Schlagwort: vor dem 19. jahrhundert

KW 33/2016: Dorothea Schlözer, 18. August 1770

Dorothea Schlözer

Wiki deutsch Wiki englisch
Dorothea Schlözer vereint einige interessante Aspekte in sich. Als eine der Universitätsmamsellen aus Göttingen promovierte sie als zweite Frau Deutschlands (Dorothea Christiane Erxleben möchte ich auch gerne einmal besprechen, weiß aber noch nicht, wer sonst in der KW im November ansteht), allerdings nur rite (dh. mit der schlechtesten Note), in klassischer Literatur, Bergbau, Baukunst und Mathematik. Schon die außergewöhnliche Teilhabe an Bildung, die ihr Vater, ein Professor an der Göttinger Uni, ihr gewährte, stieß bei Zeitgenossen und -genossinnen auf Unverständnis und Ablehnung. Ihr Promotion wurde auch von großen Geistern als „Farce“ (Schiller) gesehen.

Nichtsdestotrotz fand sie einen Mann, an dessen Seite sie ihre eigenen Interessen, ja, ihre eigenen Moralvorstellungen leben konnte: Bei der Eheschließung mit Mattheus Rodde nahm sie seinen Namen an und behielt ihren eigenen, wurde so zu Frau Dr. Rodde-Schlözer und hat damit wohl den Doppelnamen in Deutschland erfunden. Außerdem führte sie in dieser frühen Zeit bald, als nämlich durch ihren aufgeklärten Salon der französische Philosoph Charles de Villers in ihr Leben trat, eine polyamouröse Beziehung. Ihr Mann nahm sie auf verscheidene diplomatische Missionen mit, und sie wiederum nahm Villers und ihre Kinder mit. So traf sie in Paris verschiedene Philosophen und Künstler, die sie auch in ihren Werken abbildeten; bei einer zweiten Paris-Reise einige Jahre später traf sie sogar die französische Kaiserin, die an ihr als Madame Docteur ein besonderes Interesse hatte.

Nach diesem Zenit ging es leider für sie steil bergab. Ihr Zweitmann Villers konnte 1806 eine Plünderung ihres Hauses in Lübeck durch französische Soldaten noch einmal abwenden, doch drei Jahre später stellte sich heraus, dass ihr Ehemann im Prinzip bankrott war. Es gelang ihr, wieder mit Hilfe Villers, das eigene Vermögen vor der Pfändung zu bewahren und mit der ganzen polyamourösen Familie nach Göttingen umzusiedeln. Ihr Ehemann litt gesundheitlich stark und wurde frühzeitig zum Pflegefall, ihr Geliebter Villers starb, kurz darauf auch zwei ihrer Kinder. Als auch die jüngste Tochter an Tuberkulose erkrankte, sollte eine Reise nach Marseille Besserung bringen, doch dort war es zum Ankunftszeitpunkt zu kühl und feucht. Inzwischen war auch Dorothea selbst erkrankt, auf dem Rückweg endete für sie in Avignon die Reise und, 55jährig, auch das Leben.

Bild: Von UnbekanntWebseiten der Georg-August-Universität Göttingen, Gemeinfrei

*

Von 239 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 14 (inklusive Dorothea Schlözer) Frauen:
16.8.1355 Philippa Plantagenet, 5. Countess of Ulster
16.8.1573 Anna von Österreich
18.8.1575 Anna Maria von Pfalz-Neuburg
19.8.1596 Elisabeth Stuart
18.8.1611 Luisa Maria Gonzaga
20.8.1613 Sophie Elisabeth von Mecklenburg
19.8.1637 Æmilie Juliane von Barby-Mühlingen
20.8.1695 Marie Louise Élisabeth de Bourbon-Orléans
19.8.1743 Marie-Jeanne Bécu, Comtesse du Barry
20.8.1752 Friederike Caroline Luise von Hessen-Darmstadt
15.8.1776 Sophie Brentano
17.8.1786 Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld
21.8.1793 Dorothea von Sagan

KW 32/2016: Théroigne de Méricourt, 13. August 1762

Théroigne de Méricourt

Wiki deutsch Wiki englisch
Théroigne de Méricourt ist ein bisschen das Gegenmodell zu Charlotte Corday; zumindest stand sie politisch die meiste Zeit auf der anderen Seite.

