hinweis auf ein theaterprojekt in der schwankhalle bremen, zum thema gender – biographie – karriere.
hinweis auf ein theaterprojekt in der schwankhalle bremen, zum thema gender – biographie – karriere.
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„Mein Ziel: Kopiere nie. Schaffe einen neuen Stil, helle leuchtende Farben, und spüre in deinen Modellen die Eleganz auf.“ Zitiert nach den Erinnerungen ihrer Tochter Kizette. (Quelle: Wikipedia)

eine andere bloggerin hat ein paar bilder von ihr zusammengetragen und kommentiert, da spare ich mir die arbeit und reiche den stab weiter.
aus gegebenem anlass – leider etwas spät: noch bis zum 17. Mai zeigt des NRW-Forum Düsseldorf die ausstellung „Bettina Rheims: Genderstudies“, fotoausstellung mit klanginstallation.
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In Betrachtung der Werke der finnischen Künstlerin würde ich sagen, sie stellt die Möglichkeit von Perfektion in Frage, und ganz sicher die Erwartungshaltung an das Weibliche.
Sie zeigt gnadenlos die Verzerrung des Fleisches in der Fliehkraft und vereint das Opfer Rotkäppchen mit dem Täter Wolf, lässt weibliches und männliches Prinzip miteinander ringen und bringt das Dämonische ins Unschuldige. Völlig offene Videokunst, umso faszinierender.
Ein nicht ganz einzusehendes Archiv ihrer Werke ist auf der Seite AV-arkki zu finden und sie hat eine eigene Website mit beeindruckendem CV.
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Eigentlich wollte ich Vivienne Westwood nicht als Frau/Geburtstagskind der Woche auswählen – wegen Schuhen wie diesen hier…
…weil mit denen solche Sachen passieren können:
…und highheels ja generell eins der übelsten chauvinistischen Instrumente der Unterdrückung sind, die perfiderweise auch noch von Frauen selber perpetuiert werden…
…wenn man sie aber nicht als Modedesignerin sieht – also davon ausgeht, dass die von ihr designte Kleidung zum Tragen von echten Personen gedacht ist -, sondern als Künstlerin, deren Ausdrucksmittel Kleidungsstücke sind, dann darf man die Grand Dame der britischen Modewelt ruhig diese Woche feiern und ein paar Bilder zeigen. Zu diesem Zwecke also nur der Link zu ihren Werken im Victoria&Albert, the world’s greatest museum of art&design.

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Alice Austens Karriere als eine der ersten amerikanischen Fotografinnen begann, als sie zehn Jahre alt war und ihr Onkel ihr einen Fotoapparat überließ. Da sie sich sowohl die Handhabung des Apparates wie die Entwicklung der Bilder in der Dunkelkammer wie auch die Wahl ihrer Motive selbst erarbeitete, war sie in der Fotografie eine self-made woman und als solche frei von künstlerischen und künstlichen Einflüssen, Erwartungen und Restriktionen.
Sie gehört zu den Pionieren der dokumentarischen Fotografie und in ihren Bildern, die nicht im Studio entstanden, sondern ihre Lebenswelt zum Inhalt hatten, ist diese Freiheit spürbar. Wenige Zeitdokumente der letzten Jahrhundertwende transportieren solche Unbekümmertheit und Natürlichkeit wie die Alice Austens.
Besonders die Fotos, die sie von sich und ihren Freundinnen machte, dem Darned Club, vermitteln ein Gefühl von Unbeschwertheit, vor allem aber unbeschwerter Emanzipation. Wenn die Frauen lachend in Männerkleidung und Männerhabitus posieren oder in Unterwäsche ganz selbstverständlich ihre Weiblichkeit zelebrieren, könnte man glauben, es gab keine schönere Zeit, eine emanzipierte Frau zu sein als das frühe 20. Jahrhundert: Bevor die Frauenbewegung sich in tausende Splittergruppen spaltete, die sich gegenseitig vorwerfen, die falschen Ziele zu haben und den Kampf für die Sache zu unterminieren.
Es gibt eine offizielle Alice Austen Website und einen ausführlichen und einsichtigen Artikel über sie auf femmes fatale.

