Kategorie: Frauenrechte

11/2017: Emilie Kempin-Spyri, 18.3.1853

Emilie Kempin-Spyri

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Als die Nichte der Heidi-Autorin Johanna Spyri im Jahr 1887 als erste Frau in der Schweiz zur Doktorin der Rechte promovierte, galten Frauen dort leider noch nicht als Bürger – der Begriff „Schweizer“, der die Inhaber von Aktivbürgerrechten beschrieb, meinte nur die Männer. Emilie Kempin-Spyris Vorschlag, dass das generische Maskulinum auch die weibliche Bevölkerung umfassen sollte, wurde als „ebenso neu wie kühn“ abgelehnt. Sie konnte also in ihrer Heimat weder als Anwältin praktizieren noch an der Universität dozieren, daher wanderte sie nach New York aus. Dort arbeitete sie nicht nur als Anwältin, sondern gründete auch eine Rechtsschule für Frauen.

Ihr Mann litt jedoch unter starkem Heimweh und kehrte mit den gemeinsamen Kindern nach Zürich zurück, Emilie folgte ihm bald darauf. Sie konnte aber in der Kanzlei ihres Mannes nur beratend tätig sein, sie stellte also erneut ein Habilitationsgesuch an die Universität. Es wurde ihr daraufhin lediglich gestattet, einige Stunden in der Woche zu unterrichten, gegen ein so geringes Gehalt, dass es nicht zum Leben reichen konnte. Unter diesen Umständen und aufgrund der scheiternden Ehe schrieb sie sich zunächst als Hörerin an der Berliner Friedrich-Wilhelm-Universität ein, nach einigen Jahren zog sie ganz nach Berlin und unterrichtete dort. Kurz darauf allerdings musste sie den ständigen Kampf um die Anerkennung als Juristin ganz aufgeben; sie wurde in eine Heilanstalt eingewiesen und später entmündigt. Mit 48 Jahren starb sie verarmt in einer psychiatrischen Anstalt an Gebärmutterkrebs.

Immerhin führten ihre Bemühungen dazu, dass noch zu ihren Lebzeiten in Zürich das Anwaltsgesetz hinsichtlich der Arbeitsrechte für Frauen reformiert wurde – sie hatte selbst nichts mehr davon und erst im Jahr 1923 war diese Reformation bundesweit umgesetzt.

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When the niece of Heidi-author Johanna Spyri graduated as the first woman in Switzerland to be a doctor of law, unfortunately women did not count as citizens there yet – the words „Swiss citizen“, describing the proprietors of active citizen’s rights, only meant „men“. Emilie Kempin Spyri’s proposal that the generic masculinum (masculine versions of words referring to persons of all genders) should include women was rejected as „as novel as audacious“. She therefore could neither practice as a lawyer nor teach at university, so she emigratd to New York. There she not only worked as a lawyer but founded a law school for women.

Her husband though suffered from severe homesickness and returned to Zurich with their kids, Emilie followed him soon after. Alas, in his law firm she could only function as a councellor, so she petitioned for habilitation at the university again. She was then only allowed to teach a few hours per week, for a salary that was less than a living. Under these circumstances and with her marriage failing, she enrolled at Friedrich-Wilhelm-University in Berlin as a student at first, a few years later she moved to Berlin completely to teach there. Shortly after she had to give up her constant struggle for acceptance as a lawyer; she was committed to a sanatorium and later placed under disability. At 48 years old she died, impoverished in a psychiatric institute, of uterine cancer.

At least her efforts led to a reform of the attorney’s statute in Zurich during her lifetime in regards of women’s right to work – she did not profit of that herself and it was only in 1923 that this reform was carried out in the whole of Switzerland.

Emilie Kempin-Spyri – film

Bild: Von Unbekannt, Gemeinfrei

a day without a woman

wer seine solidarität mit den frauen in den USA bzw. mit allen frauen der welt und ihrer noch immer benachteiligten lage in vielen aspekten des lebens zeigen möchte, kann am mittwoch, den 8. märz, am Day Without A Woman mitmachen. nicht arbeiten, nicht einkaufen oder wenn, dann bei lokalen, von frauen geführten kleinunternehmen, oder als zeichen der gedanklichen teilnahme, etwas rotes tragen.
ich werde nach möglichkeit alles drei tun.