Nach einem recht bewegten jungen Leben in Frankreich und England, während dessen sie einige Tätigkeiten erlernte und die hochdotierte Schenkung eines abgewiesenen Freiers entgegennahm, kam sie 1785 nach Paris und wurde unter aktiver Teilnahme in die Wirren der französischen Revolution verstrickt. Sie schloss sich den Jakobinern an, entgegen mancher Behauptungen jedoch nahm sie nach eigenen Angaben weder am Sturm auf die Bastille noch am Marsch nach Versailles mit den Poissarden teil. Statt dessen lebte sie in Versailles, wo sie eine politische Gesellschaft, den „Klub der Menschenrechte“, gründete und sich in Männer-Reitkleidung zeigte. Allein dies und ihre Unterstützung für gemischt-geschlechtliche und weibliche Patriotenvereine ließen sie in der damaligen Zeit fragwürdig und „lose“ erscheinen. Die Presse hetzte gegen sie und streute Gerüchte, außerdem wurde schließlich ein Haftbefehl gegen sie erlassen, sodass sie 1790 in ihre Heimat Lüttich floh; dort wurde sie von der kaiserlichen österreichischen Polizei festgenommen und ein Jahr in Kufstein in Tirol inhaftiert gehalten. Der Gefängnisaufenthalt hatte verheerende Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Gesundheit, unter denen sie den Rest ihres Lebens litt. Als klar wurde, dass sie mitnichten eine der Anführerinnen der Revolution war, entließ man sie nach Wien, wo sie ein weiteres Jahr lebte, bevor sie 1792 nach Paris zurückkehrte.

Während dieses zweiten Aufenthaltes in Paris wurde sie wegen ihrer Hafterfahrung als Heldin der Revolution gefeiert und war nun tatsächlich am Tuilleriensturm beteiligt. Sie erhielt die Bürgerkrone und sprach vor der Nationalversammlung und der Versammlung der Jakobiner von ihrer Zeit im Gefängnis. In dieser Zeit wurde sie als „Amazone der französischen Revolution“ bekannt, weil sie lautstark für das Recht der Frauen auf Bewaffnung eintrat. Sie näherte sich allerdings politisch stärker den Girondisten an, was ihr zum Verhängnis wurde: Am 15. Mai 1793 wurde sie von mehreren Frauen der Sansculotten-Bewegung (die den Jakobinern nahestanden) angegriffen, entkleidet und von Schlägen schwer am Kopf verletzt. Es war der Jakobiner Jean-Paul Marat, der ihr zu Hilfe eilte und zunächst das Leben rettete. Doch dieser Anschlag bedeutete das Ende ihrer politischen Aktivität, da sie nun unter den körperlichen und seelischen Folgen der Attacke litt. Ihr Verhalten wurde unberechenbar und im September des Folgejahres, 1794, wurde sie in eine Anstalt eingeliefert, in der sie die letzten 23 Jahre ihres Lebens verbrachte.

Bild: By Formerly attributed to Antoine Vestier – Reproduction in André Foulon de Vaulx, « Antoine Vestier. 1740-1824. Notes et Renseignements », Extrait du Carnet historique et littéraire, Paris, Émile Paul Éditeur, 1901, Public Domain

*

Von 216 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 34 (inklusive Théroigne de Méricourt) Frauen:
10.8.1439 Anne of York
14.8.1473 Margaret Pole, 8. Countess of Salisbury
10.8.1520 Madeleine von Frankreich
10.8.1549 Katharina von Brandenburg-Küstrin
12.8.1566 Isabella Clara Eugenia von Spanien
11.8.1582 Sabina Catharina
12.8.1591 Luise von Marillac
10.8.1597 Charlotte Louise von Hanau-Münzenberg
12.8.1629 Isabella Clara von Österreich
8.8.1646 Eleonore Charlotte von Sachsen-Lauenburg
12.8.1646 Luise Elisabeth von Kurland
12.8.1651 Margarita Theresa von Spanien
10.8.1658 Susanna Maria von Sandrart
11.8.1660 Henrietta Wentworth, 6. Baroness Wentworth
11.8.1667 Anna Maria Luisa de’Medici
9.8.1669 Jewdokija Fjodorowna Lopuchina
12.8.1674 Maria von Lothringen
12.8.1676 Dorothea Friederike von Brandenburg-Ansbach
12.8.1704 Karoline von Nassau-Saarbrücken
11.8.1706 Marie-Auguste von Thurn und Taxis
14.8.1727 Anne Henriette de Bourbon
14.8.1727 Marie Louise Élisabeth de Bourbon
11.8.1730 Charlotte Amalie von Hessen-Philippsthal
11.8.1737 Augusta von Hannover
9.8.1738 Anna Pestalozzi
13.8.1743 Marie Elisabeth von Österreich
13.8.1752 Maria Karolina von Österreich
11.8.1763 Louise Eleonore zu Hohenlohe-Langenburg
9.8.1764 Caroline Auguste Fischer
12.8.1767 Friederike Leisching
14.8.1767 Christine Englerth
8.8.1768 Elisabeth Eleonore Bernhardi
13.8.1781 Betty Gleim
13.8.1792 Adelheid von Sachsen-Meiningen

KW 31/2016: Kōgyoku, 7. August 594

Kaiserin Kōgyoku Saimei

Wiki deutsch Wiki englisch

Als Takara no himemiko (Prinzessin Takara) geboren, regierte Kōgyoku als 35. und 37. Tenno im Japan des 7. Jahrhunderts. Das erste Mal kam sie auf den Thron als Witwe des 34. Tenno, nach drei Jahren wurde sie von ihrem eigenen Sohn in einem Staatsstreich abgesetzt. Ihr Bruder Karu wurde japanischer Kaiser unter dem Namen Kōtoku, verstarb jedoch nach vier jahren Regierungszeit. Als der Thron wieder frei wurde, war zwar eigentlich ihr Sohn Naka no Ōe der Erbberechtigte, Takara nahm jedoch zunächst wieder die Regierung an sich, dieses Mal unter dem Namen Saimei. Sie regierte noch einmal 6 Jahre lang, gegen Ende ihrer Regierungszeit trat Japan in einen Konflikt mit Korea ein. Kōgyoku starb mit 67 Jahren, ihr Sohn wurde anschließend Kaiser Tenji.

