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KW 15/2016: Caterina de' Medici, 13. April 1519

Caterina de' Medici

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Caterina de‘ Medicis Lebensgeschichte ist wieder einmal so voll mit Namen und Ereignissen, dass ich sie unmöglich sinnig verkürzt wiedergeben kann (große Regentinnen haben das so an sich). Ich konzentriere mich daher auf drei Einzelheiten.

Zunächst mal, als Beispiel, wie hart und schrecklich die Welt für alle, aber speziell junge Mädchen in vergangenen Jahrhunderten war, die Geschichte, wie Caterina als elfjähriges Kind von republikanischen Aufständischen in Florenz als Geisel gehalten wurde. Ihr Verwandter, Papst Clemens VII., lag im Konflikt mit dem Kaiser von Spanien und des römisch-deutschen Reiches; währenddessen bemächtigten sich Republikaner der Stadt Florenz. Caterina wurde zunächst in verschiedenen Konventen verwahrt. Als der Papst und der Kaiser einen Friedensvertrag schlossen, wurde wiederum Florenz von gemeinsamen Truppen des Papstes und des Kaisers belagert – Caterina befand sich jedoch noch immer in der Stadt und war für den Papst ein wichtiges Element für seine Politik, wollte er sie doch strategisch verheiraten. Florenz litt neben der Belagerung auch noch an Hunger und an der Pest; dennoch blieb Gelegenheit, über das Schicksal des Kindes zu diskutieren. Man wollte die ehrgeizigen Pläne des Papstes durchkreuzen, indem man unter anderem das Mädchen nackt in einem Korb über die Stadtmauer herabließe, sodass sie von den Kanonen der eigenen und kaiserlichen Truppen getroffen würde – oder sie in einem Bordell zur Prositution zwingen, sodass sie danach nicht mehr verheiratet werden könne. Sie war, ich betone es noch einmal, elf Jahre alt. Sie wurde schließlich nur in ein weiteres Konvent überführt und schließlich von den Truppen ihres Verwandten gerettet; die Medici übernahmen wieder die Regierung der Stadt Florenz.

Drei Jahre später hatte ihr Verwandter, der Papst, schließlich Erfolg mit seinen Heiratsplänen. Nach vielen vielversprechenden Angeboten wurde Caterina 14jährig an den ebenfalls 14jährigen jüngeren Sohn Heinrich des Königs von Frankreich, Franz II., verheiratet. Heinrich hatte zu diesem Zeitpunkt keine Aussicht darauf König zu werden – sein älterer Bruder Franz (III.) war Dauphin – weshalb die Eheschließung mit einer, wenn auch reichen, Bürgerlichen unproblematisch erschien. Dann jedoch starb der Papst ein Jahr nach der Hochzeit, ohne die Versprechungen des Ehevertrages (sowohl territoriale wie finanzielle) erfüllt zu haben, sein Nachfolger wollte mit der ganzen Sache nichts zu tun haben. Caterinas Wert am Hof sank, doch sie verstand sich hervorragend mit ihrem Schweigervater, dem König, und konnte so ihre Ehe retten – obwohl ihr Mann ihr nicht zugetan war und eine enge Beziehung zu einer Mätresse pflegte.

Als der Dauphin ein weiteres Jahr später überraschend verstarb und Caterinas Mann 16jährig Thronanwärter wurde, sie aber noch keine zukünftigen Erben produziert hatte (warum bloß?!), gingen Caterinas Nachteile für den französischen Hof ins Bodenlose. Es war ausgerechnet die Mätresse ihres Mann, Diana von Poitiers, die sich für sie einsetzte – denn eine neue, besser angemessene Königin hätte ihre eigene Position geschwächt. (Man sollte sich auch mal auf der Zunge zergehen lassen, dass Diana 20 Jahre älter war als ihr König: er war zu diesem Zeitpunkt 16, sie 36.) Als reife Frau, die scheinbar eigene Ziele für ihr Leben verfolgte, sorgte Diana dafür, dass Heinrich nicht nur mit Caterina verheiratet blieb, sondern auch regelmäßig mit ihr schlief, sodass schließlich, nach elf Ehejahren, das erste Kind Franz II. geboren wurde. Allerdings tat auch Caterina alles in ihrer Macht stehende, sich dem franzöischen Königshaus gefällig zu zeigen, unter anderem, indem sie sich König Franz vor die Füße warf und nur darum bat, bei einer Neuverheiratung ihres Mannes als deren Hofdame bleiben zu dürfen. Diese (kalkulierte) Demütigung machte sie ihrem Schweigervater so sympathisch, dass alle Fragen nach einer Scheidung vom Tisch waren.

