Kategorie: Werbung

sexistische kackscheisse

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hatte leider gerade keinen aufkleber zur hand (und will ehrlich gesagt <10 tage vor niederkunft nicht wegen vandalismus verhaftet werden), aber diese diskrepanz von männlein und weiblein als werbemittel (für brillen!!), die mir heute vormittag ins auge stach, konnte ich einfach nicht unkommentiert stehen lassen.

mädchen brauchen keine eigenen eier

bevor das ganze völlig vorüber ist – ich gebe zu, ich war schlicht faul in der letzten zeit – will ich hier natürlich und dringend noch auf die petition gegen die pinken ü-eier hinweisen, die Pinkstinks Germany ins leben gerufen hat.
auf der facebook-seite von Pinkstinks Germany sind einige mehr oder weniger hervorragende artikel zum thema verlinkt.
besonders in mir anklang gefunden hat der artikel, der die these aufstellt, es ist viel weniger ein hinweis für mädchen, welche ü-eier sie kaufen sollen, sondern eine warnung für jungs, welche sie auf keinen fall kaufen sollten. aus meinem eigenen nähkästchen geplaudert, habe auch ich als pink-hassende mutter (ich mag tatsächlich die farbe nicht, will aber auch die genderfizierung meiner tochter gerne so gering wie möglich halten) es nicht geschafft, rosa völlig aus dem kleiderschrank und kinderzimmer meiner tochter fernzuhalten. das ist aber auch kein problem: denn ich selbst verstehe, wie andernorts schon gesagt, den wahren feminismus auch als die wahl, sich einmal „feminin“ zu geben und bei anderer gelegenheit die geschlechterrolle zu durchbrechen und mir traditionell eher „männliche“ kleidung, verhaltensweisen oder vorlieben anzueignen. was ich allerdings an mir selbst bemerke: die rosanen oder lilanen kleidungsstücke mit blumen würde ich einem potentiellen neugeborenen jungen aus der verwandtschaft oder dem freundeskreis nicht weitervererben. denn rosa geht an mädchen genausogut wie urban camouflage. am jungen geht aber irgendwie dann doch nur urban camouflage…
wenn ich selbst über diese innere hürde komme, dann bin ich ein ganzes stück weiter, glaube ich.

immortals

tarsem singh, USA 2011
anlässlich der sichtung dieses finster-raphaelitischen gemäldes von einem film möchte ich mal über eine frau sprechen, deren arbeit im film, wenn man es weiß, unverkennbar und unabdingbar für die tarsem-ästhetik ist.
eiko ishioka ist die kostümbildnerin von tarsem singh für the cell, the fall, immortals und mirror, mirror gewesen. davor hat sie als kostümbildnerin schon coppolas bram stoker’s dracula optisch geprägt. davor hat sie paul schraders mishima – a life in four chapters ausgestattet. und bevor sie kostümbildnerin beim film wurde, hatte sie sich bereits in japan mit werbung und modedesign einen namen gemacht. leider ist sie anfang diesen jahres verstorben, wie ich bei der recherche bei der new york times lesen musste. kurze artikel zu ihr gibt es auch bei Wiki deutsch und Wiki englisch.
über jemanden, dessen lebenswerk so im visuellen besteht, will ich aber nicht weiter schreiben, lieber bilder teilen. nur kurz sei gesagt: wegen der phantastischen kostüme, aber auch der gesamten inszenierung, fand ich immortals unglaublich stark und die wirkung seiner bilder über seine dauer hinweg anhaltend. die liberal gehandhabte griechische mythologie beiseite, ist die merkwürdig tableauartige bildgestaltung, die mich manches mal an luxuriös ausgestattete bühnenbilder erinnerte, im nachhinein der einzig denkbare weg, mythologie, archtypen und kulturelle memes im film darzustellen. alles ist gewichtig und gravitätisch, mit einer unglaublichen wucht, die einem jedes einzelne jahr des pergamon-altars und des ischtar-tores auf die seele legt. mein mann ist da relativ d’accord, wie ich meine.

werbung für parco, idee und design von eiko ishioka:

kostüme und production design für mishima- a life in four chapters:

bram stoker’s dracula:


the cell:


the fall:


immortals:

die "gute alte zeit" der werbung

in dieser herzerfrischenden bilderserie auf einestages.spiegel.de kann man sehen, wieviel doch schon auch bei der emanzipation der frau in der werbung erreicht wurde… schlimm, wenn man betrachtet, wo wir uns immer noch befinden. hilfreich dennoch, weil wir wissen, dass wir – danke, retro-kultur, aber nein danke – da bestimmt nicht wieder hinwollen. MAD MEN hin oder her.
danke an mark.