Bild: By Published by 三英舎 (San’ei-sha) – „御歴代百廿一天皇御尊影“, Public Domain

*

Von 229 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 33 (inklusive Kōgyoku) Frauen:
4.8.1469 Margarete von Sachsen
4.8.1470 Lucrezia di Lorenzo de’Medici
5.8.1581 Hedwig von Dänemark
4.8.1586 Dorothea von Ahlefeldt
1.8.1589 Alexandrine von Taxis
7.8.1600 Eleonore Marie von Anhalt-Bernburg
2.8.1612 Saskia von Uylenburgh
6.8.1619 (getauft) Barbara Strozzi
1.8.1627 Luise Christine von Savoyen-Carignan
6.8.1644 Louise de La Vallière
3.8.1662 Sophia Henriette von Waldeck
4.8.1666 Franziska Barbara
6.8.1666 Marie Sophie von der Pfalz
2.8.1684 Sophia von Sachsen-Weißenfels
4.8.1696 Maria Anna von Bayern
2.8.1704 Maria Caroline Charlotte von Ingenheim
3.8.1713 Elisabeth Albertine von Sachsen-Hildburghausen
5.8.1715 Charlotte Sophie Bentinck
7.8.1734 Maria Anna von Bayern
3.8.1735 Juliane Charlotte Friederike Grimm
3.8.1739 Dominika von Gillern
7.8.1751 Wilhelmine von Preußen
5.8.1756 Maria Gottliebin Kummer
7.8.1760 Anna Margaretha Zwanziger
4.8.1765 Rose Lacombe
1.8.1776 Francesca Scanagatta
7.8.1776 Amalie von Nassau-Weilburg
2.8.1780 Marie-Anne Gaboury
7.8.1783 Amalia von Großbritannien, Irland und Schottland
3.8.1795 Anne Bignan
3.8.1796 Anna Lühring
1.8.1799 Sophie de Ségur

KW 30/2016: Charlotte Corday, 27. Juli 1768

Charlotte Corday Frauenfiguren

Wiki deutsch Wiki englisch
Charlotte Corday wuchs als Tochter eines verarmten Adeligen in der französischen Provinz auf. Nachdem die Mutter früh verstorben war, erhielt sie durch günstige Umstände mit ihren Schwestern zusammen eine Ausbildung in einer Abtei, bei der sie auch erstmals mit der Philosophie der Aufklärung in Berührung kam. Als die Abtei im Laufe der französischen Revolution geschlossen wurde, kehrte Charlotte mit ihren Schwestern zu ihrem Vater zurück, voller Interesse an den politischen Ereignissen vor allem in der fernen Hauptstadt Paris, bei denen sie vor allem mit den Girondisten sympathisierte. Durch den Filter ihrer Umgebung und ihres Horizontes betrachtet, erschien ihr Jean Paul Marat, ein Zeitungsverleger und Anführer der Jakobiner, als Hauptursache der ihrer Ansicht nach fehlgeleiteten Entwicklungen. Deshalb reiste die 25jährige schließlich auf eigene Initiative in die Hauptstadt, um den „Volksverführer“ zu töten. Eigentlich hatte sie Marat bei einer öffentlichen Versammlung umbringen wollen und gehofft, sofort im Anschluss von seinen aufgebrachten Parteigängern „zerrissen“ zu werden, sodass die Frage nach ihrem Namen und Motiv nicht gestellt würde. Marat litt jedoch an einer Hautkrankheit, die ihn stark einschränkte, und verließ seine Wohnung kaum noch. Sie erstand ein Küchenmesser auf einem Markt und versuchte dann am 13. Juli 1793 zweimal, unter Vorwand zu Marat in seiner Privatwohnung zu gelangen – sie wurde jedoch beide Male von dessen Lebensgefährtin abgewiesen. Als sie es jedoch am Abend noch einmal versuchte, geriet sie mit der Concierge Marats in Konflikt, woraufhin dessen Lebensgefährtin die Tür öffnete und Marat schließlich forderte, die junge Frau hereinzulassen, die ihm angeblich die Namen von untergetauchten Girondisten nennen wollte. Seine Lebensgefährtin führte Corday herein und ließ die beiden alleine. Nachdem sie ihm einige Girondisten genannt hatt, deren Namen er notierte, soll er (nach ihren Angaben) gesagt haben, er werde diese alle auf die Guillotine bringen, woraufhin sie ihm das Messer in die Brust stieß. Er konnte noch seine Lebensgefährtin rufen, doch verstarb kurz nachdem man ihn aus der Wanne gehoben hatte. Charlotte Corday wurde am Tatort niedergeschlagen und festgenommen.

