Kategorie: Computer

KW 50/2013: Ada Lovelace, 10. Dezember 1815

Ada Lovelace


Wiki deutsch Wiki englisch
Ada Lovelace war, unwahrscheinlicherweise als einziges eheliches Kind des berühmt-berüchtigten Lord Byron, eine Mathematikerin und die erste Computerprogrammiererin der Geschichte.
Dank ihrer alleinerziehenden Mutter, die mathematisch begabt war und Geografie und Astronomie studiert hatte, wurde Adas intellektuelle Neigung gepflegt und gefördert. Und sie hatte das Glück, einen Mann zu heiraten, der ihre Bildung nicht nur akzeptierte, sondern sogar unterstützte, indem er Mitglied der Royal Society wurde, nur um für sie mathematische Artikel aus der Bibliothek zu kopieren – die sie als Frau nicht betreten durfte (ganz davon abgesehen, dass sie als Frau nicht selbst Mitgleid werden konnte). Dennoch war sie unglücklich, da selbst unter diesen günstigen Voraussetzungen nach ihrem Empfinden zu viel Zeit ihres Lebens in Kindererzieung und Haushalt investiert werden musste statt in ihre geliebte Mathematik.
Als der Mathematiker Charles Babbage begann, eine Rechenmaschine zu planen, die die Bernouille-Zahlen ermitteln könnte, arbeitete Ada Lovelace eng mit ihm zusammen an der Programmierung dieser Maschine. Der erste Computer der Geschichte scheiterte zu diesem Zeitpunkt nicht an den Fähigkeiten seiner Entwickler, sondern an den Feinheiten der Technik, die handwerklich noch nicht hergestellt werden konnten.
Als die Technologie schließlich weit genug fortgeschritten war, benannte der Erfinder der ersten nutzbaren Programmiersprache diese ihr zu ehren Ada. Das rheinlandpfälzische Mentoring-Netzwerk zur Förderung von Frauen in MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)-Fächern nennt sich das Ada-Lovelace-Projekt.

KW 49/2012: Grace Hopper, 9. Dezember 1906

Wiki deutsch Wiki englisch
Diese ehrwürdige alte Dame machte es möglich, dass ich diesen Text schreibe und Menschen, die ich nicht mal kenne, zugänglich mache: Grace Hopper entwickelte den ersten funktionierenden Compiler.
Da ich keine Technikkennerin bin, kann ich nicht erklären, was genau das bedeutet, aber es ist mir klar, dass Grace Hopper dafür gesorgt hat, dass Computer nicht nur große Rechenmaschinen sind, sondern auch komplexere Befehle ausführen können und aus dem „simplen“ Binärcode so etwas Tolles wie das Internet machen können.
Die Tatsache, dass schon in den 50er Jahren auch Frauen schon die Möglichkeit hatten, so technikaffin zu sein und vor allem unbekannterweise so viel zur Entwicklung unserer heutigen Kultur und Welt beizutragen, ist an sich ein Faszinosum. Man muss es möglicherweise der optimalen Ressourcenausnutzung des Militärs danken, dass sie einen großen Geist nicht aufgrund des körperlichen Geschlechtes bremsen und ausschließen…
Selbstverständlich gibt es zu ihr einen Beitrag auf frauen-informatik-geschichte.de und eine relativ ausführliche Biographie auf der Seite der Yale Universität (die sich damit natürlcih brüsten, dass Grace Hopper dort Mathematik studiert hat). In ihrem Andenken wird jährlich der Grace Murray Hopper Award an junge (unter 35) Computerexperten verliehen, die sich durch besondere Leistungen hervorgetan haben. Außerdem feiert das Anita Borg Institute for Women and Technology alljährlich die Grace Hopper Celebration of Women in Computing. (Eventuell nicht mehr in 2012?)

KW 7/2012: Roberta Williams, 16. Februar 1953

Wiki deutsch Wiki englisch
Nach Mystery House, The Wizard and the Princess (beide 1980) und Time Zone (1982) war das Graphic Adventure King’s Quest (I, 1984) der größte Wurf der PC-Spieleentwicklerin  Roberta Williams. Bereits nach Mystery House hatte sie mit ihrem Ehemann Ken Williams On-Line Systems, später Sierra On-Line, gegründet. King’s Quest I war das erste 3D-animierte Computerspiel und die Serie gilt als eine der erfolgreichsten der Geschichte. Roberta Williams ist damit als Frau eine der erfolgreichsten Figuren in der Computerspielbranche, mit ziemlicher Sicherheit jedenfalls die erfolgreichste Frau darin.
Das Schöne ist, dass sie selbst in einem Interview (Link unten) sagt, dass sie selbst nicht im gender-Modus ist, wenn sie Spiele entwickelt. In einem Arbeitsfeld, dass sowohl bei den Herstellern wie auch bei den Konsumenten so männlich dominiert war und in manchen Genres noch immer ist, lenkt sie selbst den Fokus darauf, dass Phantasie und Einfallsreichtum sowie ein solider Sinn für Humor wichtiger sind als das Geschlecht. Mehr angefeindet als dafür hat sie sich nach eigener Aussage (Link ebenfalls unten) gefühlt für die Tatsache, dass sie mit dem Geschäftsführer von Sierra On-Line verheiratet ist – der nicht der Geschäftsführer wäre, hätte sie nicht Mystery House entwickelt.
Roberta Williams ist mir schlicht aufgrund ihrer Tätigkeit und ihrer Einstellung dazu sympathisch. Ich weiß, dass Adventurespiel nicht unbedingt ein typisch weibliches Hobby sind, ich für meinen Fall spiele auch selten selber (ICO und Shadow of the Colossus sind die Ausnahmen) – aber ich habe immer viel Spaß daran gehabt, meinem Lebensabschnittspartner, auch meinem jetzigen Ehemann, beim Spielen zuzusehen und gegebenenfalls beim Lösen der Rätsel behilflich zu sein. Roberta Williams‘ Job ist bzw. war es, sich phantastische Welten und Rätsel auszudenken – ich liebe es, mich in solche phantastischen Welt zu vertiefen und Rätsel zu lösen. Und ganz nebenbei freut es mich dann einfach, dass es eine Gallionsfigur für technisch interessierte Frauen an so prominenter Stelle gibt.
Auf der Seite WomenGamers.com spricht Roberta Williams im Interview über ihre Erfahrungen als Frau im der Computerspieleentwicklung, über weibliche Figuren in Computerspielen und ihre Einschätzungen des weiblichen Marktes für Computerspiele (nicht zu vergessen, dass dieses Interview im 2000 geführt wurde). Auf MobyGames.com gibt es noch eine Spiele-spezifische Kurzbiografie von ihr. Und die Seite AdventureClassicGaming.com hat einmal 1999 und einmal 2006 mit Roberta Williams gesprochen.