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sissi am strand

Kaiserin Elisabeth mit Nordsee-Blick
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09/2018

2. September 1838: Lili’uokalani

Die erste, einzige und letzte Königin Hawai’is wurde unter dem Namen Lili’u Loloku Walania Kamaka’eha geboren. Ihr Name bezieht sich wie alle hawaiianischen Namen auf ein Ereignis, das bei ihrer Geburt stattfand: Da die damalige Königin von Hawai’i, Kīna’u, zur Zeit der Geburt eine Augeninfektion hatte, wurde das Kind von ihr Brennen (Lili’u) Tränend (Loloku) brennender Schmerz (Walania) wunde Augen (Kamaka’eha) genannt. Wie ebenfalls in der hawaiianischen Kultur üblich, wurde die Tochter des Chief und Patriarchen des Hauses Kalākaua und seiner Frau direkt nach der Geburt von Freunden ihrer Eltern adoptiert, nämlich dem Chief Abner Pākī und Laura Kōnia, einer Verwandten des regierenden Königs Kamehameha III. ‚Ohana, das hawaiianische Wort für Familie, umschließt nicht nur die leiblichen Verwandten, sondern auch Wahlverwandtschaft und Adoptivfamilie; durch ausgeprägte Austauschen von Kindern, hana’i, schon im Säuglingsalter entstanden so enge Bindungen auch zwischen genetisch nicht verwandten Familien.

Während ihrer Schulzeit lebte sie im Haus des hawaiianischen Königs Kamehameha IV und dessen Frau. Sie war mit 19 Jahren für einige Zeit verlobt mit dem späteren, vom hawaiianischen Adel gewählten König Lunalilo, löste diese Verlobung jedoch wieder und heiratete mit 24 Jahren einen kroatischstämmigen Amerikaner. Ihr ehemaliger Verlobter Lunalilo starb bereits ein Jahr nach seiner Thronbesteigung und Lili’us Bruder Kalākaua wurde als sein Nachfolger bestimmt. Als dieser 19 Jahre später starb, wurde Lili’u mit 53 Jahren wiederum durch Erbrecht Königin von Hawai’i. Zu diesem Zeitpunk wählte sie den offiziellen Namen Lli’uokalani, „brennender Schmerz der königlichen Familie“.

Schon lange Zeit vor ihrer Regentschaft hatten sich die auf Hawai’i lebenden amerikanischen Besitzer von Bananenplantagen in die Politik des Inselstaates eingemischt, im wirtschaftlichen Interesse ihres Heimatlandes. Unter anderem Sanford Dole*, ein Jurist und Politiker ohne hawaiianische Wurzeln (er stammte von amerikanischen Missionaren ab), hatte 1887 mit der Unterstützung einer rein kaukasischen Militäreinheit auf Hawai’i, den Honolulu Rifles, einen Umsturz der hawaiianischen Monarchie herbeigeführt. Dieser Putsch endete damit, dass Kalākaua unter dem Druck angedeuteter Bedrohungen auf sein Leben eine Konstitution unterzeichnete, die die indigene Bevölkerung massiv benachteiligte: Die politische Macht des hawaiianischen Königshauses wurde zugunsten des Kabinetts eingeschränkt, Wahlrecht hatten nur noch Männer, die des Lesens mächtig waren – also auch dies hauptsächlich die Nachfahren der kaukasischen Einwanderer – oder war an ein Mindestmaß an Wohlhaben und Einkommen geknüpft, was die Ureinwohner zum größten Teil von politischer Teilhabe ausschloss. Diese kolonialistisch wirkende Verfassung wird die Bayonet Constitution genannt, da sie unter Waffengewalt eingerichtet wurde.

Lili’uokalani versuchte in ihrer zweijährigen Amstzeit, der ursprünglichen hawaiianischen Monarchie – und der  indigenen Bevölkerung – wieder mehr Macht und Mitbestimmung zu verschaffen. Als sie schließlich 1893 mit einer neuen Verfassung die Politik des Landes wieder in die Hände der Ureinwohner bringen wollte, gründeten die amerikanischen Plantagenbesitzer, unter ihnen Dole, das „Komitee für öffentliche Sicherheit“, auf dessen Betreiben hin US-Marines auf Hawai’i landeten und die Königin unter Hausarrest stellten. Im Folgejahr riefen die US-Besatzer die Republik Hawai’i aus, mit Dole als Präsident; nachdem 1895 einige indigene Royalisten eine Rebellion versucht hatten und inhaftiert worden waren, dankte Lili’uokalani zugunsten deren Freilassung offiziell ab. Es war ihr erlaubt, für die Sache ihres Landes und ihres Volkes vor dem US-Senat zu sprechen, jedoch ohne Erfolg. Im Zuge des Spanisch-Amerikanischen Krieges wurde Hawai’i wegen seiner strategischen Lage von den USA als „Hawai’i-Territorium“ annektiert.