Im folgenden Prozess betonte sie immer wieder, dass sie aus eigener Motivation und ohne Aufforderung anderer gehandelt hatte. Vor den aufgebrachten Bürgern, die sie auch ohne Prozess gehenkt hätten, ließ sie während ihrer Haft ein Portrait von sich anfertigen; nach vier Tagen war ihr der Prozess gemacht und das Todesurteil ausgesprochen worden. Charlotte Corday ertrug dies alles mit Fassung und legte selbst ihren Kopf auf das Schafott; ihr Henker nahm ihren abgeschlagenen Kopf aus dem Korb und versetzte ihm einen Schlag, wofür er mit drei Monaten Haft bestraft wurde.

Ihre Tat erreichte das genaue Gegenteil dessen, worauf sie abgezielt hatte: Statt die Partei der Jakobiner handlungsunfähig zu machen, indem sie ihr den vermeintlichen Kopf abschlug, gewann sie mehr Sympathien durch den „Märtyrertod“ Marats. Die Girondisten wurden insgesamt verfolgt und viele als Folge von Cordays Tat hingerichtet. Einer der Leidtragenden sagte über Charlotte Corday, sie habe die Partei zwar zugrunde gerichtet, ihnen aber gezeigt, wie man sterben müsse.

Bild: By François Séraphin Delpech, Public Domain

*

Von 131 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 37 (inklusive Charlotte Corday) Frauen:
28.7.1347 Margarethe von Durazzo
25.7.1373 Johanna II. (Neapel)
25.7.1473 Maddalena de’Medici
25.7.1490 Amalie von der Pfalz
27.7.1516 Aemilia von Sachsen
28.7.1522 Margarethe von Parma
26.7.1575 Anna Katharina von Brandenburg
31.7.1578 Katharina Belgica von Oranien-Nassau
27.7.1595 Barbara von Pfalz-Zweibrücken-Neuburg
30.7.1601 Anna Eleonore von Hessen-Darmstadt
25.7.1604 Dorothea Diana von Salm
28.7.1609 Judith Leyster
28.7.1610 Leonora Duarte
30.7.1625 Sibylle Hedwig von Sachsen-Lauenburg
27.7.1629 Ludovica Cristina von Savoyen
28.7.1645 Marguerite Louise d’Orléans
30.7.1683 Sophia Albertine von Erbach-Erbach
26.7.1689 Maria Anna Josepha Althann
27.7.1740 Jeanne Baret
26.7.1744 Maria Elisabeth Ziesensis
25.7.1746 Maria Francisca Benedita von Portugal
30.7.1751 Maria Anna Mozart
25.7.1756 Elizabeth Hamilton
26.7.1756 Maria Fitzherbert
29.7.1759 Rosa Dorothea Ritter
25.7.1761 Charlotte von Kalb
27.7.1765 Friederike von Württemberg
28.7.1768 Henriette Frölich
27.7.1773 Luisa Maria von Neapel-Sizilien
31.7.1773 Thérésia Cabarrus
25.7.1775 Anna Harrison
27.7.1775 Therese Brunsvik
31.7.1776 Maria Euphrasia Pelletier
25.7.1794 Amalie Sieveking
26.7.1796 Aimée-Zoë de Mirbel
25.7.1797 Auguste von Hessen

KW 29/2016: Caroline Mathilde, 22. Juli 1751

Caroline Mathilde Frauenfiguren

Wiki deutsch Wiki englisch

Caroline Mathilde zählt wieder einmal zu den Damen, deren persönliches Schicksal durch die politischen Umstände bestimmt wurde. Als jüngste Tochter des vor ihrer Geburt verstorbenen Prince of Wales Friedrich Ludwig von Hannover war sie an sich keine interessante Partie auf dem europäischen Adels-Heiratsmarkt. Sie war ein offenes, natürliches und gebildetes Mädchen, das wenig in der Öffentlichkeit erschien.

Dann starb der dänisch-norwegische König Friedrich V. und sein 17jähriger, an einer geistigen oder seelischen Störung leidender Sohn Christian VII. bestieg den Thron. Ob dieser an einer sozialen Störung litt oder an Schizophrenie, ist nicht sicher; in jedem Fall wurde seine Vorbelastung verschlimmert durch den frühen Tod der Mutter und die folgende lieblose Kindheit mit Vater und Stiefmutter. Der junge König wurde mit seiner 13jährigen englischen Cousine verheiratet – und sie mit ihm –, um das englisch-dänisch-norwegische Verhältnis zu festigen und, armes Mädchen, seine Ausschweifungen einzugrenzen.

