Monat: Juni 2015

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zur verarbeitung eines lebensereignisses, das in vielerlei hinsicht spuren hinterlassen hat (google it if you need to know more) (AMA)
to fill the void
a life
a loss in itself
take care of your past
it´ll take care of your future
to feel the void
your name
written in my blood
take care of your mind
it´ll take care of the rest
to fill the void
nowhere
is a good place
take care
it´ll guard what´s left

KW 26/2015: Ingeborg Bachmann, 25. Juni 1926

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Zugegeben, ich habe bisher nur und das vor langer Zeit Malina von ihr gelesen. In einem meiner ersten Semester hatte ich ein Seminar zu Kunstmärchen und schrieb eine kurze Hausarbeit über das Märchen, das in Malina geschrieben wird. Den ganzen Roman hatte ich dann noch einmal als Prüfungsthema.

Ihren Geburtstag diese Woche habe jetzt zum Anlass genommen, mir eine Liste zu erstellen an Büchern von Autorinnen, die ich unbedingt lesen muss: Ingeborg Bachmanns Undine geht steht dort ganz oben.

Ingeborg Bachmann ist für mein Empfinden zu etwas wie die Gallionsfigur der deutschsprachigen Literatur – vielleicht auch nur, weil es den nach ihr benannten Preis gibt. Ihre „weibliche Empfindsamkeit“ ist ihre künstlerische Qualität, aber war auch ihr Folterknecht – schlußendlich sogar ihr Henker (ohne problematische Trennung von Max Frisch keine Barbiturat-Abhängigkeit, ohne Barbiturat-Abhängigkeit kein früher Tod durch Entzugserscheinungen). Was ich von ihrem Text erinnere, ist „typisch weiblich“, intuitiv, offen, fluid, manchmal jämmerlich, manchmal merkwürdig kraftvoll.

Bild: By Neithan90 – Own work, CC0

KW 25/2015: Lalla Aicha von Marokko, 17. Juni 1930

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In Zeiten von Pegida und muslimischen Hasspredigern finde ich es besonders wichtig, im Rahmen meiner Möglichkeiten darauf hinzuweisen, dass nicht Kultur und Religion per se das Problem in Humanitarismus und Feminismus sind – es sind die starren Strukturen, orthodoxen Lesarten und vor allem das von Angst geprägte Denken, die jede Kultur und jede Religion – ebenso wie den Atheismus – zu aggressiven und schädlichen Ideologien verzerren können.

Die Prinzessin Lalla Aicha von Marokko trat schon früh für den Feminismus ein – eine Tatsache, die auch dadurch möglich war, dass offenbar ihre Familie ebenso von der Gleichwertigkeit und den Möglichkeiten der Frauen in der Welt überzeugt war.

Es gibt diese Frauen, es gibt den friedlichen und fortschrittlichen Islam, so wie es das friedliche und fortschrittliche Christentum und Judentum gibt. Was jemand glaubt, bestimmt nicht notwendigerweise, ob und wen er hasst, ablehnt oder unterdrücken will.

Bild: By rolbenzaken – RECIT D’UNE ENFANCE HEUREUSE A RABAT (MAROC), Public Domain

KW 24/2015: Barbara, 9. Juni 1930

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Es hätte für dieses Datum einige andere Frauen gegeben, u.a. Bertha von Suttner und Natalie Portman. Barbara habe ich darum gewählt, weil die Geschichte um einen ihrer Chansons mich so überrascht hat.

Nach den üblen Erfahrungen mit Nazi-Deutschen in ihrer Kindheit lehnte sie eine erste Einladung für einen Auftritt in Deutschland, in Göttingen, ab, um sich dann doch für ein Konzert dort zu entscheiden.

Ihre Zeit in Göttingen veränderte ihre Wahrnehmung der Deutschen dann so sehr, dass sie einen Chanson über Göttingen verfasste, der sich zum Titelsong für die deutsch-französische Freundschaft entwickelte.
Hier der französische Text sowie die deutsche Textfassung (nicht die direkte Übersetzung). Unten eine Darbietung des Chansons von Barbara.

Bild: By Jac. de Nijs. Nationaal Archief, Den Haag, Rijksfotoarchief: Fotocollectie Algemeen Nederlands Fotopersbureau (ANEFO), 1945-1989 – negatiefstroken zwart/wit, nummer toegang 2.24.01.05, bestanddeelnummer 921-1453 – Nationaal Archief, CC BY-SA 3.0 nl

KW 23/2015: Marilyn Monroe, 1. Juni 1926

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Nach einem Jahr (53 Wochen) fast kompletter Abstinenz nehme ich mir jetzt fest vor, trotz weiterer beruflicher „Abstinenz“, dort direkt anzuknüpfen, wo ich letztes Jahr aufgehört habe.

Nun ist Marilyn Monroe eine Wahl, die mir nur sehr viele oder sehr wenige Worte möglich macht. Ich entscheide mich für letzteres: MM ist als Sexsymbol, aber auch als traurige Galionsfigur der auf ihr Aussehen Reduzierten zum Klischee geworden. Wenn ich sie sehe, in ihren schönen, leichten Rollen, die sie mit so sympathischer Unschuld darstellt, und ich an ihre Sehnsucht denke, ernstere Rollen zu spielen, an ihren Schauspielunterricht, ihre Ehe mit dem Intellektuellen Arthur Miller, blutet mir das Herz. Leider habe ich ihren letzten Film, mit dem sie in das Charakterfach wechseln wollte, immer noch nicht gesehen.

Bild: By Macfadden Publications page 1 – File:Marilyn Monroe 1961.jpg, Public Domain