Für die verbleibenden 19 Jahre ihres Lebens erhielt Lili’uokalani eine Rente und lebte im Haus ihres Schwiegervaters auf Honolulu, wo sie 79jährig an einem Schlaganfall verstarb.

Lili’uokalanai komponierte über 100 Lieder, das bekannteste davon: Aloah `Oe

*Die Dole Food Company verkauft heute noch immer Bananen.

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10. September 1922: Yma Sumac

Als Zolia Augusta Emperatriz Chavarri del Castillo geboren, gab sich die peruanische Folkloresängerin den Quechua-Künstlernamen Yma Sumac (ima sumaq: wie schön). Ihre Stimme umfasste an die fünf Oktaven (normales Register professioneller Sänger*innen: drei Oktaven), vom Bariton bis ins hohe Pfeifenregister. Sie begann ihre Karriere mit 20 Jahren im peruanischen Radio. Im gleichen Jahr, 1942, heiratete sie Moisés Vivanco, mit welchem sie und ihr Cousin die Folkloregruppe Imma Sumack and the Conjunto Folklorico Peruano gründeten. Vier Jahre später ging das Trio nach New York, konnte dort jedoch zunächst keine nennenswerten Erfolge verbuchen. 1949 gebar sie einen Sohn und ein Jahr später erhielt sie schließlich, unter dem letztgültigen Künstlernamen Yma Sumac, einen Plattenvertrag bei Capitol Records. Dort nahm mit dem Album Voice of the Xtabay ihre Karriere Fahrt auf, sie gab zahlreiche Konzerte in London und Paris und absolvierte weltweite Tourneen.

1955 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin. Sie betätigte sich auch als Schauspielern, unter anderem 1957 im Film Das Geheimnis der Inkas neben Charlton Heston, nachdem sie sich als Star in der Musikszene etabliert hatte. Ihre Ehe zu Vivanco wurde geschieden, neu geschlossen und wieder geschieden, zwischendurch gingen die beiden mit einer gemeinsamen Band auf fünfjährige Welttournee.

Sumac blieb für den Rest ihres Lebens musikalisch aktiv, ihre umfangreiche Stimme und die markant folkloristischen Stücke finden sich auch heute noch regelmäßig in der Popkultur. 83jährig erhielt sie den Orden del Sol vom peruanischen Staat. 2008 starb sie 85jährig in Los Angeles.

 

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15. September 1977: Chimamanda Ngozi Adichie

Adichie wurde als fünftes von sechs Kindern eines nigerianischen Mathematikprofessors und der ersten weiblichen Registratorin an der Universität von Nigeria geboren. Sie begann ein Medizin- und Pharmaziestudium in Nsukka, an der Universität ihrer Eltern, arbeitete zu dieser Zeit aber bereits als Redakteurin eines Magazins. Mit 19 Jahren ging sie für das Studium der Kommunikations- und Politikwissenschaften in die USA, zunächst in Philadelphia, später in Willimantic, Connecticut, wo sie ihrer Schwester näher war, die in Coventry als Ärztin arbeitete.

Als Afrikanerin in Afrika aufgewachsen, war es ihr fremd, aufgrund ihrer Hautfarbe anders behandelt und beurteilt zu werden. Diese Erfahrung machte sie nun in den USA, wo z. B. ihre Zimmergenossin im Wohnheim sich wunderte, wie gut Adichie Englisch sprach und dass sie keine afrikanische Volksmusik hörte. Nachdem Adichie einen Master-Abschluss in Kreativem Schreiben gemacht hatte, begann sie zu schreiben und unter anderem diese Erfahrungen darin zu verarbeiten.