Christian liebte seine Frau nicht nur nicht, er machte keinen Hehl daraus, dass er sie verabscheute, und zog es vor, mit seiner Mätresse durch die Bordelle zu ziehen. Nichtsdestotrotz, von den politischen Machthabern hinter dem unfähigen König beschworen, entstand nach drei Jahren ein Kind aus der Bindung, der dänisch norwegische Kronprinz Friedrich (VI.). Statt sie als Mutter seines Thronfolgers jedoch wertzuschätzen, isolierte er sie noch mehr, indem er ihre Kammerzofe Louise von Plessen entließ, die ihn für sein Verhalten gegenüber seiner Frau gerügt hatte, und für eine Europareise am Hof zurückließ.

Auf dieser Europareise allerdings lernte er den Arzt Johann Friedrich Struensee kennen, der als einer der wenigen in der Lage war, mit dem launischen und ungezügelten König umzugehen. Der Arzt gewann sein Vertrauen und kehrte mit dem König an den Hof zurück, wo er zum Leibarzt des Königs wurde und, nach anfänglichem Misstrauen der jungen Mutter gegen einen Verbündeten ihres Mannes, auch der Königin näher kam. Unter anderem eine erfolgreiche Impfung gegen die Pocken, die er am kleinen Kronprinzen vornahm, gewann die inzwischen 18jährige Königin für den Arzt.

Aus der professionellen wurde bald eine persönliche Beziehung, die der gehörnte König jedoch möglicherweise nicht nur duldete, sondern sogar förderte – schließlich war der Arzt sein Freund und seine Frau ihm nur lästig. Caroline Mathilde gewann durch die Beziehung zu Struensee an Selbstvertrauen; schon zuvor war sie mit ihrer ungezwungen Art, durch Kopenhagen zu spazieren, statt mit der Kutsche zu reisen, aufgefallen. Nun wurde sie in Männerkleidung im Herrensitz reitend auf Ausflügen mit dem Arzt gesichtet, was zu dieser Zeit selbstverständlich Skandalmaterial war. Wann genau die Intimität zwischen Arzt und Patientin die Grenze zu Liebhaber und Geliebter überschritt, ist nicht mehr zu sagen. In jedem Fall gilt es als sicher, dass Caroline Mathildes zweites Kind, die Tochter Louise Augusta, Struensees Tochter war, obwohl Christian sie als sein Kind anerkannte.

Vor dem Hintergrund Christians immer deutlicher werdender Unzurechnungsfähigkeit wurde Caroline Mathilde, inzwischen 21 Jahre alt, auch als Regentin wichtiger und selbstsicherer. Zudem vertraute der König Struensee sein eigenes Regierungsgeschäft an, sodass die beiden Liebenden bald als Königin und Schattenkanzler das Heft in der Hand hatten. Dies gefiel einigen im adligen Umkreis des Hofes nicht, vor allem, da Struensee geradezu zwanghaft zahlreiche Reformen im Sinne der Aufklärung anstieß. So wurde der Stiefmutter des Königs ein Dokument zugespielt, dass ein Komplott Struensees mit Caroline Mathilde nahelegte, den König zu beseitigen, um endlich mit voller Autorität reigieren zu können. Daraufhin wurde Struensee verhaftet, Caroline Mathilde in Schutzhaft genommen und das Scheidungsverfahren von König Christian eingeleitet. Möglicherweise wußte der König nichts davon, die Königin selbst durfte nicht aussagen; nach weniger als vier Wochen wurde Caroline Mathilde von König Christian geschieden, ihre beiden Kinder jedoch wurden weiterhin als legitime Nachfolger anerkannt. Ihr Sohn Friedrich wurde später als Nachfolger Christians König von Dänemark-Norwegen.

Struensee unterzeichnete ein Geständnis, in dem er eine Beziehung zur Königin zugab. Caroline Mathilde unterzeichnet ein vorgeschriebenes Geständnis ebenfalls, im Glauben, sein Leben damit retten zu können – Struensee wurde einige Zeit später zum Tode verurteilt und hingerichtet. Caroline Mathilde wurde schlußendlich nach Celle exiliert und sah ihre beiden Kinder – der Sohn zu dem Zeitpunkt 4, die Tochter ein Jahr alt – niemals wieder. In Celle adoptierte sie eine Halbwaise, um sie über den Schmerz des Verlustes hinwegzutrösten. Sie starb 24jährig an Scharlach, den sie sich wohl am Krankenbett ihrer Adoptivtochter zugezogen hatte.