08/2017: Lydia Becker, 24.2.1827

Lydia BeckerEnglish below
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Die englische Nachfahrin deutscher Einwanderer (ihr Großvater war Thüringer) in England pflegte im privaten Unterricht zu Hause ihre Leidenschaft für die Biologie und Astronomie. Sie veröffentlichte mit 37 Jahren ein Buch, „Botanik für Anfänger“, und stand in regem Kontakt mit Charles Darwin. Erste Schritte in die Suffragetten-Bewegung machte sie bereits mit der Gründung einer Ladies‘ Literary Society in Manchester; auch an ihrem besonderen Interesse an zwei- oder wechselgeschlechtlichen Pflanzen lässt sich ihre Haltung zur „natürlichen Rangordnung der Geschlechter“ erkennen.

1866 begann sie sich nach einer Versammlung der National Association for the Advancement of Social Science für die Erringung des Stimmrechts der Frauen zu begeistern. Mit der Gründung des Committees „Manchester National Society for Women’s Suffrage“ war sie eine der ersten, die die politische Frauenbewegung in Gang setzte. Einige Monate später wusste sie einen administrativen Fehler für ihre Ziele zu nutzen: eine verwitwete Ladeninhaberin war fälschlicherweise im Wählerregister eingetragen worden. Becker holte die Dame ab und begleitete sie zur Wahlstation, wo der eingetragenen Wählerin die Stimmabgabe gestattet wurde. Aus diesem Fall wusste Becker ein Exempel zu statuieren, sie begann damit den Kampf um das Frauenwahlrecht, wenn auch zunächst mit einigen Niederlagen.

Becker gründete das Women’s Suffrage Journal mit ihrer Freundin Jessie Boucherett und beeindruckte bei einem Auftritt in Manchester die junge Emmeline Pankhurst. Sie setzte sich für den Rest ihres Lebens für gleichberechtigte, nicht geschlechtsspezifische Bildung und das Frauenwahlrecht ein, bis zu ihrem Tod an Diphterie (TW Bild) 1890. Erst 1928 errangen ihre Mitstreiterinnen und Nachfolgerinnen das allgemeine Frauenwahlrecht in Großbritannien.

Link: Frauenwahlrecht in Deutschland

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The British descendant of German immigrants (her grandfather was a Thuringian) cultivated her passion for biology and astronomy in homeschooling. At 37 years old, she published a book, „Botany for Novices“, and was in brisk correspondence with Charles Darwin. She took her first steps in the direction of the Suffragettes with the founding of a Ladies‘ Literary Society in Manchester; her special interest in bisexual and hermaphroditic plants also reflects her stance on a „natural hierarchy of sexes“.

In 1866, after a meeting of the National Association for the Advancement of Social Science, she became enthusiastic for the voting rights for women. Founding the Manchester Women’s Suffrage Committee, she was one of the first to set in motion the women’s political movement. Some months later she was able to use a slip-up in administration for her goals: a widowed shop owner had been wrongly entered in the voters‘ register. Becker picked the lady up to accompany her to the polling station, where the registered female was granted her vote. Out of this case Becker knew to make a case, she advanced the struggle for women’s voting rights, though with several defeats in the early years.

Becker along with her friend Jessie Boucherett founded the Women’s Suffrage Journal and impressed the young Emmeline Packhurst during an appearance in Manchester. For the rest of her life, she fought for equal opportunity, non-gendered education and women’s right to vote, until her death of diphtheria (TW images) in 1890. In 1928 only her combattantes and followers won the case for general voting rights for women.

Link: Woman Suffrage Memorabilia
Bild: Von Isaac Wilde, Gemeinfrei

04/2017: Marguerite Durand, 24.1.1864

Marguerite DurandEnglish below
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Eigentlich Schauspielerin und Mitglied der Comédie-Français, gab Marguerite Durand mit 24 Jahren für die Ehe mit einem politisch engagierten Anwalt ihre Karriere auf. Als die Ehe nach nur drei Jahren wieder geschieden wurde, nahm Marguerite zumindest als Gewinn mit, dass sie nun eine völlig neue Karriere im politischen Journalismus antreten konnte.

