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37/2017: Miriam Benjamin, 16.9.1861

Gong and Signal Chair von Miriam Benjamin

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Miriam Benjamin war die frei geborene Tochter eines jüdischen Vaters und einer afro-amerikanischen Mutter in Charleston. Sie besuchte die weiterführende Schule in Boston und wurde zunächst Lehrerin.

Mit 27 Jahren erhielt sie dann in Washington D.C. das Patent für den „Gong-und-Signal-Stuhl für Hotels“ – ein Sitzmöbel mit Kingelknopf und Licht, der es dem Hotelgast ermöglichte, einen Kellner oder Pagen zu seinem Platz zu rufen, ohne winken, klatschen oder rufen zu müssen. Für das Hotel bedeutete dies, dass sie ihre Kosten reduzieren konnten, da durch das klare System weniger Angestellte benötigt wurden. Die Erfindung wurde vom Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten übernommen und ist noch heute in seiner weiterentwickelten Form jedem bekannt, der schon mal mit einem Flugzeug geflogen ist: aus dem Stuhl mit Gong und Signal wurde der Knopf, mit dem man die Flugbegleiter zum Platz rufen kann.

Miriam Benjamin besuchte daraufhin die Universität, zunächst um Medizin zu studieren. Als sie eine Prüfung zum Staatsdienst bestand, wendete sie sich dem Jurastudium zu und wurde schließlich Anwältin für Patentrecht. Als solche arbeitete sie in Boston mit ihrem Bruder zusammen, der ebenfalls als Patentanwalt und Erfinder tätig war. Sie starb dort 1947.

Afro-amerikanische Frauen erleiden den Matilda-Effekt potenziert, da sie nicht nur wegen ihres Geschlechts, sondern auch wegen ihrer Hautfarbe marginalisiert werden. Unten ein Link zu einer Liste mit immerhin fünf afro-amerikanischen Frauen, die als Gründerin oder Erfinderin in der Geschichte viel sichtbarer sein sollten. Außerdem ein etwas ausführlicherer Artikel zu Miriam Benjamin auf Thoughtco.

Bild: By Benjamin, Kaiser, Wood [1], Public Domain

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Miriam Benjamin was the free born daughter of a Jewish father and an Afro-American mother in Charleston, SC. She went to highschool in Boston and worked as a teacher to begin with.

At age 27 she obtained a patent in Washington D.C. for the Gong and Signal Chair for Hotels – a seat with a bell button and a light, which enabled a hotel guest to call for a bellhop or a waiter to their place without having to wave, clap or call. For hotels this meant reduced costs, since less employees were needed thanks to the simple system. The invention was adapted by the United States House of Representatives and in its advanced form is still today known to anyone who has ever flown in an airplane: the chair with a gong and a signal became the button with which flight attendants are called to the seat.

Miriam Benjamin went on to university, at first to study medicine. When she passed a civil service examination, she turned to studying law and became a solicitor of patents. As such she worked in Boston with her brother, who was also working as an attorney for patents and an inventor. She died there in 1947.

Afro-American women endure the Matilda effect in potentiated form, since they are marginalised for their gender and the colour of their skin. Below a link to a list of as many as five Afro-American women who should be more visible in history as founders and inventors. Also a more detailed article on Miriam Benjamin on Thoughtco.

5 Black Women Founders and Inventors You Should Know
The Life and Inventions of Miriam Benjamin

36/2017: Marianne von Werefkin, 10.9.1860

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Marianne von Werefkin hatte ihre erste künstlerische Hochphase bereits vor ihrem 30. Lebensjahr – die gutgebildete Tochter eines russichen Adligen und einer Ikonenmalerin galt damals mit ihrem Realismus als „russischer Rembrandt“. Nach 1890 veränderte sie ihren Stil hin zur Freilichtmalerei mit ersten Zügen von Impressionismus. Aus diesen Phasen existieren leider kaum noch Gemälde.

Mit 32 Jahren lernte sie einen vier Jahre jüngeren Maler kennen, der gerade in der Kunst anfing, und stellte ihre eigene Tätigkeit für ganze zehn Jahre zurück, um diesen Mann zu unterstützen und zu fördern. 1902 nahm von Werefkin ihre Kunst wieder auf – nachdem ihr fünfzehnjähriges Dienstmädchen ein Kind von ihrem Protegé bekommen hatte (wahrscheinlich nach mehreren Jahren des Missbrauchs).
In ihrer zweiten großen Schaffensphase trug Werefkin entscheidende Impulse zum Expressionismus bei, gründete mit anderen die Neue Künstlervereinigung München N.K.V.M. (aus der sich später Der Blaue Reiter abspaltete) und malte im Stil des Japonismus. Sie starb mit 78 Jahren in der Schweiz.