Caterine gebar in den folgenden 12 Jahren weitere 9 Kinder. Für drei von ihren fünf Söhnen (einer überlebte allerdings sein erstes Jahr nicht) musste sie nach dem Tod ihres Mannes im Alter von 40 Jahren die Regentschaft antreten – in einem Land, das finanziell geschwächt, politisch in unterschiedliche Konflikte verwickelt und von einem religiösen Konflikt zerrissen war. Entgegen der Behauptungen, sie sei verantwortlich für die Massaker an Protestanten in der französischen Bartholomäusnacht hat sie allerdings in der ganzen Zeit ihres politischen Einflusses auf Einigung und Kompromiss hingearbeitet. Wie es die Zusammenfassung des ausführlichen Artikels treffend sagt, schwelten die Konflikte zwischen den Konfessionen beständig und hatten sich in drei Kriegen bereits Bahn geschlagen, in den folgenden 30 Jahren sollten noch fünf weitere kriegerische Auseinandersetzungen folgen. Caterina hatte sich in allen diesbezüglichen Verhandlungen an Frieden und Entgegenkommen interessiert gezeigt; es waren die katholischen Teilnehmer an der Politik, die dies erschwerten. Schließlich war die Bartholomäusnacht auch die Hochzeitsnacht ihrer eigenen Tochter Margarete von Valois mit dem Hugenottenführer Heinrich von Navarra – mit dieser Eheschließung sollte gemeinsamer Boden geschaffen werden. Tatsächlich hatte Caterina nichts mit den Massakern zu tun, stattdessen kam bei der Ermordung tausender Protestanten in Paris und im folgenden in vielen anderen französischen Städten die Frustration des Volkes mit der religions-politischen Lage und den beständigen Notzuständen durch Kriege im Inneren und Äußeren zu ihrem blutigen Ausdruck. Ihr Sohn Karl IX. übernahm später die Verantwortung für die Ereignisse, als Reaktion auf ein Komplott zu seiner Ermordung.

Caterinas letzte Jahre waren schließlich auch weiterhin von den Hugenottenkriegen geprägt: Während ihr Sohn Heinrich III., durch den Tod seines Bruders zwei Jahre nach der Bartholomäusnacht auf den Thron gekommen, sich nicht so recht als französischer König positionierte, blieb sie in beständigen Verhandlungen mit ihrem Schweigersohn, der die Interessen der Hugenotten vertrat. Sie starb schließlich mit 70 Jahren.

Abgesehen von alle diesem ist sie auch noch verantwortlich für die Einführung des Damensattels, mit dem Damen auch tatsächlich reiten konnten, und vielerlei Eigenschaften dessen, was man heute gemeinhin als „französische Küche“ versteht, aber eigentlich seine Wurzeln in Caterinas italienischer Heimat hat.

Bild: By Justus Sustermans, Public Domain

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Von 163 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 10 (inklusive Caterina de‘ Medici) Frauen:

12.4.1432 Anna von Österreich
11.4.1492 Margarete von Navarra
14.4.1606 Juliane von Hessen-Darmstadt
13.4.1648 Jeanne Marie Guyon de Chesnoy
15.4.1684 Katharina I. (Russland)
16.4.1693 Anna Sophie von Reventlow
17.4.1724 Salomé de Gélieu
14.4.1765 Auguste Wilhelmine von Hessen-Darmstadt
17.4.1799 Eliza Acton

KW 14/2016: Margarete, Jungfrau von Norwegen, 9. April 1283

Margarete Jungfrau von Norwegen

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Margarete wurde nur sieben Jahre alt, und doch spielt sie eine große politische Rolle in der Geschichte Schottlands. Sie war die letzte lebende Verwandte von Alexander III. von Schottland, dessen Enkelin sie war.