Für ihren ersten Arbeitgeber, Le Figaro, sollte sie als quasi kritische Stimme von innen einen Artikel über den Internationalen Feministinnen-Kongress 1891 schreiben. Stattdessen nahm sie von diesem Auftrag soviel mit, dass sie im Folgejahr selbst die feministische Tageszeitung La Fronde gründete. Die Zeitung wurde alleine von Frauen betrieben und setzte sich für die Gleichberechtigung der Frauen in den unterschiedlichsten Bereichen ein.

1900 organisierte Durand den Kongress für die Rechte der Frauen auf der Weltausstellung, später half sie vor allem den Rechten arbeitender Frauen mit der Gründung mehrerer Gewerkschaften.

Besondere Bekanntheit in Europa allerdings errang die Feministin mit ihrem Einsatz für die Gründung eines Haustierfriedhofs in Paris, auf dem ihr eigener zahmer Löwe namens Tiger beerdigt wurde. Mit ihrem Zeitungsarchiv, das sie im Lauf ihres Lebens aufgebaut hatte, wurde 1932 Marguerite-Durand-Bibliothek gegründet, die noch heute eine wichtige Quelle zum Thema Feminismus darstellt.

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Wiki english
Starting as an actress and member of the Comédie Français, Marguerite Durand gave up her career at the age of 24 for the marriage to a young lawyer with political ambitions. When the marriage was divorced only three years later, Maguerite had at least gained the possibility to start a completely new career in political journalism.

For her first employer, Le Figaro, she was supposed to write an article on the International Feminist Congress, basically as the critical voice from within. Instead she took away so much from this commission that she founded the daily feminist newspaper La Fronde in the following year. The newspaper was solely run by women and advocated the equality of women in a variety of areas.

In 1900, Durand set up the Congress for the Rights of Women at the World’s Fair in Paris, later she supported mainly the rights of working women by helping to organise several trade unions.
However, the feminist gained the largest publicity with her efforts to found a pet cemetery in Paris, where her own tame lion by the name of Tiger was laid to rest. With her archive of newspapers, which she had accumulated over the course of her life, the Bibliothèque Marguerite Durand was founded, an important source on the topic of feminism to this day.

Bild: By Bain News Service, publisher – This image is available from the United States Library of Congress’s Prints and Photographs division under the digital ID ggbain.04884.This tag does not indicate the copyright status of the attached work. A normal copyright tag is still required. See Commons:Licensing for more information., Public Domain

KW 40/2016: Marie de Gournay, 6. Oktober 1565

Marie de Gournay

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Als ältestes von sechs Kindern des königlichen Schatzmeisters wurde Marie de Gournay zwar der offizielle Zugang zu Bildung versagt, sie brachte sich selbst jedoch in der Bibliothek ihres Vaters Latein und Griechisch bei, soweit, dass sie später als gebildetste Frau ihrer Zeit galt.

Von Michel de Montaignes Essais begeistert, entwickelte sie erst eine Brieffreundschaft zu ihm, aus der bald ein Besuch bei ihm in Paris zustande kam, was wiederum zu einer alles außer offiziellen Adoption der jungen Frau durch den Philosophen  führte. Sie wurde zur Verwalterin seines literarischen Nachlasses und von seiner Witwe erhielt sie den Auftrag, die dritte Auflage seiner Essays zu veröffentlichen.

De Gournay fand viele Freunde und Befürworter im Adel und in wissenschaftlichen Kreisen: Justus Lipsius stellte sie in ganz Europa als gebildete Frau vor, sie schrieb für die Königinnen von Frankreich Margarete von Valois und Maria de’Medici, sowie für deren beider Mann Heinrich IV und den nachfolgenden König Ludwig XIII. Dennoch oder gerade deswegen sah sie sich auch harscher Kritik ausgesetzt – eher an ihrer Person, doch auch ihrer Arbeit, wobei letzteres auch eher Gründe vornehmlich in ihrem Geschlecht als ihrer tatsächlichen Tätigkeit hatte.
Sie übersetzte Werke mehrerer Philosophen ins Französische und schrieb selbst über Philosophie, Moral, Theologie und zum Thema der Frauenrechte, weshalb sie als eine der Mütter des Feminismus gilt. Am Höhepunkt der Hexenverbrennungen in Europa verwies sie auf die systematische Unterdrückung der Frauen durch die Verweigerung von Bildung:

Frauen sind das Geschlecht, dem man alle Güter versagt […] um ihm als einziges Glück und ausschließliche Tugend die Unwissenheit, den Anschein der Dummheit und das Dienen zu bestimmen.
Quelle: Wikipedia

Zum Zeitpunkt ihres Todes mit 79 Jahren hatte sie 1.000 Seiten Material geschrieben – als Autodidaktin. Sie gilt heute als erste weibliche Literaturkritikerin und erste Person, die für die Gleichberechtigung von Mann und Frau argumentierte.