Bild: Gemeinfrei
Die dunkle, kleine Person mit der merkwürdigen Stimme und den schwarzen Augen, die aus der Gosse kam, begann mit der Verkörperung der Camille in Pierre Corneilles Horace 1838 ihren steilen Aufstieg an den französischen Theaterhimmel. Die großen Geister ihrer Zeit überschlugen sich mit Lobhudeleien, sie bereiste Europa, Russland und Amerika und war alles im allem die Ikone ihrer Tage.
Mit ihrer eher realistischen, reduzierten Darstellungstechnik veränderte sie damals das Selbstverständnis der Theaterwelt. In einer Zeit des Aufruhrs war sie eine aus der niedrigsten Schicht in die gehobene Gesellschaft Aufgestiegene; auch deshalb wahrscheinlich höchst beliebt beim Volk. Das Zusammentreffen der politischen Umstände mit der Annäherung der darstellenden Kunst an die Wirklichkeit weckt Assoziationen zum italienischen Neorealismus im Film der 1940er-Jahre.
Kleine Abschweifung
Solche wiederkehrenden Muster in der Geschichte finde ich faszinierend. In der französischen Februarrevolution ging es um die Erhaltung der Republik, basierend auf einer starken Arbeiter- und Bürgerschicht, versus die Rückkehr zur Monarchie. Im Italien der 1940er-Jahre ging es um Marxismus, also auch die Interessen der Arbeiter, versus Faschismus, also die Interessen einer herrschenden Elite. Sicher beeinflussten die politischen Umstände nicht unmittelbar Mademoiselle Rachels Darstellungsweise – aber führten doch dazu, dass diese im Gegensatz zum vorherrschenden Pathos und der Neigung zum Goutrieren (?) erfolgreich war und vom Publikum bevorzugt und gefeiert wurde. Auch veränderte sich in der französischen Februarrevolution das Material möglicherweise nicht so deutlich, das im Theater dargeboten wurde*, während sich im italienischen Film der 1940er auch in den Topoi die Hinwendung zum Realismus manifestierte. Mademoiselle Rachel und dem italienischen Neorealismus ist jedenfalls im Gesamtbild gemein: eine Abkehr von Blenderei mit großartigen Gesten und Effekten, Pathos und Monumental-Willen, eine Hinwendung zum Klaren, Schlichten, Reduzierten, auch: Echteren, mit der Lebenswelt des Massenpublikums Vereinbaren.
* Hier fehlt es mir an Information, wie stark Klassiker dominierten und wie sehr auch die Themen der neuen Stücke sich mit den politischen Umwälzungen veränderten. Allerdings sagt mein gefährliches Halbwissen, dass die französische Revolution von 1789 auch mit der Kunst-Epoche der Aufklärung einherging. Eine ähnliche kulturelle Entwicklung im Zusammenhang mit dieser Revolution zu vermuten, liegt also nah.
Ende der Abschweifung
Mehr als für ihre Bedeutung in der Kunst ist sie für mich aber als Frau interessant. Nicht nur, dass sie nach gängigen Maßstäben nicht wirklich schön war, aber durch ihre Haltung, ihre Stimme und ihren Ausdruck faszinierte. Sie war ein Mädchen aus der Unterschicht und blieb selbst in ihren erfolgreichsten Zeiten frei von der Moralbeflissenheit des Adels und der Oberschicht. Sie blieb unverheiratet, hatte viele Affären – unter anderem mit sage und schreibe drei (!) Männern aus der Napoleon-Familie – und brachte zwei uneheliche Söhne zur Welt. Vom Vater ihres ersten Sohnes gerügt ob ihrer Untreue, äußerte sie die Worte, die nicht nur mein Lieblingszitat sein dürften: „Ich bin was ich bin; ich schätze die Mieter mehr als die Besitzer.“ („I am what I am; I prefer renters to owners.“)
Es gibt nicht viel zu finden über diese vielseitige Frau; dieser eine Text auf authorama.com über sie macht jedoch einiges wett – abgesehen von einer liebevollen Unsachlichkeit (im Vergleich zu den Wikipedia-Texten) füllt er das Bild der Mademoiselle Rachel auf mit charmanten Anekdoten und der mitfühlenden Analyse ihres Charakters und ihrer einzigen wirklichen Liebesgeschichte zum unehelichen Sohn Napoleon Bonapartes.
PS.: Von ganz persönlichem Interesse ist die Tatsache, dass es eine Strickmaschine gibt, die nach ihr benannt sein soll. Die Raschelmaschine.
Bild Mademoiselle Rachel: Von Josef Kriehuber – Eigenes Foto einer Originallithographie aus eigenem Besitz., Gemeinfrei
Bild Raschelmaschine: By Josef Worm – Die Wirkerei und Strickerei (Max Jänecke Verlag, Leipzig, 1920), CC0
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Mit den Feiertagen am Ende des Jahres 2011 und einer echten Grippe habe ich leider etwas Zeit verloren, die ich aber einholen kann, indem ich die Bilder der Frau der Woche für sich selbst sprechen lasse.