Der Verein Berliner Künstlerinnen vergibt alle zwei Jahre den Marianne-Werefkin-Preis an zeitgenössische Künstlerinnen.

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Wiki english
Marianne von Werefkin had her first boom phase as an artist before she turned 30 years old – the highly educated daughter of a Russian noble man and painter of religious icons was known as the „Russian Rembrandt“ for her realism. After 1890 she changed her style to en plein air with first traits of impressionism.

When she was 32, she met a painter four years younger than her, who was only beginning his work as an artist, and put her own work on hold for ten whole years to support and promote this man. In 1902 Werefkin picked up her art – after her fifteen year old maid had given birth to child from her protegé (probably after several years of abuse).

During her second boom phase Werefkin contributed crucial impulses to the style of expressionism, formed the Neue Künstlervereinigung München N.K.V.M. with other artist (from which Der Blaue Reiter later seceded) and painted in the style of japonism. She died in Switzerland at the age of 78.

Marianne von Werefkin Google-Ergebnisse

35/2017: Hilda Rix Nicholas, 1.9.1884

Hilda Rix Nicholas

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Die Australierin war bereits vor dem Ersten Weltkrieg in Europa als Künstlerin erfolgreich. Wegen des Krieges emigrierte sie mit ihrer Mutter und ihrer Schwester von Frankreich nach England – wo ihre Schwester und kurz darauf ihre Mutter an Ruhr erkrankten und starben. Zwei Jahre später fand ein junger australischer Offizier die schwer niedergeschlagene Frau, der von ihr gehört und ihre Bilder bewundert hatte, die beiden heirateten während seines Fronturlaubs und verlebten drei Tage als Ehepaar, dann kehrte er nach Frankreich zurück und wurde fünf Wochen später im Gefecht getötet.

Nach einer Phase der Depression brachte sie ihre Verzweiflung und Trauer in einer Triade von Bildern zum Ausdruck, die leider in den 1930ern bei einem Brand zerstört wurden. Es existieren nur noch Skizzen oder Abbildungen der Originale. Die Bilder und mehr Details zu ihrer Biografie sind unter dem Link unten zu finden.

Hilda Rix Nicholas malte noch viele Jahre, heiratete wieder und hatte einen Sohn, der ebenfalls Künstler wurde. Sie starb mit 77 Jahren in ihrem Geburtsland.

Bild: By Unknown, Public Domain

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The Australian was already successful as a painter before World War I. Because of the war, she emigrated from France to England with her mother and sister – where her sister and shortly after also her mother fell ill with dysentery and succumbed to it. Two years later a young Australian officer found the heavily beaten-down woman, who had heard about her and admired her paintings, the two married and lived three days as a couple, then he went back to France and was killed in battle five weeks later.
After a phase of depression she expressed her despair and grief in a triad of paintings, which unfortunately were destroyed in a fire in the 1930s. Only sketches and reproductions of the originals exist. Those and more details on Rix Nicholas‘ biography can be found at the link below.
Hilda Rix Nicholas kept on painting for many years, married again and had a son who also became an artist. She died at 77 years of age in her birth country.
Meditations on loss

34/2017: Lydia Rabinowitsch-Kempner, 22.8.1871

Lydia Rabinowitsch-Kempner

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Die im heutigen Litauen geborene jüdische Russin genoss die Bildung wohlhabender Familien, doch für ein Studium musste sie als Frau am Ende des 19. Jahrhunderts noch in die Schweiz gehen.
Sie arbeitete nach dem Abschluss zunächst als unbezahlte Assistentin mit Robert Koch an dessen Königlich Preußischen Institut für Infektionskrankheiten in Berlin, ging dann nach Amerika und wurde dort Professorin für Bakteriologie – dieser Titel wurde jedoch nur in den USA anerkannt.

