste, speziell zu runden geburtstagen.

aufgrund meiner eigentlichen beruflichen ziele bin ich aber auf instagram und twitter unter einem anderen namen unterwegs, nämlich limonadeleben (wie meine unternehmenswebsite, die dringend überarbeitet werden muss). auf instagram gibt’s ein bisschen was von meinem anderen leben zu sehen (und natürlich auch benachrichtigungen zu neuen posts), auf twitter bin ich noch ziemlich neu und deshalb nicht so laut (wobei ich ganz am anfang der corona-zuhausebleib-zeit direkt meine 15min. ruhm hatte mit einer idee, die ich eigentlich selbst nur ausgeliehen hatte!). ich freue mich auf beiden plattformen über freundliche follower!

und ganz albern habe ich aus einer laune heraus bei spotify auch eine playlist, auf der einige der musikalischen frauenfiguren auftreten und zahlreiche andere meines fragwürdigen musikgeschmacks. wer dort ein konto hat, müsste die liste über den namen finden können.

Frau Dr. päd. Snack Bitch

frauenfiguren limonadeleben twitter 12. märz 2020
Twitter vor sechs Wochen

In der inzwischen 6. Woche bin ich mit dem K5J und dem K10J zu Hause. Meine Selbständigkeit ist für diese Zeit und die nähere Zukunft auf Eis gelegt – mein zweifelhaftes Privileg ist es ja, einen Partner mit ausreichendem Verdienst zu haben. Die Dose Würmer der fehlenden finanziellen Autonomie, Frustration und Selbstwertverlust etc. steht aber selbstverständlich hier immer mit im Raum. Im „Homeoffice“ versuche ich zumindest mein Herzensprojekt, dieses Blog, weiterzuführen. Wobei ich mir inzwischen ernsthaft die Frage stellen muss, worüber ich eher den Verstand verliere, darüber, dass ich mir selbst den Druck aufbürde, meine wöchentlichen Posts zu schaffen neben der Kinderbetreuung? Oder wenn ich doch einfach aufgebe, kapituliere, mich gänzlich in die nie gewollte Position der Hausfrau und Mutter füge, in die mich die Pandemie derzeit wieder zurückdrängt?

Seit gestern versuchen wir einen neuen Plan, weil der erste am Ende der vergangenen fünf Wochen, nach schon mehreren Parabelflügen, zu einem ernsthaften Zusammenbruch geführt hat. Wir hatten es so versucht: Vormittags arbeiten wir alle in der Küche, mit Kopfhörern, an unseren entsprechenden Aufgaben, nachmittags schauen wir alle zusammen einen Film. Alle zusammen heißt, ich und die Kinder. Mein Partner hat dankenswerterweise nach einem Probetag beschlossen, mich zu entlasten, indem er seine Arbeit weiterhin im Büro ausübt. Auch noch auf seine Befindlichkeit und Konzentration Rücksicht nehmen zu müssen in meiner Interaktion mit den Kindern, war schlimmer, als die acht Stunden am Tag mit ihnen alleine zu sein. Der neue Plan sieht vor, dass ich vormittags mit K5J bastele und für K10J bei den Schularbeiten ansprechbar bin. Dann essen wir und anschließend habe ich nachmittags zwei Stunden wirklich ganz ungestört für mich, weil die Kinder an jedem Bildschirm des Hauses freies Spiel haben. Jaja, Langeweile ist auch wichtig – aber bringt Gequengel und Diskussionen über Langeweile und dafür habe ich in dieser Zeit wirklich, wirklich keine Energie. An irgendeiner Stelle muss ich einfach sagen können, Scheiß drauf.

frauenfiguren frau dr. päd. snack bitch
Basteln und es lieben, ohne Alkohol und Zigaretten?!

A propos Scheiß drauf, neue Wörter haben die Kinder in den letzten Wochen auch gelernt. Ob ihre Erzieher:innen und Lehrer:innen allerdings zu schätzen wissen, dass Flüche wie „verf*ckte Kackscheiße“ ein Zeichen von großer Intelligenz sind? Oder sich meine Kinder mit diesem Vokabular als Zöglinge einer unfähigen, ja an ihren Aufgaben gescheiterten Mutter enttarnen? Immerhin gelingt es mir mit dem verbalen Unflat, Aggressionen abzubauen und den Kindern vorzuleben, wie wichtig es ist, Gefühle auszudrücken, für das Druckablassen und damit andere Einblicke in die eigene Seele gewinnen. Nach einem solchen Ausbruch geht es jedenfalls immer erst einmal ein bisschen besser.