Alexander hatte nach seiner Tochter Margrete, die bei der Geburt ihrer Tochter mit Erik II. von Norwegen verstarb, auch seinen jüngsten Sohn David verloren und schließlich auch noch seinen Thronfolger Alexander, den Prinzen von Schottland. Als Alexander III. 1284 gänzlich ohne Kinder dastand, überzeugte er die „Estates„, das schottische Parlament, seine dreijährige Enkelin Margarete als Thronfolgerin zu akzeptieren, sollte er nicht noch weitere Kinder mit seiner zweiten Frau Jolanda von Dreux zeugen. Als er zwei Jahre später bei einem Ritt von den Klippen stürzte und ums Leben kam, sah es zunächst so aus, als folge noch ein Kind – Jolandas Schwangerschaft führte aber nicht zu einem lebenden Nachkommen. Daher war nun die dreijährige Margarete die Königin von Schottland. Sie lebte mit ihrem Vater in Norwegen und sollte so rasch wie möglich ihre Position in Schottland einnehmen. Der König von England sah die Gelegenheit, sein Königreich mit Schottland zu vereinen, und drängte darauf, seinen zweijährigen Sohn Eduard II. mit Margarete zu verheiraten. Nachdem der Papst Dispens für die frühe Verheiratung erteilt hatte und die Schotten – ohne Regent und ohne Einfluss auf die Entscheidung, mit wem der König von Norwegen seine Tochter verheiraten dürfe – sich mit dem Versprechen, der englische König werde die Unabhängigkeit Schottlands respektieren, überzeugen ließen, schiffte Margarete siebenjährig nach Schottland ein – doch schon auf der Reise erkrankte sie und starb in der Nähe der Orkneys.

Der Tod der kleinen Prinzessin und die Unklarheit der Situation – sie war zwar als Königin deklariert, aber nicht gekrönt worden – sowie die Anzahl weiter hergeholter Anwärter auf den schottischen Thron führte auf lange Sicht, nachdem auch der König von England versuchte hatte, die Lage für seinen Machtgewinn auszunutzen, zum ersten schottischen Unabhängigkeitskrieg.

Bild: By Colin Smith, CC BY-SA 2.0

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Von 184 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 11 (inklusive Margarete) Frauen:

4.4.1436 Amalia von Sachsen
5.4.1447 Katharina von Genua
5.4.1472 Bianca Maria Sforza
5.4.1598 Anna Elisabeth von Anhalt-Dessau
5.4.1692 Adrienne Lecouvreur
7.4.1750 Maria Beatrice d’Este
10.4.1783 Hortense de Beauharnais
4.4.1785 Bettina von Arnim
9.4.1798 Giuditta Pasta
10.4.1798 Amalie Luise von Arenberg

KW 13/2016: Maria Sybilla Merian, 2. April 1647

Maria Sybilla Merian

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Die „Mutter der Entomologie“ hatte ihre künstlerische Ausbildung und Karriere vor allem ihrem Stiefvater zu verdanken. Sie wurde als Tochter des Kupferstechers und Verlegers Matthäus Merian dem Älteren und seiner zweiten Frau Johanna Catharina Sybilla geboren; als sie drei Jahre alt war, starb ihr Vater, der bei ihrer Geburt bereits 53 Jahre alt gewesen war. Die Mutter heiratete erneut, dieses Mal den Blumenmaler Jacob Marrel, der zu Maria Sybillas Glück ihr Talent erkannte und ungeachtet der weniger fortschrittlichen Ambitionen der Mutter sie unterrichtete bzw. unterrichten ließ und förderte. Neben ihrem Erfolg als Kupferstecherin und Malerin frönte sie ihrem zugleich wissenschaftlichen wie ästhetischen Interesse an Insekten und Pflanzen.