Sie lernte Walter Kempner kennen und heiratete ihn, ihre Zusammenarbeit am Robert-Koch-Institut endete jedoch bald. Rabinowitsch arbeitete in den folgenden Jahren im Pathologischen Institut und konnte dort als wissenschaftliche Assistentin noch vor Robert Koch selbst Tuberkelbazillen in Rohmilch nachweisen. Dank dieser Forschung und ihrer zahlreichen Publikationen wurde ihr 1912 endlich auch der Professorentitel verliehen. Damit war sie die erste Frau in Berlin und die zweite in Preußen mit diesem Status. Eine Habilitation sollte allerdings erst nach dem Ersten Weltkrieg möglich werden.

Während des Ersten Weltkrieges übernahm sie die Leitung der Zeitschrift für Tuberkulose und arbeitete für das Militär in der Seuchenvorbeugung. 1920 wurde sie mit 49 Jahren zum ersten Mal in ihrem Leben für eine Tätigkeit so bezahlt, wie es ihrem Bildungsgrad angemessen war, als sie am Städtischen Krankenhaus Moabit die Leitung des Bakteriologischen Instituts übernahm. Sie verlor ihren Mann in diesem Jahr an eine Tuberkuloseform und zwölf Jahre später eines ihrer drei Kinder ebenfalls.
1934 wurde sie zwangspensioniert, ermöglichte ihren Kindern noch die Emigration aus Nazi-Deutschland und starb dann 1935 selbst an ungeklärten Ursachen in Berlin.

Bild: By George Grantham Bain Collection (Library of Congress) – This image is available from the United States Library of Congress’s Prints and Photographs division under the digital ID ggbain.06697.This tag does not indicate the copyright status of the attached work. A normal copyright tag is still required. See Commons:Licensing for more information., Public Domain

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The Jewish Russian, born in the region that is Lithuania today, enjoyed the education common for prosperous families, but to continue studies, as a woman at the end of the 19th century, she had to move to Switzerland.
After her studies, she worked as an unpaid assistant to Robert Koch at his Prussian Institute for Infectuous Deseases at first, then went to America and became a professor of bacteriology – the title alas was only accepted in the US.
She met Walter Kempner and married him, their cooperation at the Robert Koch Institute though ended soon after. Rabinowitsch worked at the Pathological Institute and was able, before Robert Koch himself was, to detect the tuberculosis bacillus in raw milk. Thanks to her research and her numerous publications, she was awarded the title of professor in 1912. She was only the first woman in Berlin and the second in Prussia to reach this status. Habilitation though was made possible only after World War I.
During Wolrd War I she was chief editor of the Journal for Tuberculosis and worked in disease prevention for the military. It was 1920 when at 49 years old she was paid a salary appropriate for her education for the first time, as head of the Bacteriological Institute at the Moabit hospital. She lost her husband to tuberculosis in that year and one of her three children as well, twelve years later.
She was forced to retire in 1934, helped her children to emigrate from Nazi Germany and died 1935 in Berlin under unknown circumstances.

28/2017: Elsa von Freytag-Loringhoven, 12.7.1874

Elsa von Freytag-Loringhoven Frauenfiguren

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Elsa von Freytag-Loringhoven hatte bereits ein bewegtes romantisches Leben hinter sich, bevor sie die Mutter des Dadaismus wurde. In Swindemünde als Elsa Hildegard Plötz geboren, strebte sie offensichtlich schon immer ein freieres und künstlerisches Leben an als das ihrer einfachen Eltern. Mit 27 Jahren heiratete sie den Architekten August Endell und ging mit ihm nach Berlin. Die Ehe öffnete sich für eine Beziehung Elsas mit Endells Freund Felix Paul Greve – das Trio lebte in Palermo zusammen, doch die Ehe überstand diese moderne Beziehungsform nicht. Die Endells ließen sich scheiden und Elsa heiratete Greve. Nachdem er in Deutschland einen Selbstmord vorgetäuscht hatte, ging er in die USA, nannte sich Frederick Philip Grove und entkam so seinen Schulden. Elsa folgte ihm und die beiden lebten eine Zeit von der Bewirtschaftung einer Farm. Dann ließ Greve sie sitzen und Elsa begann, als Model zu arbeiten.

Mit dieser Tätigkeit arbeitete sie sich aus dem ländlichen Kentucky bis nach New York vor, wo sie – zwar noch nicht geschieden von Grove, aber die Ehe war faktisch nicht mehr existent – schließlich ihren dritten und letzten Mann, Leopold von Freytag-Loringhoven, heiratete.

