23/2020: Elisabetta Fiorini Mazzanti, 3. Juni 1799

Elisabetta Fiorini Mazzanti, geboren in Terracina, verlor früh ihre Mutter und wurde von ihrem Vater in allen Fächern ausgebildet, die er für eine Person ihres Standes für wichtig hielt: Das waren Geschichte, Geografie, Literatur und Kunst sowie, neben ihrer Muttersprache Italienisch, Latein, Französisch, Englisch und Deutsch. Sie entwickelte bereits früh ein Interesse an Botanik; so wurde sie Schülerin des unter anderem in Botanik bewanderten Wissenschaftlers Giovanni Battista Brocchi.

Dieser ermutigte sie schließlich 1831 auch zur Erstellung ihres Hauptwerks in der Bryologie, Specimen Bryologicae Romanae. Ihr Interesse galt lebenslang den Moosen, auch wenn sie sich später wissenschaftlich mehr mit Süßwasseralgen befasste. Ihre Arbeit wurde zehn Jahre nach der ersten Veröffentlichung ein zweites Mal aufgelegt und förderte in Italien und Frankreich merklich die wissenschaftliche Erforschung von Moosen.

Elisabetta Fiorini Mazzanti verlor 1842 innerhalb eines Jahres ihren Ehemann, ihren Vater und ihr einziges Kind. Sie adoptierte später jedoch die Nichte eines anderen Botanikers, die bei ihr lebte und sie später im hohen Alter pflegte. Mit 75 Jahren veröffentlichte sie noch ein Werk, in dem sie ein bis dahin unbekanntes Moos in der Gegend um Neapel beschrieb, außerdem besuchte sie 1874 auch noch einen Botanikkongreß in Florenz. Nur Monate vor ihrem Tod kam ihre Abhandlung zur Flora rund um das Kolosseum in Rom heraus. Sie starb am 23. April 1879 mit 80 Jahren.

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