Bild: By Unknown – Self-scanned, Public Domain

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Von 114 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 7 (inklusive Marie de Gournay) Frauen:
4.10.1585 Anna von Österreich-Tirol
5.10.1640 Françoise-Athénaïs de Rochechouart de Mortemart, marquise de Montespan
5.10.1658 Maria Beatrice d’Este
7.10.1675 Rosalba Carriera
9.10.1772 Mary Tighe
9.10.1791 Amalie Schoppe

KW 32/2016: Théroigne de Méricourt, 13. August 1762

Théroigne de Méricourt

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Théroigne de Méricourt ist ein bisschen das Gegenmodell zu Charlotte Corday; zumindest stand sie politisch die meiste Zeit auf der anderen Seite.

Nach einem recht bewegten jungen Leben in Frankreich und England, während dessen sie einige Tätigkeiten erlernte und die hochdotierte Schenkung eines abgewiesenen Freiers entgegennahm, kam sie 1785 nach Paris und wurde unter aktiver Teilnahme in die Wirren der französischen Revolution verstrickt. Sie schloss sich den Jakobinern an, entgegen mancher Behauptungen jedoch nahm sie nach eigenen Angaben weder am Sturm auf die Bastille noch am Marsch nach Versailles mit den Poissarden teil. Statt dessen lebte sie in Versailles, wo sie eine politische Gesellschaft, den „Klub der Menschenrechte“, gründete und sich in Männer-Reitkleidung zeigte. Allein dies und ihre Unterstützung für gemischt-geschlechtliche und weibliche Patriotenvereine ließen sie in der damaligen Zeit fragwürdig und „lose“ erscheinen. Die Presse hetzte gegen sie und streute Gerüchte, außerdem wurde schließlich ein Haftbefehl gegen sie erlassen, sodass sie 1790 in ihre Heimat Lüttich floh; dort wurde sie von der kaiserlichen österreichischen Polizei festgenommen und ein Jahr in Kufstein in Tirol inhaftiert gehalten. Der Gefängnisaufenthalt hatte verheerende Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Gesundheit, unter denen sie den Rest ihres Lebens litt. Als klar wurde, dass sie mitnichten eine der Anführerinnen der Revolution war, entließ man sie nach Wien, wo sie ein weiteres Jahr lebte, bevor sie 1792 nach Paris zurückkehrte.

Während dieses zweiten Aufenthaltes in Paris wurde sie wegen ihrer Hafterfahrung als Heldin der Revolution gefeiert und war nun tatsächlich am Tuilleriensturm beteiligt. Sie erhielt die Bürgerkrone und sprach vor der Nationalversammlung und der Versammlung der Jakobiner von ihrer Zeit im Gefängnis. In dieser Zeit wurde sie als „Amazone der französischen Revolution“ bekannt, weil sie lautstark für das Recht der Frauen auf Bewaffnung eintrat. Sie näherte sich allerdings politisch stärker den Girondisten an, was ihr zum Verhängnis wurde: Am 15. Mai 1793 wurde sie von mehreren Frauen der Sansculotten-Bewegung (die den Jakobinern nahestanden) angegriffen, entkleidet und von Schlägen schwer am Kopf verletzt. Es war der Jakobiner Jean-Paul Marat, der ihr zu Hilfe eilte und zunächst das Leben rettete. Doch dieser Anschlag bedeutete das Ende ihrer politischen Aktivität, da sie nun unter den körperlichen und seelischen Folgen der Attacke litt. Ihr Verhalten wurde unberechenbar und im September des Folgejahres, 1794, wurde sie in eine Anstalt eingeliefert, in der sie die letzten 23 Jahre ihres Lebens verbrachte.