In New York avancierte sie, während sie sich finanziell mit der Arbeit in einer Zigarettendreherei über Wasser hielt, als Model, Lyrikerin und Künstlerin, zur Dadaistin. Lange Zeit von der männlichen Dominanz in der Kunstszene an die Seite gedrängt, stellt sich inzwischen heraus, dass einige wichtige Werke der Ready-made Kunst eigentlich ihr Schaffen sind. Unter anderem „God„, das bisher Morton Livingstone Schamberg zugeschrieben wurde, und der Inbegriff des Ready-made, „Fountain„, von (bisher) Marcel Duchamp – von Freytag-Loringhoven hatte das Urinal mit R. Mutt unterzeichnet und ihm als Skulptur vorgestellt. Sie war in dieser Zeit auch (mindestens) befreundet mit Djuna Barnes und Peggy Guggenheim.
Ohne Zweifel von ihr ist die unten abgebildete Installation Portrait of Marcel Duchamp.

In der Hoffnung auf wirtschaftliche Besserung ging Freytag-Loringhoven kurz nach dem Ersten Weltkrieg zurück nach Berlin, wo sie jedoch in Armut und schlechter geistiger Verfassung lebte. Sie hielt sich einige Zeit mit der Hilfe von Freunden und ehemaligen LiebhaberInnen über Wasser und zog dann nach Paris, wo sich ihre Lage kurzfristig verbesserte. Dann jedoch erstickte sie in ihrer Wohnung, weil jemand die Gasleitung offen gelassen hatte.

Bild: By uncredited photographer for Bain Photos. – This image is available from the United States Library of Congress’s Prints and Photographs division under the digital ID ggbain.33940.This tag does not indicate the copyright status of the attached work. A normal copyright tag is still required. See Commons:Licensing for more information., Public Domain

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Elsa von Freytag-Loringhoven had already lived an eventful romantic life before becoming the mother of Dada. Born in Swinemünde as Elsa Hildegard Plötz, early on she obviously strove for a more free and artistic life than the one of her parents. At 27 years she married the architect August Endell and lived in Berlin with him. The marriage opened for an affair Elsa’s with Endell’s friend Felix Paul Greve – the trio lived together in Palermo, but the marriage did not survive this modern approach to relationship. The Endells divorced and Elsa married Greve. After staging his suicide in Germany, he went to the US, called himself Frederick Philip Grove and thus escaped his debts. Elsa followed him there and the two lived off the maintenance of a farm for a while. At last, Greve left her as well and she began working as a model.

In this capacity she worked her way from rural Kentucky to New York, where – not yet divorced, but the marriage had factually ceased to exist – she married her third and final husband, Leopold von Freytag-Loringhoven.

In New York she rose as model, poet and artist, all the while supporting herself financially by working in a cigarette factory, to becoming a dadaist. For the longest time eclipsed by the male dominance in the artistic scene, it turns out that some of the most important pieces of ready-made art were her creation. Among others ‚God‚, which used to be assigned to Morton Livingstone Schamberg, and the epitome of ready-made, ‚Fountain‚ by (hitherto) Marcel Duchamp – von Freitag-Loringhoven had signed the urinal with R. Mutt and send it to him as a sculpture. She was also friends, if not more, with Djuna Barnes and Peggy Guggenheim.
There is no doubt the installation pictured below, Portrait of Marcel Duchamp, is her work.

Hoping for economic improvement, von Freytag-Loringhoven went back to Berlin shortly after World War I, where she lived however in poverty and poor mental health. She was supported by some old friends and lovers and finally moved to Paris, where her situation improved shortly. Alas, she soon died of gas suffocation in her flat because someone had left open the gas pipe.

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portrait-of-marcel-duchamp-1919

Elsa von Freytag-Loringhoven: Portrait of Marcel Duchamp

27/2017: Henrietta Swan Leavitt, 4.7.1868

Henrietta Swan Leavitt Frauenfiguren

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Henrietta Swan Leavitt war eine der Damen, die als niedrig bezahlte ‚menschliche Rechenmaschine‘ bei Edward Charles Pickering, auch als ‚Pickerings Harem‘  bekannt, am Harvard-College-Observatorium arbeiteten. Sie war dank gehobener Abstammung nicht auf ein Einkommen angewiesen und arbeitete zunächst für Studienpunkte, später für einen Pfenniglohn. Sie war durch eine Erkrankung so gut wie taub, was jedoch keinen Einfluss auf ihre Arbeit zu haben schien; nur ihr weibliches Geschlecht machte es ihr unmöglich, selbst ein Teleskop zu handhaben.