Seit 2002 hat Adichie mehrere Romane, Kurzgeschichten und Essays geschrieben und unzählige Nominierungen und Preise erhalten. Bekannt wurde sie einerseits mit ihrem TEDTalk „The danger of a single story (englischer YouTube-Clip), worin sie über die Gefahr spricht, andere Menschen und Kulturen nur über den einen Aspekt ihrer Geschichte zu verstehen, sich nur aufgrund dieses Aspekts sich ein Bild vom ganzen Menschen oder der ganzen Kultur zu machen. Sie parallelisiert ihre eigene Erfahrung mit der Wahrnehmung des afrikanischen Kontinents in der restlichen Welt: Ihre Familie hatte einen Pagen, von dem sie in ihrer Kindheit nur wusste, dass er und seine Familie arm waren. Das war das Bild, das sie sich von ihnen machte; als ihre Familie einmal den Pagen und seine Familie in dessen Heimat besuchten, war sie daher überrascht festzustellen, dass die Familie Körbe flocht – also etwas herstellte, nicht „nur“ arm, also passiv und arm war. Ebenso ergeht es dem afrikanischen Kontinent und Afrikanern in der Wahrnehmung der restlichen Welt: Der Gedanke an Afrika ist so eng verbunden mit den Bildern von hungernden Menschen, dass es oftmals für Überraschung sorgt, wenn sich herausstellt, dass Menschen in Afrika nicht alle arm sind – und die, die es sind, nicht nur arm sind –, sondern auch eine moderne Kultur pflegen und auch den Kulturen anderer Länder folgen können.

Ein anderer TEDTalk von ihr ist „Why we should all be feminists“ (englischer YouTube-Clip), in dem sie über ihre Erfahrung speziell als afrikanische Feministin spricht.

Adichie lebt in Nigeria und den Vereinigten Staaten, wo sie Kreatives Schreiben unterrichtet. Sie ist verheiratet und hat eine Tochter, und hält Ehrendoktortitel an zwei Universitäten.

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21. September 1902: Toyen

Die tschechische surrealistische Künstlerin studierte zunächst bis 1920 in Prag und ging dann nach Paris, wo sie mit Jindrich Štyrsky einen Vorläufer der Informel-Stilrichtung schuf, den Artifizialismus. Sie zeichnete und malte oft erotische Motive; nachdem sie André Breton und den Surrealismus kennenlernte, gründete sie mit anderen tschechischen Künstlern die Tschechische Surrealisten Gruppe.

Während des Zweiten Weltkrieges galt ihre Kunst als „entartet“ und sie lebte im Untergrund, wobei sie ihrem jüdischen Partner auch Unterschlupf gewährte. Die beiden gingen 1947 gemeinsam nach Paris. Dort lebte sie bis 1980.

Toyen wurde als Frau geboren, würde sich heute jedoch wahrscheinlich als non-binär (enby) identifizieren, da sie sich nicht in binäre Genderrollen einfügte und sich auch mit männlichen Pronomen ansprechen ließ.

Toyen Google-Ergebnisse

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25. September 1799: Luisa Cáceres de Arismendi

Die venezolanische Volksheldin wurde als Tochter eines kanarisch-stämmigen Intellektuellen in Caracas geboren. Während ihrer Kindheit usurpierte Napoleon Spanien und setzte seinen Bruder als König ein. Das spanische Volk im Land und in den Kolonien rebellierte; in Venezuela sahen die Kolonisten die Schwächung des Heimatstaats als Chance, ihre Unabhängigkeit zu erringen.

In den folgenden Kämpfen um die Herrschaft in Venezuela geriet die Familie Cáceres in die Kriegswirren. Ihr Vater wurde von Royalisten ermordet, ihr Bruderschloss sich einer Befreiungsaktion inhafterter Freiheitskämpfer an, wurde festgenommen und exekutiert. General Juan Arismendi, einer der Führer der republikanischen Revolution, verliebte sich (39jährig) in die 15jährige und bot ihrer verbleibenden Familie Unterkunft und Verpflegung auf der Isla Margarita. Dort heirateten die beiden schließlich. Juan Arismendi wurde als vorläufiger Gouverneur der Isla Margarita eingesetzt, musste jedoch vor den spanischen Truppen in die Berge fliehen. Daraufhin wurde Luisa mit 16 Jahren inhaftiert, um ihren Mann aus seinem Versteck zu locken oder die zur Preisgabe seines Aufenthaltsortes zu zwingen.