Bild: By Formerly attributed to Antoine Vestier – Reproduction in André Foulon de Vaulx, « Antoine Vestier. 1740-1824. Notes et Renseignements », Extrait du Carnet historique et littéraire, Paris, Émile Paul Éditeur, 1901, Public Domain

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Von 216 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 34 (inklusive Théroigne de Méricourt) Frauen:
10.8.1439 Anne of York
14.8.1473 Margaret Pole, 8. Countess of Salisbury
10.8.1520 Madeleine von Frankreich
10.8.1549 Katharina von Brandenburg-Küstrin
12.8.1566 Isabella Clara Eugenia von Spanien
11.8.1582 Sabina Catharina
12.8.1591 Luise von Marillac
10.8.1597 Charlotte Louise von Hanau-Münzenberg
12.8.1629 Isabella Clara von Österreich
8.8.1646 Eleonore Charlotte von Sachsen-Lauenburg
12.8.1646 Luise Elisabeth von Kurland
12.8.1651 Margarita Theresa von Spanien
10.8.1658 Susanna Maria von Sandrart
11.8.1660 Henrietta Wentworth, 6. Baroness Wentworth
11.8.1667 Anna Maria Luisa de’Medici
9.8.1669 Jewdokija Fjodorowna Lopuchina
12.8.1674 Maria von Lothringen
12.8.1676 Dorothea Friederike von Brandenburg-Ansbach
12.8.1704 Karoline von Nassau-Saarbrücken
11.8.1706 Marie-Auguste von Thurn und Taxis
14.8.1727 Anne Henriette de Bourbon
14.8.1727 Marie Louise Élisabeth de Bourbon
11.8.1730 Charlotte Amalie von Hessen-Philippsthal
11.8.1737 Augusta von Hannover
9.8.1738 Anna Pestalozzi
13.8.1743 Marie Elisabeth von Österreich
13.8.1752 Maria Karolina von Österreich
11.8.1763 Louise Eleonore zu Hohenlohe-Langenburg
9.8.1764 Caroline Auguste Fischer
12.8.1767 Friederike Leisching
14.8.1767 Christine Englerth
8.8.1768 Elisabeth Eleonore Bernhardi
13.8.1781 Betty Gleim
13.8.1792 Adelheid von Sachsen-Meiningen

KW 19/2016: Maria Amoretti, 12. Mai 1756

Maria Amoretti

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Kurz und knackig ist auch mal schön: Maria Amoretti wurde zunächst wegen ihres Geschlechtes an der Universität von Turin abgewiesen, studierte dann Jura an der Universität von Pavia  und schloss dort mit 21 Jahren als erste Frau Italiens mit Promotion ab. Sie verstarb bereits mit 31 Jahren, hinterließ aber eine Arbeit über die gesetzliche Regelung von Mitgiften, die von ihrem Verwandten Carlo Amoretti posthum veröffentlicht wurde.

Bild: Von http://www.storiadimilano.it/repertori/parinilaurea.jpg, Gemeinfrei

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Von 190 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 12 (inklusive Maria Amoretti) Frauen:
11.5.1366 Anne von Böhmen
9.5.1427 Françoise d’Amboise
15.5.1450 Cimburga von Baden
14.5.1553 Margarete von Valois
14.5.1606 Agnes von Hessen-Kassel
10.5.1714 Sophie Charlotte Ackermann
13.5.1717 Maria Theresia
13.5.1742 Maria Christina von Österreich
10.5.1752 Amalie von Pfalz-Zweibrücken-Birkenfeld-Bischweiler
12.5.1774 Friederike von Reden
13.5.1791 Emilie von Reichenbach-Lessonitz

KW 17/2016: Mary Wollstonecraft, 27. April 1759

Mary Wollstonecraft

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Mary Wollstonecraft war in ihrem Leben und ihrem Schreiben ihrer Zeit voraus; neben einem Leben als unverheiratete Autorin, einer unehelichen Tochter und einer Reise nach Schweden ohne männliche Begleitung zeugt davon ihr bekanntestes Werk A vindication of the rights of women. Dieses Pamphlet war eine Reaktion auf eine Schrift Talleyrands, in der er konstatiert hatte, dass für Frauen eine Ausbildung zu haushälterischen Tätigkeiten ausreichend sei. Wollstonecraft widersprach und forderte eine gleichberechtigte Bildung, da Frauen damit nicht nur ihren Ehemännern Partner sein können – statt „nur Ehefrau“ –, sondern auch ihre Kinder entsprechend besser erziehen und bilden könnten.

