Schlagwort: zellbiologie

Mary MacArthur

20. Jhdt.

Mary MacArthur (Link Englisch) kam in Glasgow, Schottland zur Welt und immigrierte als Kind mit ihren Eltern nach Pugwash, Nova Scotia, in Kanada. Schon früh interessierte sie sich für Botanik.

1933 machte sie zunächst ihren Bachelor of Science an der Acadia University in Nova Scotia, vier Jahre später beendete sie ihr Studium mit einem Doktortitel am Radcliffe College in Massachusetts, USA. Für ein Jahr blieb sie in den Vereinigten Staaten und arbeitete als Assistenzprofessorin für Botanik an einem Frauencollege in Elmira, New York.

1938 begann sie als Agrarwissenschaftlerin an der Central Experimental Farm in Ottawa – die inzwischen Frauen nicht nur als Tagelöhnerinnen einstellte – in der Abteilung für Gartenbau zu arbeiten und war damit eine Nachfolgerin (oder Kollegin?) von Isabella Preston, Züchterin der Creelman-Lilie. Ihre Spezialität war hier die Histologie (Gewebelehre) und Zellbiologie.

Mary MacArthur wurde zur führenden Persönlichkeit in der Erforschung des Dörrprozesses von Obst und Gemüse. Im Jahr 1941 führte sie an der CEF über 2.000 Experimente durch, um die optimalen Vorgehen beim Trocknen von pflanzlichen Lebensmitteln zu ermitteln. Diese Forschung war wichtig für Kriegszwecke, da Kanada gedörrtes Obst und Gemüse für die eigenen Truppen im Zweiten Weltkrieg nach Europa verschiffte. MacArthur untersuchte die Möglichkeiten, welche und wie Enzyme vor dem Dörren inaktiviert werden können, da diese für Zersetzungsprozesse verantwortlich sind. MacArthur fand unter anderem heraus, dass Gemüse zunächst blanchiert werden muss, bevor es als Trockennahrung verwertet werden kann. Ihre Forschungsarbeit sorgte dafür, dass die Menge und vor allem der Nährstoffgehalt kommerziell gedörrten Kohls, Karotten, Kartoffeln und Rüben für die Truppenversorgung gesteigert werden konnte.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs nahm sie auch die Erforschung von Tiefkühlprozessen wieder auf, die der Krieg unterbrochen hatte. Schon Anfang 1945 veröffentlichte sie eine Arbeit über die Tiefkühlung von abgepacktem Spargel, Erdbeeren und Mais. Daraus entstand eine Broschüre für Privathaushalte über die optimale Verwendung von Tiefkühlung als Lebensmittelaufbewahrung. Vier Jahre später fasste Mary MacArthur die Erkenntnisse ihrer Forschung auch für eine Broschüre für die Lebensmittelindustrie zusammen.

Sie war 1952 die erste Frau, die als Mitglied des Agricultural Institute of Canada (Link Englisch/Französisch) aufgenommen wurde. Bis 1955 assistierte MacArthur dem Leiter der Gartenbauabteilung der kanadischen Regierung. Danach verliert sich ihre Spur.

26/2020: Maria Goeppert-Mayer, 28. Juni 1906

Maria Goeppert wurde in Katowice, damals Preußen, in eine Familie von Professoren geboren. Als sie 10 Jahre alt war, zog sie mit ihren Eltern nach Göttingen. Dort besuchte sie eine höhere Schule, die speziell Mädchen für ein Universitätsstudium vorbereiten sollte; mit 17, ein Jahr früher als ihre Komiliton:innen, machte sie als eines von drei oder vier Mädchen das Abitur.