Die junge Schwangere wurde unter übelsten Bedingungen gefangengehalten und misshandelt. Sie lag in einer dunklen Zelle bei schlechter Ernährung und bewegte sich möglichst wenig, um ihre Kerkerwärter nicht auf sich aufmerksam zu machen. Ein Priester erbarmte sich ihrer schließlich und brachte ihr Licht und bessere Nahrung. Mit 17 Jahren brachte sie in der Gefangenschaft ein Kind zur Welt, dass aufgrund ihrer schlechten Lage während der Schwangerschaft kurz nach der Geburt verstarb. Nichtsdestotrotz blieb Luisa standhafte venezolanische Freiheitskämpferin und verriet nicht, wo sich ihr Mann aufhielt.

Sie wurde nacheinander in zwei andere Gefängnisse verlegt, blieb jedoch über diese ganze Zeit abgeschnitten von ihrer Familie. Als die republikanische Armee schließlich die Oberhand in Venezuela gewann, ließen ihre spanischen Geiselnehmer sie nach Cadiz in Spanien senden. Auf der Seereise dorthin erlitt sie Schiffbruch und strandete auf den Azoren; Anfang des Jahres 1817 erreichte sie endlich Cadiz und wurde dem dortigen andalusischen General vorgeführt. Dieser stimmte den Bestimmungen seiner südamerikanischen Kollegen nicht zu und setzte Luisa nur unter Hausarrest, mit einer Pension und unter der Obhut eines Arztes und dessen Frau. Sie blieb dort etwas mehr als ein Jahr, während dessen sie sich weigerte, ein Dokument zu unterzeichnen, in dem sie ihre Loyalität gegenüber dem spanischen König erklären sollte.

1818 gelang ihr mit Hilfe zweier Freunde die Flucht über den Atlantik. So kam sie schließlich 1819 über Philadelphia wieder auf die Isla Margarita und wurde mit ihrem Mann wiedervereint. Sie lebte den Rest ihres Lebens in Caracas und bekam noch elf Kinder. Als Nationalheldin gefeiert, findet sich ihr Abbild seit 2008 auf dem 20-Bs-F-Schein.

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30. September 1890: Higashiyama Chieko

Die japanische Schauspielerin möchte ich erwähnen, weil sie eine Hauptrolle im bekanntesten Film des japanischen Regisseurs Yasujirō Ozu spielt: Die Reise nach Tokyo. Die japanische Filmkultur ist noch voller Wunder und Juwelen.

KW 12/2016: Margarete von Anjou, 23. März 1430

Margarete von Anjou

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Margarete von Anjou war als Ehefrau des Königs Heinrich VI. von England eine der Hauptakteure des englischen Rosenkrieges – einem Zwist zweier Adelshäuser, dem der Lancaster und dem der York – um den Königsthron.

Anlass für den Streit um den Thron im direkten Sinne war die offenbare Geisteskrankheit und politische Schwäche des Königs, außerdem gab es Gerüchte, Margaretes Sohn Edward sei dem König untergeschoben; indirekt und als lange gärende Motivation ist es wichtig zu wissen, dass Heinrichs Großvater, Heinrich IV., 1399 als erster König aus dem Hause Lancaster den Thron besetzte, obwohl ein anderer Anwärter, Edmund Mortimer, 5. Earl of March, das gleiche oder sogar mehr Anrecht darauf gehabt hätte. Edmunds Neffe und Erbe, Richard Plantagenet, war Duke of York und begründete seinen Anspruch auf den englischen Thron zu einem Zeitpunkt, als König Heinrich VI. sowohl politisch durch Niederlagen im Krieg gegen Frankreich und vertraglich festgelegte Verluste auf dem französischen Festland wie auch durch seine angegriffene psychische Gesundheit besonders angreifbar war.

Margarete von Anjou ergriff die Regierung und die militärische Leitung, als ihr Ehemann dazu nicht in der Lage war, um seinen Thron, und damit den Anspruch ihres Sohnes darauf, zu bewahren. Zunächst errang sie einige Siege, bei denen unter anderem der erste Anführer Richard Plantagenet fiel und sein Verbündeter Richard Neville unterlag. Es gelang ihr jedoch nicht, Plantagenets Sohn Eduard vom Thron zu stoßen und den ihren darauf zu setzen. Sie floh mit ihm über Schottland nach Frankreich und erhielt da unter Verzicht auf englisches Territorium auf dem Festland militärische Unterstützung; vollends ihr Ziel erreichen konnte sie allerdings erst, nachdem sie sich mit Richard Neville (Earl von Warwick, dem „Königsmacher“) aussöhnte, der Eduard vom Thron verdrängte und ihren Mann Heinrich wieder darauf setzte. In einer vorletzten Schlacht wurde jedoch Warwick getötet, in der letzten Schlacht schließlich starb ihr Sohn Edward und sie wurde gefangen genommen. Kurz darauf starb ihr Mann im Tower, sie selbst wurde nach Fürsprache durch den französischen König aus der Gefangenschaft entlassen und durfte nach Frankreich exilieren, wo sie als verarmte Verwandte des Regenten verstarb.

