Schlagwort: moore school of engineering

Ruth Teitelbaum

* 1924 • † 1986

Auch Ruth Teitelbaum gehört zu den Programmiererinnen des ENIAC, dem ersten turingmächtigen Universalrechner, an dem die vergangene Woche vorgestellte Marilyn Meltzer mitarbeitete sowie Frances Spence, Betty Holberton, Kay McNulty und Jean Bartik. Sie hatte einen Bachelor of Science in Mathematik am Hunter College gemacht und fand eine Anstellung an der Moore School of Electrical Engineering der University of Pennsylvania, wo sie mit den anderen fünf Frauen als ‚Computer‘ arbeitete. Als die Berechnung ballistischer Flugbahnen von Hand an Rechenmaschinen als zu umständlich erkannt wurde, lernte Teitelbaum Schaltpläne zu lesen, um die Daten per Lochkarten einzugeben.

Teitelbaum zog mit dem ENIAC zum Aberdeen Proving Ground um, wo sie mit Maria Goeppert-Mayer zusammengearbeitet haben muss. Sie unterrichtete dort zwei Jahre lang den Programmierer:innen-Nachwuchs.

Sie starb 1986. Auch sie wurde 1997 in die Women in Technology International Hall of Fame (Link Englisch) aufgenommen. Die Seite frauen-informatik-geschichte.de der Universität Bremen und des BmFSFJ stellt die Frauen und ihre Arbeit ebenfalls vor.

Marlyn Meltzer

* 1922 • † 7. Dezember 2008

Marlyn Meltzer machte mit 20 Jahren 1942 einen Universitätsabschluss an der Temple University in Philadelphia. Direkt im Anschluss fand sie eine Anstellung an der Moore School of Engineering (Link Englisch); sie konnte eine Rechenmaschine bedienen, was sie dafür qualifizierte, Berechnungen für die Wettervorhersage anzustellen. Im folgenden Jahr wechselte sie in ein Team, das für die Berechnung ballistischer Flugbahnen verantwortlich war: Meltzer wurde eine ‚Computor‘, gemeinsam mit Frances Spence, Betty Holberton, Kay McNulty, Jean Bartik und Ruth Teitelbaum; Informatikerinnen, die den ersten elektronischen turingmächtigen Universalrechner ENIAC programmierten.

Für zwei Jahre stellten die sechs Frauen alle nötigen Berechnungen von Hand an, die für die Programmierung des ENIAC nötig waren, anschließend waren sie es, die die Programmierung vornahmen; sie blieben unerwähnt, als der Computer 1946 an der University of Pennsylvania vorgestellt wurde. Marlyn Meltzer verließ kurz darauf das Projekt und heiratete, der Computer wurde zum Aberdeen Proving Ground umgezogen, wo unter anderem Maria Goeppert-Mayer mit weiterer Programmierung beauftragt wurde.

Marlyn Meltzer wurde 1997 in die Women in Technology International Hall of Fame eingeführt. Sie war ehrenamtlich tätig, unter anderem strickte sie in ihren letzten vier Lebensjahren noch mehr als 500 Chemomützen, für Menschen, die unter der Chemotherapie ihre Haare verloren haben. Sie starb am 4. Dezember 2008.

Im Dokumentarfilm Top Secret Rosies: The Female ‚Computers‘ of WWII von 2010 wird die Arbeit der Mathematikerinnen und Programmiererinnen des ENIAC gewürdigt. Dieser Artikel über die ‚Invisible Women‘ auf lifehacker.com.au befasst sich ebenfalls mit den übersehenen Frauen.

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