Zunächst studierte sie an der Universität Göttingen Mathematik, zu dieser Zeit um 1924 müsste sie auch Emmy Noether dort angetroffen haben. Nach drei Jahren Studium wechselte Goeppert jedoch zur Physik, in der sie nach weiteren drei Jahren ihre Dissertation über die Theorie der Zwei-Photonen-Absorption schrieb. Diese Theorie, dass ein Molekül oder Atom zur gleichen Zeit (innerhalb von 0,1 Femtosekunde) zwei Photonen aufnehmen kann und dabei in einen energetisch angeregten Zustand übergeht, konnte zu dieser Zeit nicht experimentell nachgewiesen werden. Dieses Ereignis ist extrem unwahrscheinlich: Die Absorption eines Photons in einem Molekül oder Atom geschieht in etwa einmal pro Sekunde unter guten Bedingungen, das heißt bei hoher Lichteinstrahlung. Die gleichzeitige Absorption zweier Photonen tritt hingegen unter den gleichen Bedingungen nur alle 10 Millionen Jahre auf. Erst 1961 konnte Goepperts Theorie dank der Erfindung des Lasers nachgewiesen werden, die Einheit, in der die Wahrscheinlichkeit einer Zwei-Photonen-Absorption gemessen wird, heißt ihr zu Ehren GM (Goeppert-Mayer). Ihre Prüfer im Rigorosum waren Max Born, James Franck und Adolf Windaus, alles drei zu diesem Zeitpunkt oder spätere Nobelpreisträger. Eugene Wigner, ebenfalls Nobelpreisträger, bezeichnete ihre Arbeit später als „Meisterwerk der Klarheit und Greifbarkeit“.

Im gleichen Jahr, in dem sie ihren Doktortitel errang, hatte sie auch Joseph Edward Mayer geheiratet, einen Fellow der Rockefeller Foundation und Assistent von James Franck. Mit ihm zog sie nach ihrer Promotion in die USA, wo Mayer als außerordentlicher Professor an der Johns Hopkins University lehrte. Goeppert-Mayer konnte dort keine Anstellung finden, denn die Hochschule hatte strenge Nepotismus-Regeln, die die gleichzeitige Beschäftigung von Ehepaaren untersagten. Diese waren ursprünglich eingerichtet worden, um Gönnerschaft zu unterbinden, doch inzwischen hielten sie hauptsächlich die Ehefrauen der Professoren von beruflicher Tätigkeit auf dem Campus ab. Goeppert-Mayer konnte sich schließlich gegen sehr kleines Gehalt im Fachbereich für Physik an der deutschen Korrespondenz beteiligen, so hatte sie auch Zugang zu den Laboren. In dieser Zeit arbeitete sie mit Karl Herzfeld an seinen Forschungen zur Quantenmechanik, sie unterrichtete auch unentgeltlich und schrieb eine Arbeit über doppelten Betazerfall. Sie kehrte bis 1933 noch dreimal nach Göttingen zurück, unter anderem um dort mit Max Born an einem Artikel für das Handbuch der Physik zu arbeiten. 1933 verloren Born und James Franck aufgrund der Judenverfolgung unter der faschistischen Regierung Deutschlands ihre Stellen an der Göttinger Universität, James Franck folgte seinem ehemaligen Assistenten nach Baltimore.

1937 wurde Mayer allerdings von der Johns Hopkins Universität entlassen, die Gründe dafür sind unklar. Mayer vermutete Misogynie, nämlich dass der Dekan es nicht gerne sähe, wie frei Mayer seiner Frau Zugang zu den Laboren gewährte. Herzfeld stimmte ihm zu, möglicherweise fühle sich aber auch das amerikanische Kollegium von „zu vielen Deutschen“ (das Ehepaar Goeppert-Mayer, Herzfeld und Franck) überrannt. Es soll auch Beschwerden über die Inhalte des Chemie-Unterrichts gegeben haben, den Goeppert-Mayer hielt: Sie spreche zu viel über moderne Physik. Goeppert-Mayer lehrte noch bis 1939 in Baltimore, dann wechselte das Ehepaar gemeinsam an die Columbia University in New York. Joseph Mayer konnte dort als Professor lehren, Maria Goeppert-Mayer bekam hier zwar ein eigenes Büro, doch für ihre Tätigkeit an der Fakultät wiederum kein Gehalt.

An der Columbia University freundete sich Goeppert-Mayer mit dem Chemiker Harold Urey und dem Physiker Enrico Fermi an und schloss sich deren Forschungen an, zu den Valenzelektronen der bis dahin noch unentdeckten transuranischen Elementen. Die Anzahl der Valenzelektronen, das heißt der Elektronen auf der äußersten Schale eines Elements, die an chemischen Verbindungen beteiligt sein können, bestimmen die Zugehörigkeit zu den unterschiedlichen Gruppen des Periodensystems und lassen Vermutungen über ähnliche chemikalische Eigenschaften zu. Basierend auf dem Thomas-Fermi-Modell, das die Elektronenhülle wie eine Gaswolke interpretiert, stellte Goeppert-Mayer die Voraussage auf, dass die Elemente, die im Periodensystem hinter dem Uran folgen müssten, zur Gruppe der Metalle der Seltenen Erden gehören würden. Diese Voraussage sollte sich als wahr herausstellen.

