Monat: Oktober 2012

bismarcks hafenmarie


dieses stramme weibsstück sitzt zu füßen der bismarck-statue am düsseldorfer martin-luther-platz

bronson

nicolas winding refn, GB 2008
die letzten beiden wochen waren geprägt von einer heißen verbal-affäre, die ich mit refns erstem nicht-skandinavischen film eingehen durfte. ich habe dafür keine entschuldigung als die, das er selbst seinen film als „feminin“ bezeichnet… hm. vielleicht, weil er nicht rational und geradeaus eine chronologie erzählt, sondern eher auf der gefühlsebene und verschachtelt eine emotionale reaktion generiert? das soll ja nach der feministischen literaturtheorie ein eher weibliches merkmal sein – wenn man an den alten geschlechter-eigenschaften hängen bleiben will.
auf jeden fall ist der ausgang dieser affäre bei Hard Sensations nachzulesen.

passive manipulation


women, listen to your mothers, don’t just succumb to the wishes of your brothers
take a step back, take a look at one another, you need to know the difference between a father and a lover

KW 40/2012: Uta Ranke-Heinemann, 2. Oktober 1927

Uta Ranke-Heinemann

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In Uta Ranke-Heinemanns Leben die Sternstunde ermitteln zu wollen, ist müßig. Ihr kritischer Geist hat sie Zeit ihres Lebens und noch jetzt im hohen Alter dazu befähigt, mit Verve gegen das zu anzutreten, was ihrem Verständnis von christlicher Nächstenliebe (bzw. einem allgemein humanistischen Verständnis von tolerantem Miteinander) und dem gesunden Menschenverstand widerspricht.
Ob es das Anzweifeln der Jungfrauengeburt ist, die Kritik am Zölibat und dem Umgang mit Pädophilie in der katholischen Kirche oder der Kampf für Toleranz gegenüber Homosexualität, diese Standpunkte spiegeln eine Person wider, die selbst unter Umständen, die Subversion nicht gerade fördern (Theologiestudium), ihre eigenen gedanklichen Wege geht. Dass so etwas innerhalb eines christlichen (katholischen) Glaubensbekenntnisses möglich ist, macht mir die Kirche fast wieder sympathisch.

Als ich Uta Ranke-Heinemann das erste Mal im Fernsehen sah, dachte ich, sie sei so eine Art Dr. Ruth und fragte mich, wie sie bisher unter meinem Radar hatte bleiben können. Da ich mich ansonsten herzlich wenig um kirchliche Belange kümmere, begegne ich ihr zwar entsprechend selten im alltäglichen Medienkonsum, aber alles, was ich von ihr lese und höre, nimmt mich für sie ein.

Eins der lesenswertesten Interviews mit ihr – weil es vor allem auch die immer wiederkehrenden Anekdoten enthält – ist bei VICE zu lesen. Ansonsten will ich eigentlich nur zu ihren Zitaten verlinken.

Bild: Von Stuart Mentiply – Eigenes Werk, GFDL 1.2

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