Kategorie: Wissenschaft+Forschung

KW 3/2013: Shannon Lucid, 14. Januar 1943

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Space – the final frontier.
Shannon Lucid gehörte zum ersten Team von NASA-Astronauten, in der Frauen zugelassen wurden,  im Jahr 1978. Sie war nicht die erste Frau im Weltall, nicht mal die erste Amerikanerin.

Sie war jedoch bis 2007 die Frau, die den Frauen-Rekord für Tage im Orbit um die Welt hielt (223 Tage). Außerdem, noch passender für eine Grenzgängerin, ist sie die einzige Amerikanerin, die auf der MIR gearbeitet hat, und mit 188 Tagen die amerikanische Person mit der längsten Arbeitszeit auf der MIR.
Nebenher hat sie übrigens auch noch drei Kinder bekommen. Hut ab.
Auf der Homepage der NASA gibt’s die ultimative Lobhudelei und ein Feature zu ihrer Rückkher in ihr Geburtsland China.

Bild: Von NASA, Gemeinfrei

KW 2/2013: Maria Mandl, 10. Januar 1912

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Und hinein ins neue Jahr mit neuem Themengebiet mit einer Frau, vor der ich letztes Jahr zurückgeschreckt bin. Nicht, weil ich nicht über sie schreiben wollen würde: weil ich nicht weiß, wie man über so jemanden schreiben kann, ohne zugleich zu banalisieren und effekthascherisch zu wirken oder gar zu sein.

Aber als Grenzgängerin zählt sie: Sie überschritt moralische und ethische Grenzen, sie überschreitet mit ihrer Lebensgeschichte und -weise auch die Grenzen des Verstehens.

Das ist der Balanceakt:
Einerseits, ja, empfinden wir Gräueltaten, wie die in Konzentrationslagern des Dritten Reichs geschehen, von Frauen ausgeübt als noch unfassbarer als die der Männer. Ich persönlich kann es nicht begreifen, nicht nachvollziehen, nicht nur, wie man auch nur hohles, williges Instrument sein kann, das sich mit den menschenverachtenden Befehlen des Regimes füllen und dafür verwenden lässt – schlimm genug: Nein, wie man sogar diese Instrumentalisierung als Möglichkeit des Auslebens eigener Allmachtsbedürfnisse suchen kann und sie in eigenen Taten individuell interpretieren, damit Respekt bei den Befehlshabern erheischen und immer nur weitere Gelegenheiten schaffen, Gott, Tod und Teufel in Personalunion zu sein.

Andererseits, wie soll ich sagen, sind auch Frauen „nur Menschen“. Sollte ein Mensch weniger zu Bösem fähig sein, weil er zum Beispiel doppel-X-Chromosome hat? Das wäre ja schwarzer Feminismus: Wir sind nicht „die bessere Hälfte“, in keiner Weise. Mitgefangen, mitgehangen: Wenn wir Menschen wie alle anderen (= die Männer) sein wollen, dann muss auch wahr sein, dass wir vernichtend aggressiv, pervers, krank und verführt sein können. Warum auch nicht.

Warum auch nicht? Wahrscheinlich, weil wir Mütter sind oder zumindest sein können. Und Mütter lieben, pflegen, sorgen, trösten. Aber da tut sich doch der Schatten einer Ahnung auf: Ja, da kann ich doch vielleicht ein bisschen verstehen, wie jemand in den Umständen einer grässlichen Neu-Ordnung der Welt auf die andere Seite des Menschseins fällt und in der „Normalität“ von systematischer Menschenvernichtung nicht nur sein Auskommen in stumpfer Ignoranz findet. Da kann ich vielleicht doch sogar ein bisschen nachfühlen, wie man in den Rausch geraten kann, Herr über Leben und Tod zu sein. Denn das ist das auch: Mutter-Sein.