1941 wurde Maria Goeppert-Mayer zur Fellow der American Physical Society und im Dezember dieses Jahres trat sie ihre erste bezahlte Lehrtätigkeit am Sarah Lawrence College an. Nachdem die USA in den Zweiten Weltkrieg eingetreten waren, schloss sie sich im Folgejahr in Teilzeit dem Manhattan-Projekt an. Ihre Aufgabe wurde es, einen Weg zu finden, das Isotop 235U, einen wichtigen Spaltstoff, in natürlichem Uran auszusondern. Dafür untersuchte Goeppert-Mayer die chemischen und thermodynamischen Eigenschaften von Uranhexafluorid (Uran(VI)-fluorid), einer Verbindung von Uran und Fluor. Sie erwog die Möglichkeit, das gewünschte Isotop mit Hilfe einer photochemischen Reaktion aus dem Stoff auszufällen, doch dies war zu dem Zeitpunkt noch nicht praktikabel; auch hier wurde die Erfindung des Lasers notwendig, um Goeppert-Mayers Theorien in die Praxis umzusetzen.

Ihr Freund Edward Teller holte sie auch kurzzeitig ins Team seines Opacity Project, das die Erschaffung einer Superbombe (Link Englisch) anstrebte. Ihr Mann wurde an die Front im Pazifik berufen, und Goeppert-Mayer beschloss, die beiden Kinder in New York zu lassen und mit Teller in Los Alamo am Project Y zu arbeiten.

Nach dem Ende des Krieges wurde Joseph Mayer Professor für Chemie an der University of Chicago, Maria Goeppert-Mayer wurde von der Hochschule als freiwillige außerordentliche Professorin eingestellt. Teller folgte ihr nach Illinois, um die Entwicklung thermonuklearer Waffen voranzutreiben. Als ihr eine Teilzeitstelle am Argonne National Laboratory angeboten wurde, als leitende Physikerin in der Abteilung für theoretische Physik, antwortete sie erstaunlicherweise: „Ich verstehe nichts von Kernphysik!“ Sie trat die Stelle jedoch an. Außerdem programmierte sie den ENIAC des Aberdeen Proving Ground auf eine bestimmte Vorgehensweise für Schnelle Brüter.

Ihre wichtigeste, erfolgreichste Arbeit leistete Goeppert-Mayer trotz dieser vielseitigen Einsätze in den 1940ern. Während sie an der University of Chicago und dem Argonne angestellt war, entwickelte sie ein mathematisches Modell für den Aufbau des Schalenmodells, das sie 1950 veröffentlichte. Sie erklärte, warum eine bestimmte Anzahl Nukleone (Protonen und Neutronen) in Atomkernen besonders häufig vorkamen und besonders stabil sind. Diese Zahlen nannte Eugene Wigner die ‚Magischen Zahlen‚, die Reihe der „stabilen“ Protonen- und Neutronen-Anzahlen lautet 2, 8, 20, 28, 50, 82 und 126. Das Schalenmodell war für die Elektronen-aufenthaltswahrscheinlichkeitsräume des Atoms bereits erfolgreich, doch vom Atomkern bestand zu diesem Zeitpunkt noch ein anderes Modell, welches jedoch nicht die Inseln der Stabilität in den Elementen erklärte. Im Gespräch mit Enrico Fermi stellte dieser Goeppert-Mayer die Frage, ob es einen Hinweis auf Spin-Bahn-Kopplung gäbe – einen Zusammenhang des Spin, also der Eigendrehung eines Teilchens, und seiner Bahn, also seiner Bewegung innerhalb des Atoms, der sich in der Stärke der Wechselwirkung des Teilchens bemerkbar macht. Diese Kopplung war für Elektronen bekannt, doch angestoßen von Fermis Frage stellte Goeppert-Mayer die Theorie auf, dass dieser Effekt auch im Atomkern wirke und konnte so die Bedeutung der ‚magischen Zahlen‘ in der Kernphysik erklären. Sie erläuterte es kurz und anschaulich wie folgt:

Denken Sie an einen Raum voller Walzertänzer:innen. Nehmen wir an, sie durchtanzen den Raum in Kreisen, jeder Kreis umschlossen von einem weiteren Kreis. Nun stellen Sie sich vor, Sie könnten zweimal so viele Tänzer:innen in einem Kreis unterbringen, indem Sie ein Paar mit und das andere Paar entgegen dem Uhrzeigersinn tanzen lassen. Nun bringen Sie noch weitere Variationen ein; alle Paare drehen sich um sich selbst wie Kreisel, während sie durch den Raum kreisen, jedes Paar dreht sich also um sich selbst (twirling) und durch den Raum (circling). Aber nur einige von denen, die gegen den Uhrzeigersinn durch den Raum tanzen, drehen sich auch im Uhrzeigersinn um sich selbst. Die anderen drehen sich im Uhrzeigersinn um sich selbst, während sie gegen den Uhrzeigersinn durch den Raum tanzen. Das gleiche ist wahr für die, die im Uhrzeigersinn durch den Raum tanzen: Einige drehen sich im Uhrzeigersinn um sich selbst, andere dagegen.

Übersetzt nach dem Abschnitt ‚Nuclear shell modell‘ des englischen Wikipediabeitrags

Zum gleichen Schluss waren zeitgleich die Physiker Otto Haxel, Hans D. Jensen und Hans E. Suess in Hamburg gekommen; Goeppert-Mayers Arbeit wurde zur Prüfung im Februar 1949 eingereicht, die der Hamburger Forscher im erst im April. Als Goeppert-Mayer in Juni 1949 die Ankündigung der Ergebnisse ihrer Kollegen las, versuchte sie noch, ihre Veröffentlichung zu verschieben, damit beide Arbeiten nebeneinander erscheinen könnten, doch dies ließ sich nicht mehr einrichten. So wurde zuerst Goeppert-Mayer als die Entdeckerin des Schalenmodells für den Atomkern bekannt. Es entstand jedoch ein gutes kollegiales Verhältnis zwischen Goeppert-Mayer und Jensen und die beiden brachten 1950 gemeinsam ein Buch zu ihrer Theorie heraus.

In den 1950er Jahren wurde Maria Goeppert-Mayer Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften und der National Academy of Sciences, doch erst 1960 wurde sie endlich vollwertiges Mitglied einer Fakultät, als sie den Lehrstuhl für Physik an der University of California übernahm. Bereits kurz darauf erlitt sie einen Schlaganfall, der sie jedoch nicht von der Arbeit abhalten sollte. 1963 erhielt sie gemeinsam mit Hans D. Jensen eine Hälfte des Nobelpreises für Physik, die andere Hälfte erhielt Eugene Wigner. Goeppert-Mayer war die zweite weibliche Gewinnerin dieses Preises nach Marie Curie, 60 Jahre zuvor. Zu dieser Errungenschaft titelte damals die San Diego Tribune: ‚S.D. Mother Wins Nobel Physics Prize‘ (‚Mutter aus San Diego gewinnt Physik Nobelpreis‘). Hierzu bezog die Nachfolgepublikation The San Diego Union-Tribune im Oktober 2018 Stellung, anlässlich der Verleihung des Nobelpreises für Physik an die dritte Frau überhaupt, Donna Strickland, 55 Jahre nach Goeppert-Mayer.

Zwei Jahre später wurde sie zum Fellow der American Academy of Arts and Sciences. 1971 erlitt sie einen Schlaganfall, in dessen Folge sie ein Jahr lang im Koma lag, bis sie am 20. Februar 1972 verstarb. Die American Physical Society rief 1986 den Maria Goeppert-Mayer Award ins Leben, der jugnen Physikerinnen verliehen wird. Gewinnerinnen müssen einen Doktortitel innehaben, sie erhalten einen Geldbetrag und die Möglichkeit, an vier größeren Institutionen Vorträge über ihre Arbeit zu halten. Auch das Argonne National Laboratory verleiht jedes Jahr im Namen Goeppert-Mayers einen Preis an herausragende Wissenschaftlerinnen, ihre letzte Universität in Kalifornien hält ein jährliches Symposium in ihrem Namen, in dem Wissenschaftlerinnen zusammenkommen. Ein Krater auf der Venus von 35 Kilometer Durchmesser ist nach Maria Goeppert-Mayer benannt.