Bild: By Jens Juel, Public Domain

*

Von 115 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 20 (inklusive Caroline Mathilde) Frauen:
22.7.1210 Johanna von England
24.7.1242 Christina von Stommeln
24.7.1468 Katharina von Sachsen
23.7.1503 Anna von Böhmen und Ungarn
22.7.1535 Katharina Stenbock
23.7.1549 Anna Elisabeth von der Pfalz
24.7.1561 Anna Maria von der Pfalz
22.7.1647 Margareta Maria Alacoque
23.7.1647 Luise Marie von der Pfalz
23.7.1648 Anna Henriette von Pfalz-Simmern
24.7.1720 Luise Ulrike von Preußen
23.7.1721 Anna Dorothea Therbusch
23.7.1722 Anne-Catherine de Ligniville Helvétius
18.7.1724 Maria Antonia von Bayern
24.7.1727 Maria Anna Sagar
21.7.1732 Amalie von Sachsen-Hildburghausen
24.7.1738 Betje Wolff
24.7.1766 Julie von Voß
21.7.1774 Louise Pauli

KW 28/2016: Charlotte von Preußen, Alexandra Fjodorowna, 13. Juli 1798

Charlotte von Preußen Frauenfiguren

Wiki deutsch Wiki englisch
Charlotte von Preußen wurde durch Heirat mit dem Großfürst Nikolaus von Russland, dem Bruder des Kaisers Alexanders I., zunächst zur Großfürstin und später, als ihr Schwager ohne lebende Nachkommen verstarb, Kaiserin von Russland. Bei der Hochzeit mit einem Mitglied der russisch-orthodoxen kaiserlichen Familie nahm sie auch die russisch-orthodoxe Religion und den Namen Alexandra Fjodorowna an.
Ungewöhnlich an ihr und ihrer Beziehung ist, dass sich die beiden, die auch eine politische Verbindung eingehen sollten, glücklicherweise auch ineinander verliebten. Zeit ihres Lebens war Charlotte/Alexandra ihrem Ehemann liebevoll zugetan – es war auch gar nicht ihr Ehrgeiz gewesen, Kaiserin zu werden. Die beiden lebten eher bescheiden mit ihren vier Kindern, bis Alexander I. ohne Nachkommen verstarb und Nikolaus I. zum Kaiser gemacht wurde.

Als Kaiserin schenkte sie ihrem Mann noch drei weitere Kinder, doch dann wurde ihr aufgrund ihres Gesundheitszustandes unter anderem der Sex untersagt. Ihr Mann nahm sich eine Geliebte, mit der Charlotte/Alexandra auch nach seinem Tod noch befreundet blieb. Als Charlotte/Alexandra starb, soll sie gerufen haben: „Niki, ich komme zu dir!“

Bild: Von liveinternet.ru, Gemeinfrei

*

Von 106 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 6 (inklusive Charlottte von Preußen) Frauen:
17.7.1512 Sibylle von Jülich-Kleve-Berg
12.7.1532 Mechthild von Bayern
17.7.1584 Agnes von Brandenburg
13.7.1764 Maria Catharina Tismar
13.7.1776 Amalie Christiane von Baden

KW 27/2016: Artemisia Gentileschi, 8. Juli 1593

Artemisia Gentileschi

Wiki deutsch Wiki englisch
Artemisia Gentileschi war die talentierte Tochter eines Barockmalers, der wie damals verbreitet von Caravaggios Stil beeinflusst war. Sie zeigte schon früh mehr Können als ihre Brüder und wurde von ihrem Vater gefördert.

Mit 18 wurde sie von einem Kollegen und Freund ihres Vaters, der sie unterrichten sollte, vergewaltigt. Da der Mann ihr versprach, sie zu heiraten – was ihre Ehre hätte retten können –, unterhielt sie weiterhin ein auch sexuelles Verhältnis zu ihm. Als sich nach mehreren Monaten herausstellte, dass ihr Vergewaltiger bereits verheiratet war und niemals vorhatte, sie zu ehelichen, zeigte ihr Vater ihn an. Im folgenden Prozess, bei dem es vornehmlich darum ging, dass er ihre Jungfräulichkeit geraubt hatte, aber auch, dass er Bilder aus dem Haus Gentileschi gestohlen habe sollte, wurden Artemisia Daumenschrauben angelegt und musste sie sich einer peinlichen gynäkologischen Untersuchung unterziehen – denn natürlich war die Glaubwürdigkeit der Überlebenden das, was am meisten zu bezweifeln war. Schließlich wurde der Täter zu acht Monaten Haft (für alle angezeigten Taten) verurteilt, von denen er allerdings keinen einzigen im Gefängnis verbrachte. Artemisias Ruf in Rom war nun angegriffen, weshalb sie nach Florenz ging, wo sie eine lange und erfolgreiche Karriere als Malerin begann.

Artemisia gilt als eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Malerin des Barock; ihre Werke sind von körperlich und seelisch starken, entschlossenen und wenig zimperlichen Frauen dominiert. Theoretisch wird das Frauenbild ihres Werkes auch auf ihre eigene Lebensgeschichte zurückgeführt – eines ihrer bekanntesten Werke, „Judith und Holofernes„, zeigt, so kann man sich vorstellen, ihre eigene Phantasie, was sie mit ihrem Vergewaltiger gerne getan hätte. Auch kann man in der Vertrautheit und engen Zusammenarbeit mehrerer Frauen auf ihren Bildern ihren Wunsch nach starker schwesterlicher Gemeinschaft lesen – ein Wunsch, der geprägt ist von dem Vertrauensbruch einer mütterlichen Freundin (Artemisias Mutter starb, als sie 12 war), die die Vergewaltigung wohl hätte verhindern oder zumindest bezeugen können, die sich aber lieber nicht einmischte (der englische Wiki-Artikel geht auf diese Details und diese Lesart ausführlicher ein).