Leavitt war beauftragt, veränderliche Sterne zu beobachten und zu katalogisieren. Dabei maß sie die Helligkeit spezieller veränderlicher Sterne, nämlich der Cepheiden, und machte dabei die Beobachtung, die der Erkenntnis und Berechnung unseres heutigen Wissens über das Weltall zugrunde liegt: Sie stellte fest, dass sich eine Beziehung herstellen ließ zwischen der Leuchtkraft und der periodischen Veränderung der absoluten Helligkeit dieser Sterne. Aus dieser Beziehung lässt sich ihre Distanz zum Beobachtungspunkt berechnen. Mithilfe Leavitts Logarithmus konnte bald darauf belegt werden, dass sich einige der katalogisierten Sterne nicht in der unseren, sondern in Lichtjahren entfernten Galaxien befanden. Die Folgen von Leavitts Erkenntnis rückte – angewandt von Harlow Shapley – nicht nur unser Sonnensystem aus dem Zentrum unserer Galaxie, sondern auch – angewandt von Edwin Hubble – unsere Galaxie aus dem Zentrum des Weltalls.

Sie starb 1921 an Krebs; vier Jahre später erst kam Gösta Mittag-Leffler, ein schwedischer Wissenschaftler, der von ihrem Tod noch nicht erfahren hatte, auf die Idee, sie für den Nobelpreis vorzuschlagen. Dieser wird nicht posthum verliehen, daher konnte Leavitt nicht nominiert werden.

Bild: By Unknown – From here. Taken before 1921 (year of death), see also [1]., Public Domain

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Henrietta Swan Leavitt was one of the ladies who worked as underpaid ‚human computers‘ for Edward Charles Pickering at Harvard College Observatory, also known as Pickering’s harem. Coming from a wealthy family, she was not reliant on an income and worked for study points at first, later for a few cents per hour. An illness had rendered her almost completely deaf, a fact that had ostensibly no influence on her work; it was only her female sex that made it impossible for her to operate a telescope herself.

Leavitt was assigned with the observation and cataloguing of variable stars. She measured the luminosity of a special kind of variable stars, namely Cepheid variables, and whilst doing so made the observation which underlies the discovery and computation of our current knowledge of the universe: She found a relationship between the luminosity and the periodical change of absolute brightness of these stars. From this relationship their distance from the viewing point can be extrapolated. Based on Leavitt’s logarithm it was soon possible to prove that some of the catalogued stars were not part of our, but other galaxies lightyears away. . The consequences of Leavitt’s finding – applied by Harlow Shapley – moved our sun from the centre of our galaxy and – applied by Edwin Hubble – our galaxy from the centre of the universe.

She died of cancer in 1921; it was only four years later that Gösta Mittag-Leffler, a Swedish scientist who hadn’t heard of her death, thought of proposing her to the Nobel Prize committee. The prize is not awarded posthumously, thus Leavitt could not be nominated.

26/2017: Alice Guy-Blaché, 1.7.1873

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Alice Guy-Blaché war die erste Regisseurin narrativer Filme. Zunächst fähige Sekretärin von Léon Gaumont in einem Fotografiestudio, begleitete sie ihn zur Vorführung der ersten Bewegtbild-Projektion der Gebrüder Lumière. Als der gemeinsame Arbeitgeber bankrott ging, unterstützte sie Gaumont in der Gründung seines eigenen Studios. Welches Mischverhältnis ihrer eigenen Naivität und seiner Ahnungslosigkeit, oder ihrer Vision und seines Vertrauens darin es auch immer war, Guy-Blaché drehte bald die ersten erzählenden One-Reelers und war damit als einzige Frau neben Meliès und den Lumière-Brüdern die Erfinderin der Kunstform des Unterhaltungsfilms.
Sie experimentierte mit Farbfilm, Doppelbelichtung, Maskierung und synchronisierten Tonaufnahmen (Gaumonts Chronophone) und produzierte in ihren zehn Jahren bei Gaumont über 700 Filme, deren Stil auch nach ihrem Weggang die Gaumont-Produktionen prägte. Ihr größter Wurf in dieser Zeit war der lange Spielfilm „La vie du Christ“ mit 300 Statisten – eine Vorahnung späterer Monumentalwerke mit biblischem Thema.