Mary Wollstonecraft starb kurz nach der Geburt ihrer zweiten Tochter, der späteren Mary Shelley; nach ihrem Tod veröffentlichte ihr Mann eine schonungslos offene Biografie, für die er bezichtigt wurde, ihr eher zu schaden als sie zu ehren. Tatsächlich war Wollstonecraft nach dem Erscheinen des Buches lange Zeit geächtet, da ihr Mann über ihre Affären und die uneheliche Tochter Fanny schrieb. Erst mit dem Aufkommen der Frauenbewegung im 20. Jahrhundert wurden sie und ihr Werk wieder mit unvoreingenommenem Blick betrachtet und wertgeschätzt.

Bild: By John Opie – Tate Britain, Public Domain

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Von 171 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 14 (inklusive Mary Wollstonecraft) Frauen:
30.4.1383 Anne of Gloucester
26.4.1485 Sibylle von Baden
1.5.1531 Catalina Thomás
26.4.1575 Maria de‘ Medici
27.4.1650 Charlotte Amalie von Hessen-Kassel
29.4.1659 Sophia Brenner
26.4.1662 Marie Louise d’Orléans
30.4.1662 Maria II. (England)
25.4.1711 Marie Antoinette von Ahlefeldt
26.4.1711 Jeanne-Marie Leprince de Beaumont
26.4.1765 Emma Hamilton
26.4.1782 Maria Amalia von Neapel-Sizilien
28.4.1800 Friederike Serre

KW 43/2015: Beate Uhse, 25. Oktober 1919

Beate Uhse

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Der Name Beate Uhse ist durch ihr bekanntes Unternehmen „für Ehehygiene“ natürlich untrennbar mit Sexspielzeug verbunden. Noch in meiner Jugend hatte der Name den Klang von verschämtem Papiertütenrascheln, in denen Kataloge oder unaussprechliche Gegenstände, gleichzeitig abstoßend und faszinierend, verhüllt wurden.

In der heutigen Zeit macht man sich gar kein Bild mehr davon, was für eine Chuzpe dazu gehörte, als Frau in der Nachkriegszeit Frauen mit Wissen und Handwerkszeug für sexuelle Freiheit zu versorgen. Das Sexspielzeug folgte schließlich erst mit der Befreiung einer ganzen Generation, an deren Freigeist Uhse maßgeblich beiteiligt war. Dildos und Plüschhandschellen dienen im weitesten Sinne zwar auch einer „Ehehygiene“ – begonnen hat es aber mit der Belehrung der Frauen über die Knaus-Ogino-Methode. Diese Kenntnis über den eigenen Körper war in den 1950er Jahren revolutionär; Kondome für unverheiratete oder verwitwete Frauen unerreichbar.

Beate Uhse half der weiblichen deutschen Bevölkerung, sexuell aktiv zu bleiben, ohne schwanger zu werden, in aufgewühlten Zeiten, in denen ein Großteil der männlichen Bevölkerung verstorben oder in Gefangenschaft war, Beziehungen zerbrachen und nur flüchtig neu eingegangen wurden. Ohne sie gäbe es die anderen Sexspielzeugläden nicht, zumindest nicht in dieser Form.

Die Sache ist, dass die Geschichte ihres Unternehmens nur ein Ausdruck ihrer willensstarken und kompromisslosen Wesensart ist. Bevor sie die sexuelle Revolution vorbereitete, war sie vor dem und im Zweiten Weltkrieg Pilotin, unter anderem im Rang eines Hauptmanns. Als Pilotin rettete sie ihren Sohn, ihr Kindermädchen und vier weitere Personen vor den einmarschierenden Russen in Gatow.

Und nachdem sie ihr Unternehmen aufgebaut, ein weiteres Kind bekommen und Magenkrebs überlebt hatte, machte sie mit 75 Jahren noch ihren Tauchschein.

Respekt, Beate Uhse. Respekt.

Bild: Von Rob C. Croes / Anefo – Nationaal Archief, CC BY-SA 3.0 nl

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