Wer mag, der folge mir noch. Es kommt ein winziges Lebewesen aus mir heraus auf die Welt und ist abhängig von mir, von meiner Fürsorge, von meinem Körper. Wenn ich liebe und pflege, dann lebt es (und wenn nicht, dann nicht). Und es bleibt lange, sehr lange, in seinem physischen wie psychischen Wohlbefinden in dieser Abhängigkeit. Stillen ist ein Rausch, rein körperlich gesehen. Aber zu fühlen, wie ein tobendes Geschrei zu leisem Schniefen und schließlich wieder zu Lachen wird, dank meines Streichelns und Schaukelns und Murmelns: das ist MACHT. Und auch diese Macht kann korrumpiert werden. (Jimmy Kimmels Halloween- und Sommer-Scherze „Behauptet, ihr hättet alle Süßigkeiten gegessen“ oder „Tut so, als seien die Sommerferien schon wieder vorbei“ sind Zeichen dafür: Wie gerne Eltern ihren Kindern auch mal negative Gefühle machen, einfach nur, weil sie es können.) (Ich will damit nicht sagen, dass Jimmy Kimmel einer KZ-Oberaufseherin gleichzusetzen ist. Aber ich habe einfach nie verstanden, wie man als Eltern so fies sein kann, auch nur im Scherz.)

Ich glaube, deshalb empfinden wir Frauen, die solche Verbrechen begehen, als so abartig: Weil die Erinnerung an diese Abhängigkeit und die Sehnsucht nach dem Wohlwollen der Mutter in uns lebendig geblieben ist. In Wirklichkeit aber ist dieses Verhalten vielleicht doch nur die Schattenseite der Mutter, also kein Widerspruch.

Was in keiner Weise entschuldigen kann, dass ein Mensch nicht davor zurückschreckt, solche Taten zu vollbringen.

Bild: Von Unknown, probably an U.S. Army soldier, Gemeinfrei

KW 50/2012: Annie Jump Cannon, 11. Dezember 1863

Annie Jump Cannon

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Nachdem Annie Jump Cannon ein Physikstudium abgeschlossen hatte, während dessen sie auch noch auf beiden Ohren fast taub geworden war (durch eine Scharlacherkrankung), musste sie mit 21 ins Haus der Eltern zurückkehren und ein Leben als „Jungfer“ fristen. Erst 10 Jahre später, als ihre Mutter gestorben war, bewarb sie sich – 31jährig und mit einer Behinderung – bei einem ihrer früheren Physikprofessoren als Assistentin. Dass dieser sie tatsächlich einstellte, war der Beginn einer Karriere als Astronomin: Sie arbeitete zunächst als Assistentin und half in dieser Funktion bei der Kategorisierung von Sternen. Aufgrund eines Zwistes zweier Kolleginnen über das System, nach welchem Sterne kategorisiert werden sollten, kam es dazu, dass Annie Jump Cannon das System entwickelte, das als Kompromiss und Revolution bis heute Gültigkeit hat. Der Merksatz dafür: Oh Be A Fine Guy/Girl Kiss Me.

Zu dem Zeitpunkt, als Annie dieses System entwickelte, verdiente sie als Assistentin mit 25 Cent pro Stunde weniger als die Sekretärinnen der Universität. Ich weiß nicht, warum dieser Punkt mir so besonders wichtig ist… Vielleicht, weil er zeigt, wie wenig schon früher (so wie wohl leider heute noch immer) das Gehalt (von Frauen insbesondere) von Leistung, intellektueller Anforderung und Bedeutung für die Allgemeinheit abhängt – und wieviel mehr von – ja, was eigentlich? Prestige? Öffentlichkeitswirksamkeit? Wer weiß das schon.

In jedem Fall war Annie Jump Cannon nicht nur offensichtlich jemand, die schön, strukturiert und zielführend denken konnte, sondern war sie auch als Person optimistisch und zielstrebig. Von Krankheit, Taubheit und sozialen Konventionen sowie langfristiger Isolation hat sie sich nicht unterkriegen lassen, um dann 40 Jahre weiter zu arbeiten und zu forschen, bis sie schließlich die Ehrendoktorwürde erhielt.

Eine Lobeshymne auf ihr Werk gibt es auf der Seite des San Diego Supercomputer Center. Die an und für sich interessante Seite NNDB widmet ihr einen Eintrag. Ebenso: Biography.com und das Wellesley College.