Ein interessanter Kommentar zum Werk und der Historie Artemisias Gentileschi ist das Portmanteau „Susanna and the Elders: Restored“ von Kathleen Gilje, dem ich gerade erst einmal als echtes Röntgenbild aufgesessen bin. Eine spannende Sache.

Bild: By Artemisia Gentileschi – The Athenaeum: Home – info – pic, Public Domain

*

Von 139 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 14 (inklusive Artemisia Gentileschi) Frauen:
7.7.1207 Elisabeth von Thüringen
5.7.1321 Johanna Plantagenet
6.7.1387 Blanka, Königin von Navarra
7.7.1528 Anna von Österreich
5.7.1532 Anna von Tecklenburg-Schwerin
5.7.1554 Elisabeth von Österreich
10.7.1640 Aphra Behn
5.7.1670 Dorothea Sophie von der Pfalz
5.7.1755 Sarah Siddons
9.7.1764 Ann Radcliffe
9.7.1766 Johanna Schopenhauer
5.7.1773 Johanna Elisabeth Bichier des Ages
8.7.1792 Therese von Sachsen-Hildburghausen

KW 26/2016: Rose Bertin, 2. Juli 1747

Wiki deutsch Wiki englisch
Rose Bertin erlernte sehr früh das Handwerk der Modistin und ging als solche bereits mit 16 Jahren von Abbeville nach Paris, wo sie zunächst in einem Modegeschäft arbeitete. Mit 23 Jahren eröffnete sie ihr eigenes Geschäft „Au Grand Mogol“, mit dem sie bald beim Adel erfolgreich war und schließlich zur Modistin und Hutmacherin für Marie Antoinette wurde. Sie verdiente königliches Geld mit ihren Kreationen und verstand sich mehr als Künstlerin denn als Handwerkerin; die einfach Schneiderei war nicht ihr Metier, sie schuf die künstlerischen, pompösen Verzierungen und Aufbauten von Kleidern und Hüten. Zu ihrer erfolgreichsten Zeit nahm sie das Hundertfache des Tageslohnes eines gelernten Arbeiters mit einem ihrer Werke ein.

Die französische Revolution beendete auch ihren großen Erfolg, indem sie die meisten ihrer Kundinnen als Hinrichtungsopfer forderte, und sie sah sich durch das nahe, vertraute Verhältnis zum Adel selbst, nicht zu Unrecht, gefährdet. Rose Bertin gelang es, ihr Vermögen über die Dauer der Revolution zu bewahren und in England zu arbeiten; als sie jedoch nach Ende der Revolution ins Napoleonische Frankreich zurückkehrte, war ihre Rokoko-Kunst so gut wie überflüssig geworden – der schlichte, ungeschmückte Empire-Stil war nun maßgeblich. Sie übertrug zu Beginn des 19. Jahrhunderts ihr Geschäft auf ihren Neffen und verstarb 1813 in der Nähe von Paris.

Bild: By Jean-François Janinet – Gazette Drouot, Public Domain

*

Von 138 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 13 (inklusive Rose Bertin) Frauen:
29.6.1136 Petronella
2.7.1473 Marie von Baden
29.6.1475 Beatrice d’Este
29.6.1482 Maria von Spanien
2.7.1574 Dorothea Maria von Anhalt
3.7.1576 Anna Von Preußen
30.6.1604 Margarete Elisabeth von Leiningen-Westerburg
1.7.1627 Anna Maria von Mecklenburg
2.7.1630 Marie-Madeleine de Brinvilliers
3.7.1709 Wilhelmine von Preußen
29.6.1774 Amalie von Hessen-Homburg
28.6.1799 Amalie von Nürnberg

KW 25/2016: Elena Lucrezia Cornaro Piscopia, 25. Juni 1646

Wiki deutsch Wiki englisch
Elena Lucrezia Cornaro Piscopia war die erste Frau der Welt, der ein Doktortitel verliehen wurde.

Als fünftes uneheliches Kind einer Bäuerin mit einem paduanischen Prokurator (ihre Eltern heirateten später) erhielt sie bereits früh Unterricht in Griechisch und Latein, lernte bis zu ihrem 7. Lebensjahr auch noch Hebräisch, Arabisch, Französisch und Spanisch und verdiente sich damit den Titel Oraculum Septilingue (die siebte Sprach dabei ihre Muttersprache Italienisch). Ein Freund Galileis, Carlo Rinaldi, setzte sich dafür ein, ihr einen Doktortitel in Theologie zu verleihen, doch der Bischof von Padua vertrat die – gängige – Meinung, eine Frau habe in der Kirche zu schweigen, daher könne sie folglich auch keine Lehrbefugnis erhalten. In Philosophie hingegen war die Geschlechtertrennung nicht so streng, sodass sie im Juni 1678, nachdem sie eine Stunde lang in klassischem Latein komplexe Passagen aus dem Werk Aristoteles diskutiert hatte, ihren Doktortitel der Philosophie erhielt.