Nachdem sie geheiratet hatte, machte sie drei Jahre Arbeitspause. Dann jedoch, ihr Mann hatte inzwischen die Leitung des Gaumont Studios in Flushing, Queens,übernommen und die beiden waren in die USA übersiedelt, gründeten die beiden ihre eigene Produktion, The Solax Company. Sie übernahm die künstlerische Leiterung, ihr Mann die geschäftliche; in den folgenden Jahren überwachte noch einmal die Produktion von mehr als 300 Filmen, auch Regie führte sie bei etwa 40 davon.

Sowohl das wirtschaftliche Scheitern der Solax, später Blaché Company durch den Oligopoldruck durch Edisons MPPC, aufgrund dessen die Blachés zunächst noch gemeinsam in Hollywood arbeiteten, wie auch seine Untreue führte zum Scheitern ihrer Ehe. Guy-Blaché kehrte nach Frankreich zurück und zog sich aus dem aktiven Filmgeschäft zurück; sie schrieb allerdings weiterhin Drehbücher und hielt Vorlesungen. Gegen Ende ihres Lebens folgte sie einer ihrer Töchter wieder in die USA und starb dort 95jährig.
Weitere biografische Details können den Links unten entnommen werden. Dort ist auch die Seite des Dokumentarfilms „Be Natural“ zu finden – „Be Natural“ war Guy-Blachés Motto für die Arbeiten im Studio – der durch Crowdfunding realisiert werden konnte und sich laut IMDb derzeit in der Postproduktion befindet.

Bild: By Apeda Studio New York – Collection Solax, Public Domain

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Alice Guy-Blaché was the first female director of narrative movies. At first a proficient secretary to Léon Gaumont in a still photography company, she accompanied him to the showing of the Lumière brothers‚ first moving picture. When their epmloyer went bankrupt, she supported Gaumont in founding his own studio. Which ever mixture of her own naivety and his cluelessness, or her vision and his trust it may have been, Guy-Blaché soon shot the first narrative one reelers and thusly was the only woman, along Meliès and the brothers Lumière, to invent the art of movie entertainment.
She experimented with colour tinting, double exposure, matte painting and synchronised sound (Gaumont’s chronophone), and produced more than 700 movies in her ten years at Gaumont, with a stlye that influenced Gaumont productions even after she had left. Her largest project was the long playing „La vie du Christ“ with 300 extras – a premonotion of later monumental productions with biblical themes.

After marrying, she took a three year break from work. Subsequently however, her husband meanwhile had taken over management of the Gaumont Studios in Flushing, Queens, and the two had moved to the United States, the Blachés established their own production, The Solax Company. She was in charge of the artistic side, her husband managed business; in the following years she oversaw the production of another more than 300 movies, directing about 40 them herself.

The economic failure of the Solax, later Blaché Company, under the pressure of the oligopoly of Edison’s MPPC, because of which the Blachés firstly continued to work together in Hollywood, as well as his infidelity broke up their marriage. Guy-Blaché returned to France and withdrew from active film-making; she however continued to wrtie scripts and gave lectures. At the end of her life, she followed one of her daughters back to the US and died there at the age of 95.

Further biographical details are found following the links below. Also below the website of the documentary „Be Natural“ – „Be Natural“ being Guy-Blachés motto for working in the studio – which has been made possible by crowndfunding and is in post-production according to IMDb.

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Women Film Pioneers Project
Amy Poehler’s Smart Girls
Be Natural The Movie

24/2017: Lucy Christiana Duff Gordon, 13.6.1863

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Lucy, Lady Duff-Gordon begann als Schneiderin selbstentworfener Kleider zu arbeiten, um sich und ihre Tochter zu ernähren, nachdem sie sich vom untreuen und trinkenden Ehemann hatte scheiden lassen. Ihre Entwürfe fanden solchen Zuspruch, dass sie in den folgenden zehn Jahren drei Mal mit ihrem Geschäft umziehen musste. 1903 gründete sie Lucile Ltd, womit sie ihre größten Erfolge als Modedesignerin feierte.
Duff-Gordon erfand die Modenschau mit dem Catwalk – damals noch geschlossene Gesellschaften zum Tee, nur für geladene Gäste, mit Bühnenaufbau, Lichtarrangement und Streicherquartett, bei denen die Mannequins ihre Kreationen in Bewegung vorführten. Ihre Designs für Abendmode, Teekleider und Lingerie waren reich an wallenden, fliegenden Stoffen und Faltenwürfen. Der Lagenlook und die applizierten Seidenblumen wurden zu ihrem Kennzeichen.