Bild: Von Smithsonian Institution from United States – Annie Jump Cannon (1863-1941), sitting at desk, No restrictions

KW 45/2012: Dorothea Viehmann, 8. November 1755

Dorothea Viehmann

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Als Märchenliebhaberin komme ich an Dorothea Viehmann, der Quelle eines Großteils der Grimm’schen Märchen, einfach nicht vorbei. Schon gar nicht dieser Tage, habe ich doch gerade meine Testlesung der Grimm’schen Märchen beendet, um zu prüfen, welches Märchen ich meiner Tochter dann schon bald vorlesen kann und welche zunächst zensiert werden (dass der Vater seine eigenen Kinder verspeist, von der Mutter gekocht, dass muss ja nicht unbedingt mit 3 oder 4 Jahren sein…).

Dabei sind sogar die Grimm’schen Märchen, wie wir sie zu lesen bekommen, schon zensiert: Bei den beiden Literaten ist nämlich meist die Stiefmutter die Böse – was wir heute als „nicht leibliche, nach Verwitwung angeheiratete“ Mutter verstehen. In der ursprünglichen Form der Märchen ist es aber durchaus schon häufiger die eigene, leibliche Mutter der Kinder, die da mordend und neidend die Kinder – besonders die Töchter – verfolgt. Nach einer Theorie, die ich aus dem Buch „Märchen von Müttern und Töchtern“ habe, ist das „Stief-“ der Mutter angewachsen, weil es aus einem etymologischen Irrtum stammt, dass nämlich das „Stief“ die Mutter als „schlecht“ bezeichnet – und nicht notgedrungen als „nicht leiblich“. (So habe ich die Argumentation jedenfalls im Kopf, bitte nicht drauf festnageln. Da ich über das Buch sowieso eigentlich schon seit der ersten Lektüre was schreiben will, werde ich ggf. korrigieren.)

Also, die hessische Mutter der Märchen hat diese Woche Geburtstag. Vielleicht zur Feier des Tages mal zur Knallhütte fahren und ein gutes hessiches Gericht bestellen.

Bild: Von Ludwig Emil Grimm – German Wikipedia; Image contributor: Marietta; 10:15, 16. Jan 2006 Marietta 1433 x 1410 (470.635 Byte) (Radierung entstand zu Lebzeiten Dorothea Viehmanns und dürfte inzwischen gemeinfrei sein. Sie stammt übrigens von Ludwig Emil Grimm, weiterer Bruder der „Brüder Grimm“.), Gemeinfrei

sprachgebiete erobern

ich persönlich habe kein problem mit den weiblichen-geschlechtsteil-vulgärausdrücken der engländer und holländer. ich finde sogar, im sinne einer reappropriation könnte ich mir das als eine form der emanzipation vorstellen – wenn, wie herr gauger dies im interview sagt, das fluchen eine männerdomäne ist, will ich als frau mit „weiblichen“ wörtern fluchen.
klar: die konnotation des weiblichen geschlechtsteils mit negativem kann auch wieder interpretiert werden als männliches pejorativ. aber eine herabsetzung funktioniert ja auch nur zu zweit.
also: cunts und kuts away.

KW 33/2012: Laura Mulvey, 15. August 1941

Laura Mulvey

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Laura Mulvey hat den bahnbrechenden feministisch-filmtheoretischen Artikel Visual Pleasure and Narrative Cinema geschrieben. Ich hole die Lektüre derzeit nach, aber der Inhalt des Artikels ist für dieses Blog auch gar nicht so sehr interessant – wie die meisten wissenschaftlichen Arbeiten stehen die Thesen jederzeit zur Diskussion. Sie selbst hat die Aussage später wohl in einem weiteren Artikel gemildert und umformuliert, als Erstschlag einer feministischen Betrachtungsweise in der von der männlichen Betrachtungsweise dominierten Welt des Films, der Wissenschaft und der Filmwissenschaft hat der Artikel jedoch seine ursprünglichste Existenzberechtigung.