Sie widmete sich in den folgenden Jahren dem Studium und dem Schreiben, verstarb jedoch 38jährig an Tuberkulose.

Ein Einschlagkrater auf der Venus heißt nach ihr „Piskopia“.

Bild: By Unknown, Public Domain

*

Von 138 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 11 (inklusive Elena Lucrezia Cornaro Piscopia) Frauen:
25.6.1242 Beatrix von England
24.6.1311 Philippa von Hennegau
23.6.1456 Margarethe von Dänemark
21.6.1646 Maria Francisca Elisabeth von Savoyen
23.6.1703 Maria Leszczyńska
20.6.1754 Amalie von Hessen-Darmstadt
23.6.1763 Joséphine de Beauharnais
20.6.1786 Marceline Desbordes-Valmore
20.6.1797 Karolina Gerhardinger
23.6.1800 Charlotte Birch-Pfeiffer

KW 24/2016: Fanny Burney, 13. Juni 1752

Wiki deutsch Wiki englisch
Heute ist es also mal passiert – in Erwartung großer Veränderung im Alltag habe ich mein Augenmerk zu sehr auf die Vorbereitung der kommenden Monate gelegt und darüber die nächstliegende Priorität übersehen…

Fanny Burney war eine Schriftstellerin, die im England des 18. Jahrhunderts Bildungsromane schrieb, bevor diese als solche beliebt wurden. Jane Austen war eine Bewundererin ihrer Werke und von ihr beeinflusst; während sie Zeit ihres Lebens als Autorin erfolgreich war, wurde nach ihrem Tod ihr Schaffen vom Interesse an ihrem Privatleben – das sie in Tagebüchern ausführlich beschrieb – überschattet.

Neben ihren Werken verdanken wir ihr jedoch auch eine Beschreibung einer Mastektomie ohne Narkose. 1810 stellte sich bei Fanny Burney der Verdacht auf Brustkrebs ein, und um ihr Leben zu retten, unterzog sie sich dieser Behandlung – um später eindringlich darüber zu schreiben. Es folgt meine eigene Übersetzung (Originaltext auf der englischen Wikipedia-Seite), nicht für empfindliche Gemüter:

„Ich bestieg also ungefragt das Lager – und M. Dubois legte mich auf die Matter, & legte ein Batisttuch auf mein Gesicht. Es war jedoch durchsichtig & ich sah, dadurch, dass das Lager augenblicklich umkreist war von den 7 Männern und meiner Krankenschwester. Ich weigerte mich, festgehalten zu werden; doch als ich, hell durch das Batist, den Glanz des polierten Stahls sah – schloss ich meine Augen. (…) Jedoch – als der fürchterliche Stahl in die Brust gestoßen wurde – durch Venen, Arterien, Fleisch, Nerven schneidend – benötigte ich keine Anweisungen, meine Schreie nich tzu unterdrücken. Ich begann einen Schrei, der ununterbrochen andauerte über die ganze Dauer des Schnittes – und ich wundere mich fast, dass er mir nicht noch immer in den Ohren schallt? so quälend war die Pein. Als die Wunde gemacht war und das Instrument zurückgezogen wurde, schien der Schmerz ungemildert, denn die Luft, die plötzlich in diese empfindlichen Bereich trieb, fühlte sich an wie eine Masse winziger doch scharfer und spitzer Dolche, die die Ränder der Wunde zerrissen. Ich schloß, dass die Operation vorüber sei – Oh nein! sofort wurde das fürchterliche Schneiden wieder aufgenommen – & schlimmer als je, um den Boden, das Fundament der scheußlichen Drüse zu trennen von den Bereichen, an denen sie hing – Wieder wäre jede  Beschreibung müßig – jedoch wiederum war es nicht vorüber, – Dr. Larry ruhte nur seine Hand aus, & – Oh Himmel! – dann fühlte ich das Messer an das Brustbein gebracht, um es zu abzuschaben!“

Seien wir dankbar für die Zeit, in der wir leben dürfen.

Bild: Scanned by Phrood; Original by Edward Francesco Burney (1760-1848) – Doody, Margaret Anne. Frances Burney: The Life in the Works. New Brunswick: Rutgers University Press, 1988., Public Domain

*

Von 99 (Wikipedia) relevanten Persönlichkeiten vor dem 19. Jahrhundert sind diese 7 (inklusive Fanny Burney) Frauen:

13.6.1561 Anna Maria von Anhalt
15.6.1584 Anna Sophia von Anhalt
16.6.1644 Henrietta Anne Stuart
13.6.1672 Anna Maria Franziska von Sachsen-Lauenburg
15.6.1727 Charlotte Elisabeth Nebel
18.6.1754 Anna Maria Lenngren

WEG MIT
§218!