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KW 53/2015: Rückblick/Ausblick zwischen den Jahren

Für die 53. Woche nehme ich mir mal die Zeit für einen Rückblick-Ausblick. 2015 war blogtechnisch gesehen nicht üppig (für lange Texte fehlte mir Muße), aber unter den gegebenen Umständen bin ich zufrieden, dass ich geschafft habe, was ich mir vorgenommen hatte.
2016 soll, nein, muss in vielerlei Hinsicht besser werden – wobei ich das Glück, viel Zeit mit den Kindern verbringen zu können, zu schätzen weiß. Wenn aber die Perspektive nicht gesichert ist, hangelt man sich doch nur von gutem Augenblick zu gutem Augenblick, der Sumpf von Zukunftsangst und Selbstwertverlust brodelt darunter und bietet keinen festen Halt, wenn man mal zu kurz greift.
Jedoch, es muss ja weitergehen, und da retten Kinder den Eltern schon mal das Leben. Vielleicht bewegt sich richtig was, vielleicht macht man mal was ganz Neues, Gewagtes.
Zurück zum Blog, hatte ich zuletzt die Idee, mich auf Frauen vor dem 19. Jahrhundert zu konzentrieren. Das setzt der Recherche klare Grenzen und führt mich dennoch in Bereiche, an die ich mich sonst nicht wage. Wie es aussieht, steht das kommende Jahr unter diesem Zeichen – ich nehme das als Chance wahr, wie es so schön in Bewerbungstexten heißt.
Abschließend sage ich natürlich noch Danke – für die Loyalität der Follower, für die Klicks und das Interesse der Leser im Allgemeinen. Ich freue mich auf die kommenden Erkenntnisse, Texte und hoffentlich noch mehr Leser und Follower. Guten Rutsch und ein frohes neues Jahr.

ankündigung für rest 2015

das leben geht merkwürdige, manchmal ärgerliche wege… seit gestern bin ich offiziell nicht mehr in elternzeit, jedoch auch nicht an meinem arbeitsplatz, aus gründen und unter umständen, die ich weder erörtern sollte noch möchte.
in jedem fall geht es hier ab nächster woche wieder los mit dem kalender, in der hoffnung, dass sich in der zweiten hälfte dieses jahres keine weiteren änderungen einstellen, die mir eine weiterführung unmöglich machen.
die kriterien für die frau der woche für den rest dieses jahres nenne ich mal geplanten zufall. ich wähle für die erste woche eine frau aus, die am montag geburtstag hat, für die zweite eine, die am dienstag geburtstag hat, für die dritte am mittwoch etc., you get the gist. das erleichtert mir das leben, da es recherchezeit und qual der wahl reduziert.
an alles weitere gewöhnt man sich stück für stück, wie pepe le moko es damals zu einer wesentlich schlimmeren sachlage ausdrückte. -__-

