Tag: 7. April 2015

the babadook

jennifer kent, australien 2014
wenn alles zusammenkommt – trauer, stress und ein kind, das immer mehr nähe sucht, je mehr die mutter distanz bräuchte – können schreckliche dinge passieren. ein sehr psychologischer horrorfilm über die wirklichkeit, die zum elterndasein gehört: dass man sein kind auch hassen kann, wenn man es liebt. „the more you deny it, the stronger i get“, sagt der babadook.
der film hat aus feministischer sicht viele pluspunkte, angefangen bei der tatsache, dass er eine frau zeigt, die masturbiert, ohne dass es ein zeichen seelischer derangiertheit ist – im gegenteil, dass sie keine zeit für sich hat, spitzt die situation zu. weiter die realität, wie fürchterlich eine mutter sein kann und doch mitgefühl verdient. ganz allgemein sieht der film sehr schön düster aus und ist erzählerisch rund, bewegt sich ohne unnötige längen auf seine krise hin. so nah, wie das geschehen mir war, so tröstlich ist das ende.
rezension meines mannes auf critic.de
damit uns sowas nicht passiert, hier mal der beste elternratgeber, den ich je gelesen haben: don’t kill them.

…und ewig lockt das weib

roger vadim, frankreich 1956
ganz anders als der deutsche titel vermuten lässt, ein früher protest gegen moralische fragwürdigkeit lebenslustiger frauen. juliete lebt nach dem motto „ist der ruf erst ruiniert…“, da sie schon ohne ihr zutun als waisenkind als unanständig gilt. dazu ihre ungezähmte lebens- und leibeslust ergibt ein gesellschaftliches todesurteil.
gottseidank heiratet sie den einzigen mann, der nichts will als sie glücklich zu sehen. die schicksalhafte begegnung mit seinem bruder erklärt wohl den deutschen titel, doch lässt er unerwähnt, wieviel mitschuld am tragischen verlauf auch er, der arrogante macker, trägt.
ein erstaunlich fortschrittlicher und emanzipierter film mit einer jungen, frischen und wilden brigitte bardot.