Mit 18 heiratete sie ihren ehemaligen Lehrer Johann Andreas Graff. Das Paar ließ sich in Nürnberg nieder und arbeitete künstlerisch und kaufmännisch, im Handel mit Malerutensilien. Maria Sybilla musste hier mit eingeschränkten Möglichkeiten – es war Frauen nicht erlaubt, mit Öl auf Leinwand zu malen – zum gemeinsamen Einkommen beitragen. Sie betätigte sich im Handel sowie in Stickerei, Stoffmalerei und dem Unterricht höherer Töchter. Schließlich brachte sie ihr erstes Buch heraus, das eigentlich als Andachtsbuch gedacht war: Der Raupen wunderbare Verwandlung und sonderbare Blumennahrung. In der Kontemplation der niedersten Tiere sollten die Leser die Schönheit und Kraft von Gottes Schöpfung erfahren. Heute gilt das Buch als erster Beitrag zur Entomologie.
Nach 20 Jahren Ehe – Maria Sybilla war 38 – trennte sie sich von ihrem Mann und zog mit ihrer Mutter und ihren beiden Töchtern in eine Labadisten-Kolonie in den Niederlanden; weniger aus eigener religiöser Motivation als um Abstand vom vorherigen Leben zu gewinnen. Sie bildete sich fort und verfolgte weiterhin ihre Forschungen zu Insekten. Nachdem ihr dort lebender Stiefbruder und ihre Mutter gestorben waren, zog sie 6 Jahre später mit ihren beiden Töchtern nach Amsterdam und begann, ihre Reise nach Surinam vorzubereiten. Die Idee hierzu kam ihr durch die Besuche im Botanischen Garten der Stadt, in dem die Vielfalt der südamerikanischen Insektenwelt zwar angedeutet, aber nicht in ihrer vollen Entwicklungsbandbreite dargestellt wurde.

Mit 52 Jahren schließlich machte sie Nägel mit Köpfen, veräußerte ihr Hab und Gut und ließ ihre beiden Töchter für den Fall ihres Todes testamentarisch als Universalerben einsetzen. Dann reiste sie per Schiff mit ihrer jüngeren Tochter Dorothea Maria nach Surinam, wo sie zwei Jahre lang zunächst von der Hauptstadt Paramarimbo, dann von einer weiter außerhalb gelegenen Labadistenkolonie aus Exkursionen in den Urwald unternahm, bei denen sie zahlreiche Insektenarten in unterschiedlichen Stadien zeichnete und sammelte. Von Malaria geschwächt reiste sie mit ihrer Tochter zurück nach Amsterdam, wo ihre Sammlung und Forschungsergebnisse zwar im allgemeinen begrüßt wurden, die Erträge aus Drucken jedoch nicht so weit gingen, dass sie ihren Unterhalt davon bestreiten konnte. Sie musste bis zum Ende ihres Lebens Malunterricht geben und mit Malutensilien und Tierpräparaten Handel betreiben. Als sie 69jährig starb, war sie so arm, dass sie in einem namenlosen Armengrab beerdigt wurde.

Ihre Beobachtungen und Bebilderungen legten den Grundstein zur Insektenforschung, die heute nicht nur biologisch, sondern auch kriminalistisch von Interesse ist.

Bild: By Unknown – Unknown, Public Domain,

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Von 187 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 17 (inklusive Maria Sybilla Merian) Frauen:
31.3.1360 Philippa of Lancaster
28.3.1515 Teresa von Ávila
2.4.1545 Elisabeth von Valois
2.4.1587 Virginia Centurione Bracelli
29.3.1590 Agnes Magdalene von Anhalt-Dessau
2.4.1602 María von Ágreda
1.4.1607 Marie Eleonore von Brandenburg
2.4.1614 Jahanara Begum
2.4.1619 Anna Sophia von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld
1.4.1624 Marija Iljinitschna Miloslawskaja
30.3.1697 Faustina Bordoni
31.3.1718 Maria Anna Viktoria von Spanien
2.4.1735 Ernestine Christine Reiske
2.4.1788 Wilhelmine Reichard
3.4.1795 Anna Schödl
30.3.1798 Luise Hensel

Katze und Igel

Ich habe jetzt eine Weile mit mir gehadert, ob diese Selbstpromotion zulässig, angebracht und hilfreich ist, und bin im Zuge meiner Eindrücke von weiblichen Rollenvorbildern zu dem Schluss gekommen…
Quelle: Katze und Igel

sportlerinnen 


 gymnastin, badende und speerwerfin stehen in essener grugapark

KW 12/2016: Margarete von Anjou, 23. März 1430

By Talbot Master (fl. in Rouen, c. 1430–60) – Cropped image of File:Presentation of the Book of Romances.jpg, a scan of the manuscript illuminated by the Talbot Master (British Library, Royal 15 E VI, f. 2v), Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4888648

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Margarete von Anjou war als Ehefrau des Königs Heinrich VI. von England eine der Hauptakteure des englischen Rosenkrieges – einem Zwist zweier Adelshäuser, dem der Lancaster und dem der York – um den Königsthron.

