Tag: 18. März 2013

KW 12/2013: Emmy Noether, 23. März 1882

Emmy Noether

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Über Emmy Noether zu schreiben, finde ich ebenso schwer wie notwendig. Schwer, weil ich wirklich nichts von dem Bereich der Mathematik verstehe, für den sie wichtig ist – und das ist keine Koketterie, ich weiß, dass ich mehr Mathematik verstehe und beherrsche als ich damals in der Schule glaubte (glauben gemacht wurde), allein schon wegen des Strickens. Nein, als es zu Algebra kam, hatte ich Mathematik als Fach aufgegeben, war nur noch körperlich anwesend, und müsste demzufolge einige Jahre Unterricht nachholen, um überhaupt zu begreifen, worüber Emmy Noether beim Frühstück nachgedacht hat.

Wichtig aber deswegen, weil sie nach heutiger allgemeiner Erkenntnis einer der wichtigesten Mathematiker überhaupt war – und die wichtigeste Mathematikerin mithin sowieso.

Von den Hindernissen und Fallstricken, die ihr als Frau (zunächst) und als Jüdin (später) in den Weg gelegt und gehängt wurden, unbeeindruckt, verfolgte sie ihr Interesse und ihr Talent für ihr Fach stetig, erfolgreich und von Männern anerkannt,  unterstützt und protégiert, deren Namen heute noch immer bekannter sind als ihrer: Albert Einstein, David Hilbert und Felix Stein (ja, ich kenne ihn nicht, aber ich bin ja auch sonst nicht auf dem Gebiet der Mathematik heimisch…!). Einstein sagte über sie, sie sei “ das bedeutendste kreative mathematische Genie seit der Einführung der höheren Bildung für Frauen“ gewesen. Mit dem Noether Theorem brachte sie zwei Gebiete der Mathematik und Physik zusammen in einer Erkenntnis, auf der – so habe ich es zumindest verstanden – unser gesamtes Verständnis der physikalischen Welt beruht. (Korrigiert mich, wenn ich Unsinn rede.) Grund genug, dass sie mehr Leuten als den Mathematikern bekannt gemacht wird.

Kleine Anekdote am Rande, die mir besonders gefällt: David Hilbert plädierte dafür, sie zur Habilitation zuzulassen, mit dem Argument „eine Fakultät sei doch keine Badeanstalt“ – eine der schönsten Formulierungen dafür, wann das Geschlecht eines Menschen gegebenenfalls eine Rolle spielen könnte und wann es dies in keiner Weise tut oder tun sollte.

Für die Interessenten am Noether Theorem – die mehr von der Materie an sich verstehen – hier ein paar „einfache Ausführungen“: von John Baez und auf scienceblogs.de. Schöne Texte über die Person Emmy Noether mit ein paar mehr Details und Zitaten einmal bei der NY Times und einmal auf Zeit Online.

Bild: By Unknown – Emmy Noether (1882-1935), Public Domain

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