Wenn ich sagen soll, was ich mir wünsche: Ich gehe da mit Frau Nguyen Kim, die mich neulich bei der Presseschau wieder sehr überzeugt hat. Ich fände es geil, wenn alle gemeinsam einfach noch mal zwei bis drei Wochen so richtig ganz ohne Lockerungen durchhalten, um danach Quarantäne nur noch für die dann überschaubaren Zahlen der tatsächlich Erkrankten durchzuziehen, Stichwort Containment. Dass meine Kinder und ich jetzt insgesamt sieben Wochen auf Kontakt mit Gleichaltrigen und Entlastung durch Großeltern verzichten und deshalb auf dem Zahnfleisch gehen, nur damit wieder Autos, Möbel und anderes Zeug verkauft werden kann, sogar vielleicht noch an einem Sonntag – nein, das fände ich ungeil. Vor allem, wenn sich am Ende herausstellen sollte, dass Kinder nicht nur kaum erkranken, sondern eventuell noch nicht mal die Superspreader sind, als die sie jetzt in der Isolation saßen? Verf*ckte Kackscheiße, dann hoffe ich, dass durch dieses Land wirklich ein gewaltiger Ruck geht.

Übrigens, ein Gutes hat die Pandemie, für mich: Selten habe ich mich mit anderen Eltern so verbunden gefühlt, so wenig allein mit meinem vermeintlichen Versagen, das gar keines ist. Mein Beitrag zu #CoronaEltern ist mal wieder nur das, was ich in der einen Stunde hinwerfen kann, in der ich nicht pädagogische Fachkraft und Snack Bitch sein muss. Aber das wollte ich mir wirklich nicht nehmen lassen.

kurznachricht aus der sozialen distanz

ich weiß, wir haben alle andere sorgen, nichtsdestotrotz hatte ich am freitag, als in NRW die schließung der schulen und kitas endlich durchkam, erst einmal gehofft, mich jetzt ‚ungestört‘ von bezahlter arbeit den frauenfiguren widmen zu können.

vielleicht bessert sich das über die nächsten tage noch, aber gestern und heute hat sich das ‚ungestörte‘ arbeiten als schwieriger herausgestellt als gedacht. gar nicht so sehr wegen der kinder, die wirklich geradezu kleine engel sind unter den gegebenen voraussetzungen. die gesamtsituation und ihre langfristigen folgen für uns als familie, versorgungstechnisch, wirtschaftlich und so weiter, beschäftigen mich doch zu sehr, und meine konzentration ist arg angeknackst.

wenn die texte der folgenden zeit also qualitativ nicht on par sind, bitte ich das im vorhinein zu entschuldigen. ich bin zerfasert und zerfranst, so werden diese texte jetzt wohl auch erst einmal. aber gibt auch schlimmeres.

bleibt gesund, bis die nachrichten hoffentlich bald wieder besser werden.

rückblick 2019 – ausblick 2020

hier sitze ich, im onesie auf der couch, hinter offenen keksdosen, der weihnachtsbaum noch teilweise erleuchet, und schreibe einen kurzen einwurf, ungeplant zwischen den jahren, weil ich vor den feiertagen nicht mehr dazu gekommen bin.

bei frauenfiguren hat sich in diesem jahr tatsächlich ein bisschen etwas getan. gleich anfang des jahres kam die verbindung mit der FILMLÖWIN zustande, die im lauf des jahres viel spannende aufgaben, vor allem aber freude auf den tisch brachte. ich habe mich in den diversen sozialen medien sortiert und neu orientiert – dazu wird es demnächst noch einen separaten eigenen post geben. insbesondere auf Facebook und Instagram bin ich mit vielen menschen ins gespräch gekommen; manchmal sogar fruchtbar. da freue ich mich auf noch mehr.

was das thema des jahres angeht: während die runden geburtstage beim vergangenen jahreswechsel eine spontane idee waren, die ich nach der üblichen methode „recherchieren“ musste, habe ich kurz vor dem ende dieses jahres eine hübsche liste gefunden (ja, bei wikipedia), an der ich meine planung für 2020 angelegt habe: die Timeline of Women in Science. diese habe ich mir in den letzten tagen vor weihnachten eingehend vorgenommen und eine aufstellung gemacht, an der ich mich nun für den rest des jahres abarbeiten kann. zum einen habe ich die wissenschaftlerinnen, deren geburtstdatum bekannt ist, entsprechend vorgemekrt und diese werden in gewohnter manier, einmal pro woche eine, vorgestellt; die anderen geburtstagskinder der woche werde ich ebenfalls kurz nennen. zum anderen finden sich jedoch auf dem zeitstrahl auch einige wissenschaftlerinnen, deren geburtsdatum unbekannt ist, die dafür aber nicht bestraft werden sollen. daher habe ich neben den geburtstagskindern einen „zeitstrahl frauen in der wissenschaft“, in dem ich alle fünf tage (so der optimistische plan) eine dieser frauen vorstelle, und zwar beginnend im alten ägypten im januar bis dann hoffentlich in die neuzeit im dezember.

mögen Lachesis und Verdandi mir gnädig sein.

als hoffnungsträger: der schreibtisch, den ich seit vier wochen mein eigen nennen darf. noch kein room of my own, aber ein schritt weiter vom kitchen table business, das ich zu beginn dieses jahres noch führte.