Anlass für den Streit um den Thron im direkten Sinne war die offenbare Geisteskrankheit und politische Schwäche des Königs, außerdem gab es Gerüchte, Margaretes Sohn Edward sei dem König untergeschoben; indirekt und als lange gärende Motivation ist es wichtig zu wissen, dass Heinrichs Großvater, Heinrich IV., 1399 als erster König aus dem Hause Lancaster den Thron besetzte, obwohl ein anderer Anwärter, Edmund Mortimer, 5. Earl of March, das gleiche oder sogar mehr Anrecht darauf gehabt hätte. Edmunds Neffe und Erbe, Richard Plantagenet, war Duke of York und begründete seinen Anspruch auf den englischen Thron zu einem Zeitpunkt, als König Heinrich VI. sowohl politisch durch Niederlagen im Krieg gegen Frankreich und vertraglich festgelegte Verluste auf dem französischen Festland wie auch durch seine angegriffene psychische Gesundheit besonders angreifbar war.

Margarete von Anjou ergriff die Regierung und die militärische Leitung, als ihr Ehemann dazu nicht in der Lage war, um seinen Thron, und damit den Anspruch ihres Sohnes darauf, zu bewahren. Zunächst errang sie einige Siege, bei denen unter anderem der erste Anführer Richard Plantagenet fiel und sein Verbündeter Richard Neville unterlag. Es gelang ihr jedoch nicht, Plantagenets Sohn Eduard vom Thron zu stoßen und den ihren darauf zu setzen. Sie floh mit ihm über Schottland nach Frankreich und erhielt da unter Verzicht auf englisches Territorium auf dem Festland militärische Unterstützung; vollends ihr Ziel erreichen konnte sie allerdings erst, nachdem sie sich mit Richard Neville (Earl von Warwick, dem „Königsmacher“) aussöhnte, der Eduard vom Thron verdrängte und ihren Mann Heinrich wieder darauf setzte. In einer vorletzten Schlacht wurde jedoch Warwick getötet, in der letzten Schlacht schließlich starb ihr Sohn Edward und sie wurde gefangen genommen. Kurz darauf starb ihr Mann im Tower, sie selbst wurde nach Fürsprache durch den französischen König aus der Gefangenschaft entlassen und durfte nach Frankreich exilieren, wo sie als verarmte Verwandte des Regenten verstarb.

(Wem jetzt der Kopf schwirrt, der sei getröstet: Um diesen kurzen Text zu verfassen, habe ich versucht, sämtliche verlinkte Texte im Scan-Modus zu überfliegen. Ohne Erdnussbutterbrötchen ein Ding der Unmöglichkeit.)

Margarete von Anjou war eine Person, die Bildung befürwortete, weshalb sie das Queen’s College in Cambridge gründete.

Bild: Public Domain

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Von 219 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 14 (inklusive Margarete von Anjou) Frauen:
25.3.1347 Katharina von Siena
25.3.1408 Agnes von Baden
25.3.1567 Anna Margarete von Braunschweig-Harburg
24.3.1613 Antonia von Württemberg
24.3.1628 Sophie Amalie von Braunschweig-Calenberg
22.3.1736 Eva König
21.3.1745 Marianne von der Leyen
25.3.1749 Johanne Friederike Lohmann
24.3.1756 Franziska Lebrun
24.3.1768 Gabriele von Baumberg
27.3.1770 Sophie Mereau
24.3.1775 Pauline Auzou
25.3.1782 Caroline Bonaparte