(Wem jetzt der Kopf schwirrt, der sei getröstet: Um diesen kurzen Text zu verfassen, habe ich versucht, sämtliche verlinkte Texte im Scan-Modus zu überfliegen. Ohne Erdnussbutterbrötchen ein Ding der Unmöglichkeit.)

Margarete von Anjou war eine Person, die Bildung befürwortete, weshalb sie das Queen’s College in Cambridge gründete.

Bild: Public Domain

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Von 219 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 14 (inklusive Margarete von Anjou) Frauen:
25.3.1347 Katharina von Siena
25.3.1408 Agnes von Baden
25.3.1567 Anna Margarete von Braunschweig-Harburg
24.3.1613 Antonia von Württemberg
24.3.1628 Sophie Amalie von Braunschweig-Calenberg
22.3.1736 Eva König
21.3.1745 Marianne von der Leyen
25.3.1749 Johanne Friederike Lohmann
24.3.1756 Franziska Lebrun
24.3.1768 Gabriele von Baumberg
27.3.1770 Sophie Mereau
24.3.1775 Pauline Auzou
25.3.1782 Caroline Bonaparte

KW 2/2016: Jakobe von Baden-Baden, 16. Januar 1558

Jakobe von Baden-BadenWiki deutsch Wiki englisch

Als in protestantischem Hause geborene, aber katholisch erzogene Waise wurde Jakobe von Baden mit 27 in eine politisch motivierte Ehe mit Johann Wilhelm von Jülich-Kleve-Berg gedrängt – einem an psychischen Erkrankungen leidenden, wahrscheinlich impotenten Sohn Wilhems V. von Jülich-Kleve, der nur durch den Tod seines älteren Bruders zum Thronfolger wurde und vom ebenfalls an Paranoia und/oder Altersstarrsinn leidenden Vater verabscheut und vernachlässigt wurde. Ihre zum Scheitern verurteile Verbindung wurde in der Güligschen Hochzeit inmitten des Truchsessischen Krieges ausufernd gefeiert.

Im Moment des Regentschaftsantritts sieben Jahre später war Johann Wilhelm bereits in seiner Tobsucht und Melancholie soweit fortgeschritten, dass er von Jakobe inhaftiert gehalten wurde. Sie selbst kam in ihrer Regentschaft aufgrund ihrer Herkunft auch nicht zu einer Entscheidung für eine der Konfessionen, außerdem nahm sie sich in Amtmann Dietrich von Hall zu Ophoven einen jüngeren Liebhaber aus niedrigem Stand; dass sie noch dazu dem Regenten keinen Nachfolger gebar, lag höchstwahrscheinlich an ihrem Gatten, der auch mit ihrer Nachfolgerin trotz ausführlicher Exorzismen (!) keine Kinder zeugte.

Die Summe der Enttäuschungen, die Jakobe von Baden für die Erwartungen der Familie und der Kirche darstellte, führte zu ihrer Inhaftierung im Turm des Düsseldorfer Schlosses. Als der Versuch erfolglos blieb, ihr vor dem Kaiser den Prozess zu machen, wurde sie – wohl auf Betreiben ihrer Schwägerin Sybille – der Beweislage nach erdrosselt.

Als „Weiße Frau“ soll sie noch heute im Düsseldorfer Schlossturm spuken.

Bild: By Ernst Karl Gottlieb Thelott – ZVAB.com, Public Domain

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Von 249 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 15 (inklusive Jakobe von Baden) Frauen:
14.01.1273 Johanna I.
15.01.1449 Katherina von Baden
14.01.1507 Katharina von Kastilien
13.01.1610 Maria Anna von Österreich
16.01.1622 Anna Margareta Wrangel
13.01.1672 Lucia Filippini
15.01.1714 Sidonia Hedwig Zäunemann
14.01.1751 Corona Schröter
11.01.1753 Charlotte Buff
12.01.1760 Friederike Bethmann-Unzelmann
14.01.1767 Maria Theresia von Österreich
14.01.1773 Catherine Pakeham
11.01.1778 Henriette Jügel
11.01.1793 Johanna Stegen

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