Die Frauenleserin fragt

und ich antworte. Kerstin Herbert liest und bespricht auf ihrem wunderbaren Blog Bücher von und über Frauen. Vor kurzem ist sie auf meine frauenfiguren gestoßen und hat mir daraufhin einige wirklich sehr schöne und interessante Fragen gestellt, die ich gerne nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet habe!

sommerpause

hier beginnen heute die sommerferien, das nehme ich – halb freiwillig – zum anlass für eine sommerpause! bis mitte august wird es hier keine kalender-beiträge geben, eventuell, wenn es sich ergibt, den einen oder anderen hinweis auf andere relevante dinge.

auf der Facebook-Seite von frauenfiguren gibt es aber weiterhin jede menge verweise auf beiträge aus den vergangenen jahren. also gerne da auch mal reinschauen, wer bei Facebook ist!

Wikis frauenproblem

Der Link liegt hier jetzt schon seit ein paar Tagen in den gespeicherten Artikeln, und ich möchte das jetzt mal abhaken. Gerade heute kam das Thema auch wieder bei Facebook auf.

Ich habe das Blog damals vor sieben (7!!) Jahren angefangen mit dem Gedanken: Gegen die dauernde Behauptung, wie Frauen+ sind und was Frauen+ können, hilft für mich nur, hartnäckig darauf hinzuweisen, wie und was Frauen alles in der Geschichte bis heute gewesen sind. Vorbilder bzw. diverse Rollenbilder zu schaffen erschien mir (und erscheint mir noch immer) für mich produktiver als mich auf kleinliche Diskussionen mit engstirnigen Trollen einzulassen.

Weil ich dies jedoch als Hobby verstand – ein bisschen kam es auch meiner grundsätzlichen historischen Neugier entgegen –, habe ich mich von Anfang an vornehmlich in der Recherche auf Wikipedia verlassen. Für lange Forschung im Netz oder in Bibliotheken hatte und habe ich weder Zeit noch Ressourcen. Ich fand und finde auch den Grundgedanken von Wikipedia fantastisch, und manches Mal habe ich auch überlegt, ob ich nicht einfach/auch für Wikipedia schreiben soll. Meine Profilneurose (ich mag es, wenn mein Name mit meinen Texten in Verbindung gesehen wird), die zu Recht strengen Regeln der Artikelerstellung, die meinem individuellen Stil entgegenstehen, und eben mein Mangel an Ehrgeiz, anderweitig zu recherchieren und zu forschen, hielten mich davon ab.

Inzwischen fühle ich mich dafür noch ein bisschen schlechter, weil nun ja ziemlich bekannt ist, dass es hinter den Kulissen auf Wikipedia – mit nachvollziehbaren Folgen im Frontend – ziemlich schlimm für Frauen als Autorinnen und als Thema von Artikeln aussieht.

Der Artikel im innenansicht-magazin.de, der den Anstoß für diesen Post gab

Das muss anders werden, aber: Mein eigener Kampf ist das nicht. Ich möchte die Energie, die von meinen beruflichen Versuchen und meinem Privatleben übrig bleibt, in dieses Blog stecken. Ich möchte eher ein Wegweiser hin zu den Artikeln auf Wikipedia sein: Schaut mal, diese Frau+ gab/gibt es. Vielleicht interessiert dich das. Oftmals beziehe ich meine Informationen aus den englischsprachigen Artikeln – die englisch-sprachige Wikipedia hat das sexistische Problem zwar auch, aber in Kombination mit der deutschen ergibt sich ein etwas breiteres Spektrum für meine „Recherche“.

Ich weiß nicht, was ich bewirken will mit diesem Post. Vielleicht will ich nur sagen: Ich weiß, dass Wikipedia eigentlich für eine feministisches Blog als Quelle ziemlich scheiße ist. Vielleicht will ich mich dafür entschuldigen, dass meine Recherche so schlicht und kurzsichtig ist. Einzige Entschuldigung dafür: Ich will nicht mehr als Neugier anregen.

Vielleicht will ich auch diejenigen unter den Leser:innen, die davon noch nicht wussten, auf dieses spezielle Problem hinweisen. Vielleicht möchte ich einige unter Euch, die von Dingen Ahnung haben, die aufgrund des Sexismus-Problems bei Wikipedia zu kurz kommen, dazu ermuntern, Artikel zu schreiben; Wikipedia einfach mit der Notwendigkeit zu fluten, Frauen nicht mehr an den Rand drängen zu können.

Jedenfalls wollte ich den Text vom innenansicht magazin teilen. So.

500

der 500. beitrag in diesem blog ist meine ankündigung, dass ich für den juli 07/2018 in sommerpause gehe. in der hoffnung, meine zeitplanung so zu rebooten, dass ich ab august 08/2018 zu einem ordentlichen, frühen termin im monat veröffentlichen kann.

schöne sommerferien und ein prost auf fast sechs jahre frauenfiguren!

umzug

hier sind wir also. ich bin gut angekommen, ich hoffe, meine leser auch.

ich bin trotz massiver motivationsschwierigkeiten und vielen tagen, an denen der schwarze hund mich begleitete, nicht vollständig untätig geblieben. ich darf seit einiger zeit bei der tollen initiative Feminismus im Pott mitarbeiten, und war in diesem rahmen auch für das Internationale Frauenfilmfestival (bzw. die eine veranstaltung, die mein zeitplan mir erlaubte) akkreditiert. darüber habe ich dann auch etwas geschrieben.

der Mai-beitrag ist in arbeit.