natur vs. kultur

entgegen meinen besten absichten habe ich dieses blog jetzt in den ersten vier wochen der neuen mutterschaft doch gänzlich vernachlässigt, und im moment bin ich noch nicht sicher, wann ich zu einer regelmäßigen form zurückkehren kann… ich tippe dies mit einer hand in mein macbook, während der gnom auf meinem schoß liegt und, von den unruhezuständen des zweiten entwicklungsschubs getrieben, an mir nuckelt. die wohnung ist inzwischen in einem solchen zustand, dass ich mich den hygenischen notständen als erstes widmen muss, sobald a) die schwierige phase vorüber und b) der „urlaub“ aka gemeinsame elternzeit mit meinem mann zu ende ist, ich also selbstverantwortlich in eine produktive tagesstruktur finden muss.
dies soll nicht zu einem mama-blog werden – nur um ein bild der derzeitigen lage zu schaffen. aus dem nähkästchen geplaudert, gestehe ich, dass es mir sogar gefällt, wie dieses kleine, völlig von trieben gesteuerte wesen die führung in die kleinen händchen nimmt. es ist ein wonnevoller verrat meines körpers an meinem verstand, wenn ich mit dem wunsch einer ausführlichen körperpflege im bad verschwinde, aber sobald ich das kind weinen höre meine hormone an meiner ratio vorbei prioritäten setzen und die milch aus mir heraustropft mit dem klaren befehl der natur, erst mein kind zu füttern, bevor ich mich mit lotion einschmieren darf. ich genieße es, noch einmal in meinem leben völlig meinen instinkten folgen zu dürfen – ein drittes kind soll es nicht geben und die welt da draußen (ebenso die erziehung eines bewusst gewordenen menschen ab dem ersten lebensjahr) verlangt beständig nach vernunft und überlegung… nur jetzt darf ich noch mal nur muttertier sein.
als „hoffnungsschimmer“ für die zukunft dieses blogs ist anzumerken, dass dieses zweite kind von einigen reifungsprozessen meinerseits seit dem ersten kind profitiert und sich entspannter zeigt als das erste. außerdem ist schon die betreuung beim tagesvater für den beginn des nächsten jahres geplant, zumindest für ein paar stunden die woche, sodass spätestens dann wieder regelmäßig zeit zum recherchieren und bloggen frei werden sollte. (ich hoffe allerdings, schon früher eine diszipin in mir zu finden, dass wenigstens sporadische kalender-einträge stattfinden!)
ich danke jedenfalls weiterhin für die aufmerksamkeit und treue und verspreche, dass dies nur eine unterbrechung ist, die so kurz wie möglich bleiben soll.

krankschreibung

in einem gut organisierten blog-haushalt sollte das natürlich eigentlich nicht vorkommen, und ich schwöre, ich habe schon kandidatinnen für die frau der woche gesichtet. leider haben es verschiedene umstände verhindert, dass ich ordentlich vorarbeiten konnte… und so stehe ich jetzt diese woche da und habe leider keinen beitrag für euch.
mit reizhusten, verschleimten nebenhöhlen und – aufgrund der umstände – keinerlei gestatteter medikation muss ich diese und wahrscheinlich nächste woche aussetzen.
mit besten absichten für den rest des jahres gelobe ich besserung. Vor allem meines gesundheitszustands.

rückblick – ausblick

nach dem ersten jahr dieses blogs ist es gelegenheit, jahreszeitengemäß einmal zurückzublicken.
auf der positiven seite: ich habe im kalender das geschafft, was ich mir vorgenommen habe – jede woche habe ich die mir selbst auferlegte pflicht erfüllt (dass mir jetzt keiner unkt: „das ist ja wohl das mindeste!“). jetzt, wo sich eine gewisse routine eingestellt hat und ich die arbeit und mich realistisch einschätzen kann, nehme ich mir experimentierfreudig für’s nächste jahr mal ein grob umrissenes themengebiet vor: im nächsten jahr soll sich mein kalender mit „grenzgängerinnen“ befassen – ich lasse mir wie gehabt die freiheit, den begriff lose zu fassen, also die grenze wörtlich oder metaphorisch, als körperlich, geistig oder moralisch zu interpretieren.
auf der verbesserungsfähigen seite muss ich feststellen, dass ich lange nicht so oft und so ausführlich über frauenfiguren im film geschrieben habe, wie das eigentlich auch mal der plan war. um das zu ändern, tut die evaluierung not der gründe, die mich davon abgehalten haben. da ist zum einen klar eine gewisse behäbigkeit, mit der ich mich auf das bequem zu beackernde feld des kalenders beschränkt habe. dann auch die menge an filmen, die bei uns geschaut wird – nicht umsonst habe ich damals mein filmtagebuch aufgegeben, weil ich zwischen dem beständigen hinterherhinken und meinem zwanghaften vollständigkeitswillen zerrissen war. für dieses blog könnte und wollte ich eigentlich auch mal nur ein, zwei sätze über die frauenfiguren in gesehenen filmen hinwerfen… schlussendlich ist es wohl aber auch der mangel an immediateness, die zu bequemlichkeit und mangelndem ansporn führt. direkt nach sichtung eines films habe ich manchmal konsistente, manchmal auch zerfaserte gedanken zum gesehenen, aber dies erwächst oder verdichtet sich selten zu einem schreibwürdigen blogeintrag, vor allem, wenn ich erst am nächsten oder übernächsten tag am computer sitze.
ob sich dieses problem mit dem neuen smartphone beheben lässt? einfach mal über die app die gedanken notieren, vielleicht sogar als reine schnipsel direkt veröffentlichen? der spott meines mannes über das smartphone-gefummel ist mir sicher…  ist er mir allerdings sowieso. und dann ist das „schreiben“ auf einer „daumenfreundlichen“ tastatur nicht wirklich verlockend, das neudeutsche wort „texten“ trifft es da ja eher… aber einen versuch ist es wert. schließlich habe ich mir noch neulich ob nur halb gelungener herzhafter muffins selbst auf die schultern geklopft, dass ein scheitern immerhin einen ausgeführten versuch voraussetzt.