KW 11/2016: Caroline Herschel, 16. März 1750

Caroline Herschel

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Der Lebensweg von Caroline Herschel ist wunderbar gewunden und eng an die Männer in ihrem Leben geknüpft. Die Mutter legte Wert auf ihre Ausbildung im Haushalt, der Vater bot die musikalische Ausbildung und Karriere. Die Musik und Mathematik sowie die Astronomie waren die Bildungsangebote ihres Vaters, auf die sie sich stürzte, um den ungeliebten Handarbeiten und traditionellen weiblichen Aufgaben im Haus zu entkommen. Als ihr Bruder Friedrich Wilhem als Organist und Konzertleiter nach England ging, folgte sie ihm als Haushälterin, um dann zunächst eine Karriere als Sängerin zu beginnen. Sie war sogar so erfolgreich, dass sie sich von ihrem Bruder unabhängig hätte machen können; ihre enge geschwisterliche Beziehung sowie die gemeinsame Leidenschaft Astronomie, der sie beide frönten, ließen sie jedoch Angebote für ein eigenständiges Engagement ablehnen. Wenn sie nicht sang oder den Haushalt führte, stellte Caroline Teleskope her und wartete die bereits betriebenen – bis ihr Bruder eher zufällig den Planeten Uranus entdeckte.
Als Entdecker eines neuen Planeten wurde aus dem Organist und Konzertleiter Friedrich Wilhelm Herschel ein königlicher Astronom, und aus Caroline seine Assistentin. Sie gab das Singen ganz auf und widmete sich unter den Fittichen ihres Bruders ganz der Sternenkunde. Sie unterstütze ihn nicht nur in der Ordnung, Datenaufnahme und -sortierung, der Kartierung und Katalogisierung, sie selbst beobachtete und durchforschte den Nachthimmel und machte dabei einige eigene Entdeckungen. Diese wurden in der Liste ihres Bruders mit ihrem Kürzel (CH) versehen: hier kann man eine ausführliche, kommentierte Liste der von ihr gefundenen Sternenhaufen, Galaxien und Nebel finden.
Nachdem ihr Bruder 1822 gestorben war, kehrte sie in ihre Heimat Hannover zurück, wo sie bis zu ihrem Tod 1848 lebte, forschte und ihrem Neffen John half, die Arbeit seines Vaters fortzusetzen. Sie wurde in ihren späten Jahren als einflussreiche Größe in der Astronomie von ihren Kollegen anerkannt und verehrt, erhielt die Goldmedaillen der Royal Astronomical Society und der Preußischen Akademie der Wissenschaften und wurde zum Mitgleid der Königlichen Irischen Akademie der Wissenschaft ernannt.

Bild: Von Ölgemälde: Melchior Gommar Tieleman; Foto des gemeinfreien Gemäldes: unbekannt – Michael Hoskin: Discoverers of the Universe: William and Caroline Herschel, Gemeinfrei

Weil sie so schön sind, hier Bilder zweier von ihr entdeckten Galaxien und eines Nebels:

NGC 253

NGC 253

Bild: Von NASA, ESA, J. Dalcanton and B. Williams (University of Washington), T.A. Rector/University of Alaska Anchorage, T. Abbott and NOAO/AURA/NSF –  direct link, CC BY 3.0

NGC 7380

NGC 7380

Bild: Von Hewholooks – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

NGC 891

N891s

Bild: Von Credit Line and Copyright Adam Block/Mount Lemmon SkyCenter/University of Arizona, CC BY-SA 3.0 us

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Von 178 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 18 (inklusive Caroline Herschel) Frauen:

14.3.1478 Anastasia von Brandenburg
18.3.1496 Mary Tudor (Frankreich)
16.3.1596 Ebba Brahe
18.3.1598 Anna Sophia von Brandenburg
19.3.1647 Anna Elisabeth von Anhalt-Bernburg
18.3.1654/55 Catharina Charlotta De La Gardie
16.3.1687 Sophie Dorothea von Hannover
17.3.1714 Anna Charlotte von Lothringen
16.3.1729 Maria Luise Albertine zu Leiningen-Dagsburg-Falkenburg
15.3.1737 Amarindra
17.3.1754 Madame Roland
15.3.1768 Maria Anna Czartoryska
17.3.1782 Sophie von Kühn
14.3.1788 Lulu von Thürheim
20.3.1791 Marie Ellenrieder
15.3.1792 Virginie Ancelot
16.3.1799 Anna Atkins

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