Jeanne Dumée

* ca. 1660-85 • † 1706

Jeanne Dumée erhielt wahrscheinlich im Elternhaus bereits eine überdurchschnittliche Bildung für eine Frau dieser Zeit. Dennoch heiratete sie früh, so früh, dass sie mit 17 Jahren schon wieder verwitwet sein konnte, nachdem ihr Ehemann bei einer militärischen Auseinandersetzung in Deutschland gefallen war. Leider konnte ich nicht ermitteln, im Rahmen welchen Konflikts dies passierte, da sich die Zeitspanne zwischen 1677 und 1702 bewegt.

Auch sonst ist von der Astronomin nicht viel bekannt, außer die Autorinnenschaft des Werkes Entretiens sur l’opinion de Copernic touchant la mobilité de la terre (Unterhaltungen zur Meinung Kopernikus´ die Bewegungen der Erde betreffend). Dumée beobachtete also die Sterne, insbesondere den Planeten Venus sowie Jupiter und seine Monde, soweit sie zu diesem Zeitpunkt bekannt waren.

In ihrem Manuskript bestätigte sie die Theorien Nikolaus Kopernikus´ und Galileo Galilei hinsichtlich der Bewegungen der Erde, die aus den Beobachtungen anderer Himmelskörper zu folgern waren. Damit widersprach sie der gängigen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Meinung ebenso wie mit ihrer Meinung zur Befähigung der Frauen zur Wissenschaft. Sie äußerte in ihrer Schrift klar die Meinung, dass es keine Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen gebe, und forderte Frauen auf, sich wissenschaftlich zu betätigen. Wenn sie sich den Anforderungen stellten, könnten sie ebensoviel erreichen wie Männer.

Ihr Manuskript wurde zwar nie vollständig veröffentlicht, doch das Journal des sçavans, die erste wissenschaftliche Fachzeitschrift, brachte eine Inhaltsangabe der Entretiens und lobte die Klarheit ihrer Ausführungen. Das Original von Jeanne Dumées Werk ist in der Bibliothèque national de France erhalten. Auf deren Portal Gallica kann die Handschrift in Gänze digital betrachtet werden.

Auch ihr ist in Judy Chicagos The Dinner Party eine Bodenfliese gewidmet, wie auch schon Aglaonike und Trota von Salerno.