Der Kalender

Unter der Kategorie Kalender werde ich jede Woche – so zumindest der Plan – einen Artikel posten über eine Frau in der Geschichte, die in dieser Woche geboren wurde. Es liegt in der Natur der Sache, dass dies nicht immer eine Frau sein kann, die „man“ kennt. Vielleicht ist es sogar gerade diese Frau nicht, über die ich schreibe, weil mich eine andere mehr interessiert und fasziniert.

Ich wähle die „Frau der Woche“ nach ureigenen, völlig zufälligen und willkürlichen Regeln aus. Die Auswahl ist größer, als man meinen könnte – basierend auf der „Geboren am“-Liste auf Wikipedia finden sich jeden Tag reichlich Frauen, die in einem eigenen Artikel erwähnt sind; ob es politisch, künstlerisch, religiös, positiv oder negativ erwähnenswerte Frauen sind, spielt für mich keine Rolle. Umso mehr interessieren mich die Assoziationen und weiterführenden Gedanken und Informationen, die in ihrer Geschichte stecken.

Eine ausführlich Wiederholung des Lebenslaufs will ich mir sparen – dafür verlinke ich zu den Seiten, die sich damit auskennen. Stattdessen konzentriere ich mich auf die bequem abzuhakenden Punkte:

1) Was war ihre Sternstunde?
2) Wo führt das hin?
3) Warum interessiert sie mich?
4) Wo kann man mehr lesen?

Ich behalte mir selbstverständlich vor, Punkte leer zu lassen, abzuschweifen, neue hinzu zu dichten und überhaupt Schindluder mit meiner eigenen Vorgabe zu treiben. Oh künstlerische Freiheit.

Live ab 2012

*räusper*
Test. Test. 1-2-3.
Nach einer langen Pause in der Onlinetätigkeit – Facebook-Statusmeldungen ausgeschlossen – will ich doch wieder den Versuch wagen, ein „richtiges“ Blog zu führen. Ich merke schon, dass der Einstieg holpert und der horro vacui von mir Besitz ergreift – die Stimme ist belegt und die Schreibwerkzeuge eingerostet. Hinter den Kulissen sind schon Texte entstanden und verworfen worden; ich wusste, was ich tat, als ich mir drei Monate vor Veröffentlichungsbeginn schon die Vorbereitung vornahm.
Derweil sedimentiert aus der Menge der Ideen, Informationen und Textmöglichkeiten das Blog, das ich meine, das aber vor allem in die mir verfügbare Zeit passt und dem mir innewohnenden Widerspruch zwischen Ehrgeiz und Bequemlichkeit entgegen kommt. Ich bin selbst gespannt, wohin das führt.

WEG MIT
§218!