Aufsehen erregte Lady Duff-Gordon auch noch damit, dass sie eine der Überlebenden des Untergangs der Titanic war, und in den Prozessen verhört wurde, die der Katastrophe folgten – sie hatte mit ihrem Mann und zehn anderen, z. T. Crewmitgliedern, in einem Rettungsboot für 40 Menschen gesessen. Das Ehepaar wurde zu Vorwürfen verhört, sie hätten die Crewmitglieder bestochen, keine weiteren Schiffbrüchigen aufzunehmen; juristisch wurden sie freigesprochen, ihr Ehemann litt aber angeblich Zeit seines Lebens unter der schlechten Presse, die er während des Prozesses erhielt. Sie hatten wohl tatsächlich Geldgeschenke gemacht, aber nicht, um andere Menschen aus ihrem Rettungsboot fernzuhalten, sondern nach der Rettung aus Dankbarkeit.

Einige Bilder ihrer Designs mit entsprechend fachmännischen Texten sind in den Links unten zu finden.

Bild: By Arnold Genthe – This image is available from the United States Library of Congress’s Prints and Photographs division under the digital ID agc.7a15137.This tag does not indicate the copyright status of the attached work. A normal copyright tag is still required. See Commons:Licensing for more information., Public Domain

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Lucy, Lady Duff-Gordon began working as a dressmaker to support her daughter and herself, after having divorced from her unfaithful and drinking husband. Her designs were enjoyed such popularity that she had to move her business three times in the following ten years. In 1903 she incorporated Lucile Ltd with which she celebrated her biggest successes as a creator of fashion.
Duff-Gordon invented the fashion show with catwalk – then a private event for tea, invitations only, with stage and light show and string music, where the mannequins would show off her designs in motion. Her designs for evening wear, tea gowns and lingerie were rich with undulating, volant materials and drapery. The layered look and silk flower applications became her trademark.
Lady Duff-Gordon also received publicity with being one of the survivors of the Titanic sinking and being heard in the hearings following the disaster – she and her husband had been sitting with ten others, crew among them, in a life boat constructed for 40 people. The couple was interrogated to charges of them offering money to the crew to not pick up anymore survivors; they were freed of the charges by law, but her husband allegedly suffered for the rest of his life with the bad image the press gave him during the hearing. They seem to have indeed given money to crew members, but not to keep others out of the life boat, but in gratitude after they had been saved.
Some images of her designs with expert commentary can be found in the links below.

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FIDM Museum: Lucile
Fashion Reverie: Fashion Flashback – Lady Christina Duff-Gordon
CBCNews: 1900s top fashion designer Lady Duff Gordon gets hometown Guelph exhibit

23/2017: Alicia Boole Stott, 8.6.1860

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Alicia Boole Stott fand, ohne eine ausführliche Ausbildung als Mathematikerin erfahren zu haben, die sechs regulären Polytope in vier Dimensionen. Sie fand erst später heraus, dass sie damit die Theorien eines anderen Mathematikers, Ludwig Schläfli, bestätigt hatte. Der Begriff Polytope geht auf sie zurück, sie schrieb mehrere wissenschaftliche Arbeiten mit dem Mathematiker Pieter Schoute darüber und stellte Modelle aus Pappe dazu her. Wer sich weiter mit Tesserakten, Hyperwürfeln und anderen 4- und 5-Polytopen (s.u.) auseinandersetzt, wird verstehen, was für eine Leistung das ist.

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Wiki english
Alicia Boole Stott, without having had an extensive education as a mathematician, discovered the six regular polytopes in four dimensions. She only found out later, that thus she had confirmed the theories of another mathematician, Ludwig Schläfli. She coined the term polytope, wrote several papers on them with the studied mathematician Pieter Schoute and actually built cardboard models of her geometrical bodies. If you concern yourself a bit more with the tesseract, hypercube and other 4- and 5-polytopes (see below), you will understand what kind of an achievement that is.

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