Der Artikel ist die Quelle eines Begriffsrahmens, der mir nicht nur bei der Benennung, sondern zum Teil überhaupt erst beim Erkennen eines Gefühls hilft, das ich des öfteren beim Filmekucken habe: Nämlich die irritierende Wahrnehmung des männlichen Blicks. Gerade in meinem Lieblingsgenre, dem Horrorfilm, werden Frauen ja sowohl als Sexualobjekt wie Mordopfer – eine psychoanalytische Identität beider Rollen dahingestellt – bevorzugt und ihre Darstellung ist oft genug eine exploitative. D.h.: Die Mädels sind im Film so, wie Mann sie gerne sieht. Für mich als weibliche Zuschauerin ergibt das ein merkwürdiges Emotionsgemisch, da ich mich tatsächlich (dies ist valide Kritik an Mulveys Artikel) auch als Frau mit dem jeweiligen Protagonisten bzw. dem angesprochenen männlichen Zuschauer identifizieren kann – der „männliche“ Spaß am Film mithin auch meiner ist. Gleichzeitig jedoch identifiziere ich mich per default auch mit dem weiblichen Objekt/Opfer, was mich nicht nur in meiner Identifikation mit dem gesehenen Filmbild ins Dilemma stürzt, sondern sich auch in einer merkwürdigen Paranoia niederschlägt, die urplötzlich alle im Kinosaal (oder Wohnzimmer) befindlichen Männer zu (potentiellen) Spannern und/oder Aggressoren macht.

Eine ausgesprochen grafische Versinnbildlichung der Situation weiblicher Zuschauerinnen bei der Beanspruchung des männlichen Blicks findet sich übrigens in Katheryn Bigelows Strange Days, in der ein Vergewaltiger seinem Opfer den Livestream der Vergewaltigung aus seiner Sicht ins Hirn spielt. Ein mise-en-abyme aus Ausgeliefertsein, Schuldgefühl und sexueller Lust, bei dem sich mir persönlich der Magen umdreht.

Ein anderer Film, der mir in diesem Assoziationsraum einfällt und zu differenzierter Betrachtung einlädt, ist Neil Marshalls The Descent. Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich ihn gesehen habe, daher will ich nicht zu sehr ins Detail gehen, aber zu Überlegungen anregen, inwieweit dieser Film auch einen männlichen Blick einsetzt. Ist denn der Blick der Kamera per se männlich? Was würde das für diesen, in meiner Erinnerung ausgesprochen emanzipierten Film bedeuten? Mit seinen sechs weiblichen Hauptfiguren, die sich auch, aber nicht nur über ihre Beziehungen zu Männern unterhalten (womit der Film den Bechdel-Test mit Bravour besteht) und die als starke, aktive und kompetente Charaktere gezeichnet werden, habe ich ihn damals als eine ausgesprochene Wohltat im ansonsten sehr auf männliche Interessen und Vorlieben ausgelegten Horrorgenre erlebt. Nichtsdestotrotz lässt sich das Absteigen in eine dunkle Höhle, in der dann tödliche Gefahr lauert – nicht nur von der zu erwartenden Seite – als männliche Angst vor der Vagina dentata lesen. Ist dies also auch nur die intellektualisierte, verklausulierte Version eines „typisch männlichen“ Horrorszenarios? Oder – noch schlimmer – eine filmische Misogynie, die ihresgleichen sucht? Die ausschließlich weibliche Besetzung bedeutet ja für einen solchen Horrorfilm, dass alle Getöteten Frauen sind (zumindest auf der Protagonistenseite)!
Wenn also der Blick der Kamera per se männlicher Blick ist, dann ist dieser Film nicht emanzipiert, sondern auf höchster Ebene frauenverachtend. In meiner wohlwollenden Interpretation hingegen ist der Blick der Kamera zunächst neutral, doch durch das mise-en-scene und die gezeigten Objekte kann er explizit männlich werden. Im Falle von The Descent ist es eben die wenig klischeehafte und eben nicht objektifizierende Darstellung, die es nicht zulässt, diesen Film auf diese Art zu lesen.

Eine (anscheinend) lesenswerte Erörterung von Mulveys Essay kann man hier lesen.