*

Ebenfalls diese Woche

22. Juni 1939: Ada Yonath
Über diese Chemikerin schrieb ich im Juni 2018.

23. Juni 1871: Jantine Tammes
Die Leidtragende des Matilda-Effektes trug entscheidende Erkenntnisse zur Pflanzengenetik bei, die jedoch ihrem männlichen Kollegen zugeschrieben wurden.

23. Juni 1951: Maria Klawe
Die amerikanische Informatikerin leitet seit 2006 als erste Frau das Harvey Mudd College in Kalifornien.

26. Juni 1862: Ella Church Strobell (Link Englisch)
Gemeinsam mit ihrer Kollegin Katharine Foot trug die Zellbiologin mit Fotografien zum besseren Verständnis der Chromosomen und ihrer Funktion bei.

7/2020: Susan Lim, 14. Februar 1952

Lee Hong Susan Lim (Link Englisch) wurde in Seremban geboren, der Hauptstadt des malaysischen Bundesstaates Negeri Sembilan. Nachdem sie die Grundschule und die weiterführende Schule in ihrer Heimatstadt abgeschlossen hatte, ging sie 1971 nach Kuala Lumpur, um an der Universität Malaya Zoologie zu studieren. Zunächst schloss sie ihren Master of Science ab, dann arbeitete sie auf ihre Promotion hin. Sie verdiente ihren Unterhalt als Tutorin an der Universität, während sie ihre Doktorarbeit über Hakensaugwürmer bei Frischwasserfischen. Mit dieser Arbeit promovierte sie 1987, mit 35 Jahren. Zwei Jahre später wurde ihr eine Lehrstelle an der Universität angeboten, 2003 wurde sie zur Professorin am dortigen Biologischen Institut.

Lim gilt als die führende Spezialistin für Hakensaugwürmer in Südostasien. Indem sie mehr als 100 neuer Arten beschrieb und ebensoviele neu einordnete, erarbeitete sie sich den sechsten Platz auf der Liste der produktivsten Hakensaugwurm-Forscher, und die produktivste Frau in diesem Bereich überhaupt. Sie ist in ihrem Forschungsbereich auch dafür bekannt geworden, einen bis dahin unbekannten Mechanismus zu beschreiben, mit dem sich einige der Würmer an ihren Wirten befestigen, nämlich einer Art Netz, die diese aus ihren Sekreten bilden.

Lim starb 2014 im Alter von 62 Jahren an einem langen Krebsleiden.

*

Ebenfalls diese Woche

12. Februar 1921: Kathleen Antonelli
Auch als Kay McNulty bekannt, gehört die diplomierte Mathematikerin zu den sechsersten Programmiererinnen des ENIAC, mit dem die US-Armee ballistische Berechnungen anstellte. Die Lebensgeschichten dieser „Computer“ genannten Frauen (und Männer) sind lesenswert, aber zu gehaltvoll für meine derzeitigen Kapazitäten.

14. Februar 1862: Agnes Pockels
Die in Venedig geborene Tochter eines deutschen Offiziers forschte als Autodidaktin zur Grenzflächenspannung, genauer: zur Oberflächenspannung. Durch ihre Beobachtungen beim Spülen (ausgerechnet!) entwickelte sie die Schieberinne, heute auch Filmwaage, die Irving Langmuir zusammen mit Katharine Blodgett weiterentwickelte. Für seine Weiterentwicklung erhielt Langmuir – und nur er – den Nobelpreis für Chemie, drei Jahre, bevor Pockels starb.

16. Februar 1880: Kono Yasui (Link Englisch)
Mit 47 Jahren wurde die Zellbiologin 1927 die erste Frau mit Doktorgrad in Japan. 22 Jahre später wurde sie Professorin an der Ochanomizu Joshi Daigaku, der Frauenuniversität Ochanomizu, 1955 wurde sie für ihre akademischen Leistungen mit der Medaille am Violetten Band geehrt.

16. Februar 1932: Archana Sharma (Link Englisch)
Die indische Botanikerin lieferte vor allem mit ihren Forschungen zu Chromosomen von Bedecktsamern einen wissenschaftlichen Durchbruch, der zu einer neuen Kategorisierung der Pflanzen führte.