Bild: Von Mariusz Kubik – Eigenes Werk, CC BY 3.0

KW 27/2012: Elisabeth Kübler-Ross, 8. Juli 1926

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Elisabeth Kübler-Ross hat mit ihren 198 Interviews mit Sterbenden in letzter Konsequenz nicht nur die Verhältnisse für Todkranke in Krankenhäusern generell verbessern können bzw. die Einrichtung von Hospizen initiiert, sie hat auch mit der Definition der 5 Phasen des Sterbens den Umgang mit der Erkenntnis des nahenden Todes nachvollziehbar und hilfreich für alle Beteiligten aufgeschlüsselt.

Diese Definition der psychologischen Verarbeitung ist schließlich auch anwendbar auf jede Form der Verarbeitung von Verlust und Trauer; damit könnten sie theoretisch auch für jemanden, der sich gerade in der Verarbeitung befindet, hilfreich sein. Auch im Umgang mit jemandem, der durch eine der Phasen geht, stelle ich es mir wichtig vor zu wissen, was der letzte psychische Zustand, die letzte Phase, sein kann – um vielleicht helfen zu können, diese zu erreichen, also die anderen, die vorangehen, zu durchstehen.

Mein Interesse an Elisabeth Kübler-Ross wurde eigentlich nur dadurch geweckt, dass mir die fünf Phasen aus diversen Popkultur-Quellen bekannt sind, so etwa der Simpsons-Folge, in der Homer Kugelfisch gegessen hat:

Ich konnte daher nicht widerstehen, die Frau, die diese wichtige Einsicht hatte, vorzustellen. Leider hatte sie in anderer Hinsicht keine Einsicht, die ich teilen kann: Ihr Einsatz für Hospize ging nicht mit einer Pro-Sterbehilfe-Haltung einher, da sie der Ansicht gewesen zu sein scheint, dass auch das lange Sterben dazu dienlich sei, „unfinished business“ abzuschließen. Dies kann ich nun so gar nicht nachvollziehen – in einem Moment, in dem der Todkranke die Phase der Akzeptanz erreicht hat, bereit ist zu gehen, aber noch weiteres körperliches Leid bis hin zu einem späten Tod vor sich hat, muss meiner Ansicht nach die Freiheit bestehen, über das eigene Leben/Sterben zu bestimmen und sich von Leid zu befreien.

Außerdem neigte sie gegen Ende ihres eigenen Lebens zu Mystizismus und Esoterik und glaubte wohl in ganz unübertragenem Sinn an Wiedergeburt; ebenso schade ist es, dass sie in diesem Glaubensrahmen das Vorwort für ein Buch schrieb, dessen Autor den Holocaust leugnet und nach deutschem Recht als Volksverhetzer gilt.

Um aber mit einer positiven Note zu enden, gebe ich noch ein Zitat von ihr wieder, dass nicht nur ich mir gerne zu Herzen nehmen darf: „In der Schweiz wurde ich nach dem Grundsatz erzogen: arbeiten, arbeiten, arbeiten. Du bist nur ein wertvoller Mensch, wenn du arbeitest. Dies ist grundfalsch. Halb arbeiten, halb tanzen. Das ist die richtige Mischung! Ich selbst habe zu wenig getanzt und zu wenig gespielt.“ (Quelle: Wikipedia) Halb arbeiten, halb tanzen!

Das Buch von Elisabeth Kübler-Ross, Interviews mit Sterbenden, kann man bei amazon bestellen.

Nachtrag 23.06.2022:

Zehn Jahre nach diesem Beitrag wissen wir, dass die 10 Phasen des Sterbens (!) von Elisabeth Kübler-Ross ungleich den verschiedenen Zuständen des Trauerns um einen geliebten Menschen sind. Mit der Erfahrung, meinen Vater an eine unerwartet plötzliche und katastrophale Erkrankung zu verlieren, kann ich sagen, dass ich meine eigene Trauer am ehesten im ‚task based model‘ erkennen kann:
1) Den Verlust zu akzeptieren
2) Den Schmerz des Verlustes zu verarbeiten
3) Sich an die Welt ohne die geliebte Person gewöhnen
4) Eine anhaltende Verbindung zu ihnen zu finden, die in der Gegenwart gelebt werden kann
Diese „Aufgaben“ gehören nach dem Modell ohne feste Reihenfolge zum Prozess des Trauerns.

WEG MIT
§218!